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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay – Leben und Arbeiten in Uruguay

Uruguay ist klein, ruhig, stressfrei und bietet eine gute Lebensqualität, stabile Politik und eine geringe Kriminalitätsrate. Die Menschen in Uruguay sind freundlich und gelassen, Hektik ist ein Fremdwort, selbst bei großen Verständigungsschwierigkeiten sind die Einheimischen geduldig, hilfsbereit und respektvoll. Das zweitkleinste Land Südamerikas liegt zwischen Brasilien und Argentinien und hat eine mehr als 500 km lange Küste. Lange Zeit kämpften diese beiden Nachbarn erbittert um die Vorherrschaft in dem kleinen Land. Doch die Uruguayos konnten sich tapfer wehren und erlangten schließlich ihre Unabhängigkeit, die seit 1828 auch international anerkannt ist.

Warum nach Uruguay auswandern?

Uruguay ist ein gutes Ziel zum Einwandern. Das Land ist sicher, die Kriminalitätsrate gering. Uruguay hat mit Montevideo die zweitsicherste Hauptstadt der Welt, nach Tokio. Alles ist nah beisammen und dennoch gibt es 50 km lange, einsame Strände.

Die meisten Uruguayer lassen Stress galant an sich abperlen. Natürlich läuft nicht immer alles glatt und es gibt hier und da einen Grund sich zu ärgern. Da fährt mal ein Bus nicht oder kommt viel zu spät. Die Behörden funktionieren auch nicht immer, wie sich der Deutsche das vorstellt. Darauf sollten Einwanderer vorbereitet sein. Gerade wer sich im Norden niederlassen möchte, wird viel Ruhe finden, dort sind allerdings die Wege für Erledigungen etwas weiter.

Über Uruguay

In Uruguay leben ca. 3,5 Millionen Einwohner, davon haben ca. 1,5 Millionen Menschen ihren Wohnsitz im Stadtgebiet von Montevideo. So kann sich jeder vorstellen, dass die Landfläche von 177.000 Quadratkilometer nicht besonders dicht besiedelt ist. Die Einheimischen bestehen zu fast 90 Prozent aus den Nachkommen europäischer Einwanderer, vor allem aus Italien, Spanien, Deutschland und der Schweiz. Die spanischen Einwanderer haben im 19. Jahrhundert die indianischen Ureinwohner fast ausgerottet. Der europäische Einfluss ist heute überall spürbar. Die offizielle Währung ist der uruguayische Peso, wobei 1 Euro ca. 32 UYU entspricht.

Wer in Uruguay unterwegs ist, trifft allerorts auf Menschen mit einer Thermoskanne unter dem Arm und einem Mategefäß in der Hand. Erzählungen zufolge wechselt der Uruguayer seinen kaputten Reifen mit der Mate in der Hand. Dieses Bild ist auch in Montevideo zu finden. Montevideo verfügt über eine umfangreiches Busnetz, wobei Busfahren schon zum Abenteuer werden kann. Der Busfahrer weist Touristen und Einheimische deutlich darauf hin , die Mate nicht aus dem Fenster zu kippen. Der Grund, den er anführt ist die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern, Motorbikern und Autofahren. Wer ein bisschen schneller unterwegs sein möchte, kann auch mit dem Taxi fahren. Sie sind billig, aber alles andere als bequem. Die meisten Fahrzeuge sind älteren Datums, genau wie die Straßenbeläge in der Stadt. Schlaglöcher haben etwas Magisches in Uruguay. Niemand versucht, langsam drüberzufahren, sondern mit entsprechendem Tempo darüber zu fliegen, mit eher mäßigem Erfolg. Das Ergebnis: holprige Hochgeschwindigkeitsfahrten entlang der Küstenstraße – der sogenannten Rambla.

Wer das Landesinnere kennenlernen möchte, benutzt am besten die Fernreisebuss. Mitten in Montevideo gibt es einen zentralen Busbahnhof, an dem täglich mehr als 1.000 Busse ankommen und wieder abfahren. Dabei gibt es Ziele im ganzen Land und auch in den Nachbarländern Argentinien, Brasilien oder Paraguay. Die entsprechenden Fahrpläne sind per Internet einsehbar, jedoch alles auf Spanisch.

Grundsätzlich ist es nützlich, sich zumindest gebrochen in Spanisch unterhalten zu können. Es gibt zwar ca. 40.000 Deutschstämmige und ca. 10.000 Deutsche in Uruguay, das heißt jedoch nicht, dass irgendjemand Deutsch spricht. Englisch ist auch nicht sehr weit verbreitet, selbst in Montevideo ist es wahrscheinlicher, jemanden zu treffen, der ein paar Brocken Deutsch spricht, als sich auf Englisch zu unterhalten.

