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Wohin auswandern?

Die Schlagzeilen der letzten Wochen machen es nur einmal wieder überdeutlich – Europa überaltert und ist offenbar nicht in der Lage, seine finanziellen Probleme in den Griff zu kriegen. Die langfristige Aussicht ist also düster: Steigende Steuern und Sozialbeiträge, geringes Wirtschaftswachstum, stagnierende oder sinkende Nettolöhne. Eine ernsthafte Alternative kann es deshalb sein, auszuwandern, nur wohin? Hier eine kleine Analyse möglicher Zielländer.

Die Schweiz und Skandinavien

Die Eidgenossenschaft ist neben Norwegen, Dänemark und Schweden eines der wenigen europäischen Länder, in die man emigrieren könnte. Der Vorteil ist, dass diese Länder relativ heimatnah sind und auch eine verwandte Kultur haben, der Nachteil, dass man zumindest in Norwegen und der Schweiz nur mit ganz bestimmten Qualifikationen überhaupt eine Chance hat, sich niederlassen zu dürfen. Gefragt sind zum Beispiel immer Ärzte und Zahnärzte, doch auch im Tourismus sind viele Ausländer beschäftigt. In Dänemark oder Schweden kann man sich dagegen problemlos niederlassen, da beide der EU angehören, allerdings ist hier die Nachfrage nicht so hoch wie in den beiden anderen Ländern. Der Vorteil an den europäischen Einwanderungsländern ist außerdem, dass man sich nicht völlig von der Heimat verabschieden muss. So wird es nämlich toleriert, zwei verschiedene EU-Pässe zu haben. Sie können also zum Beispiel Schwede werden, aber Deutscher bleiben. Oder Sie wohnen als Deutscher im EU-Ausland, Norwegen oder der Schweiz und haben hierdurch nur minimale Einschränkungen.

Die klassischen Auswanderungsländer

Anders ist dies in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Wenn Sie dorthin auswandern, dann in der Regel mit dem Ziel, irgendwann eingebürgert zu werden. Diese Länder verlangen aber im Falle einer Einbürgerung, dass Sie Ihre alte Staatsbürgerschaft zurückgeben, Sie können also zum Beispiel nicht gleichzeitig einen deutschen und einen US-Pass haben.

Kanada

Kanada ist eines der klassischen Einwanderungsländer und sieht sich auch selbst als solches. Es gibt dementsprechend ein Einwanderungsgesetz, das den Bewerbern je nach Alter, Qualifikationen und Familienstatus eine bestimmte Punktezahl zuspricht. Wer genügend Punkte bekommt und innerhalb des Kontingents bleibt, kann einwandern. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.cic.gc.ca

Australien und Neuseeland

Wer richtig weit weg möchte, der wandert nach Australien oder Neuseeland aus. Australien hatte seit nunmehr über 15 Jahren einen ununterbrochenen Wirtschaftsboom, der vor allem durch die Rohstoffnachfrage aus Asien befeuert wurde. Immigranten mit den entsprechenden Qualifikationen, also Ärzte oder Ingenieure konnten relativ leicht einwandern Mit dem Nachlassen der Weltkonjunktur könnte das Wirtschaftswachstum in Australien allerdings auch nachlassen und damit auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Neuseeland ist deutlich weniger wohlhabend als Australien, doch auch hier sind Ärzte, Ingenieure, aber auch Facharbeiter gefragt. Weitere Infos hier: www.immi.gov.au und für Neuseeland hier: www.immigration.govt.nz

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind seit Jahrhunderten das klassische Sehnsuchtsziel schlechthin für die Migranten der Welt. Auch heute stehen sie wirtschaftlich wieder besser da als die meisten Länder in Europa. Der Frackingboom und billige Energie lassen außerdem eine Reindustrialisierung der USA erwarten, wodurch zahlreiche Arbeitskräfte benötigt werden sollten. Allerdings sind die USA heute in Bezug auf Einwanderung sehr restriktiv geworden. Eine Firma muss einen konkreten Bedarf an der ausländischen Arbeitskraft nachweisen, der nicht durch eine amerikanische Arbeitskraft zu decken ist. Wenn sie dies nicht kann, hat ein Einwanderer schlechte Karten. Ein kleiner Tipp: Heiraten Sie einen US-Bürger. Oder alternativ machen Sie bei einer der vielen Green Card Lotterien mit. Vielleicht haben Sie ja Glück! Weitere Infos gibt es auf: www.dvlottery.state.gov

China

Die Volksrepublik China ist alles andere als ein klassisches Einwanderungsland. Sie geht mit Einwanderern extrem restriktiv um. Wer nicht in China geboren ist und chinesische Abstammung nachweisen kann, wird niemals eine chinesische Staatsangehörigkeit bekommen. Mit Aufenthaltsgenehmigungen dagegen ist China relativ freigiebig, wenn Sie eine entsprechende Qualifikation haben, die im Wirtschaftsboom gebraucht wird, zum Beispiel ein Joint Venture managen, Häuser planen oder Bier brauen. Hierfür müssen Sie auch nicht zwangsläufig Chinesisch lernen.