Die uruguayische Bevölkerung

Die in Uruguay lebende Bevölkerung ist zu mehr als 90 Prozent in Städten zu Hause. Durchschnittlich liegt die Bevölkerungsdichte bei 19 Einwohnern pro Quadratkilometer, dabei ist es leicht vorstellbar, dass die ländlichen Regionen wesentlich weniger dicht besiedelt sind. Knapp 90 Prozent der Menschen sind Weiße, europäischer Abstammung. Die Charrua, so heißt die indianische Urbevölkerung Uruguays, ist so gut wie ausgestorben. Mestizen haben einen Anteil von acht Prozent an der Bevölkerung, Schwarze und Mulatten sind Minderheiten. Als Amtssprache gilt Spanisch, mit einer anderen Sprache kommen Reisende nicht sehr weit, dann hilft nur noch reden mit Händen und Füßen. Da die Uruguayer ein sehr geduldiges Volk sind, funktioniert das auch ganz gut. Die gesprochene Sprache klingt irgendwie wie eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch; sie heißt „Portuñol“ oder auch „Brazilero“.

Uruguay galt lange Zeit als die Schweiz Südamerikas. Zum einen wegen seines Bankensystems und zum anderen wegen der Sicherheit und der Lebensqualität. Das Bildungs- und das Sozialsystem sind sehr gut ausgebaut. 98 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren haben Lesen und Schreiben gelernt, die Analphabetenrate ist sehr gering. Es besteht Schulpflicht für alle von sechs bis 15 Jahren. In den Städten ist das Gesundheitssystem sehr gut ausgebaut, in den ländlichen Gebieten ist es in einigen Fällen unzureichend, was der geringen Bevölkerungsdichten in manchen Regionen geschuldet ist.

In den 1850er-Jahren kamen die Waldenser ins Land, sie waren Anhänger der protestantischen Kirche. Insbesondere in den Jahren 1861 bis 1863 waren die Schweizer stark vertreten, von 1866 bis 1868 war der Anteil italienischer Einwanderer sehr groß, viele Neapolitaner aus den unteren Bevölkerungsschichten suchten ihr Glück in Südamerika. In den Jahren 1866 bis 1868 war der Anteil italienischer Einwanderer etwa 50 Prozent, wobei viele der Einwanderer als Erntehelfer oder Saisonarbeiter ins Land kamen, um anschließend mit Viehtransporten nach Europa zurückzukehren. Der Anteil italienischer Kolonisten war gering. Zwischen 1880 und 1913 kamen viele Landarbeiter nach Uruguay, die sich auch niederließen. In dieser Zeit war der Anteil der deutschen Einwanderer eher gering mit ca. 3,2 Prozent. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen viele Einwanderer aus den Nachbarstaaten. In dieser Zeit war die wirtschaftliche Lage in Argentinien und Brasilien besorgniserregend und viele suchten ihr Heil im Nachbarland.

In Uruguay gibt es einen hohen Anteil an Mittelschicht, der weitgehend europäisch beeinflusst ist. Mit den Jahren ist jedoch auch hier eine große Schere zwischen Arm und Reich entstanden. Diese Entwicklung begann in den 1960er-Jahren.

Die Geburtenrate ist in Uruguay, wie in vielen anderen Ländern, sinkend und liegt bei 1,4 Prozent. Durch die steigende Lebenserwartung – mittlerweile ca. 76,5 Jahre – und Auswanderung ist das Durchschnittsalter der uruguayischen Bevölkerung sehr jung und liegt bei 32,7 Jahren im Durchschnitt (Frauen; 34,2 Jahre und Männer 31,3 Jahre).

Glaubensfreiheit ist in der uruguayischen Verfassung festgeschrieben. Staat und Kirche sind strikt getrennt, schon seit 1916. Dennoch ist die römisch-katholische Kirche die Hauptreligion in Uruguay mit einem Anteil von etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Der Rest setzt sich aus konfessionslosen Gläubigen, nicht katholischen Christen, Juden, Agnostikern, Atheisten und einem geringen Prozentsatz an anderen afroamerikanischen Religionen zusammen. Wobei etwa die Hälfte der Bevölkerung die Religion nicht ausübt. Uruguay hat auch einen Nationalheiligen: Jakobus, Sohn des Alphäus, auch Jakobus der Jüngere genannt.

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen vermehrt deutsche Einwanderer nach Uruguay. Insbesondere in den südlichen und östlichen Landesteilen kauften sie große Bauernhöfe, sogenannte Estancias auf, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Auch Schweizer und Elsässer kamen viele nach Uruguay. Es entstanden Siedlungen mit den Namen Nuevo Berlín, Alemannia, Nueva Germania oder Nueva Helvecia. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Deutsche in Uruguay eine neue Heimat.

Lebenshaltungskosten in Uruguay

Die Lebenshaltungskosten in Uruguay liegen etwa bei 60 Prozent der Kosten in Deutschland. Es ist keines der Billigländer. Manche Dinge kosten etwa gleich viel wie in Deutschland, beispielsweise das Benzin oder der Strom, einige Dinge sind sogar teurer, wie etwa das Telefonieren, Autos oder importierte Waren. Grundnahrungsmittel und vieles andere sind deutlich günstiger als in Deutschland, wie zum Beispiel auswärts Essen, Mieten, die Krankenversicherung, Baukosten oder kulturelle Veranstaltungen.

Die monatlichen Lebenshaltungskosten in Uruguay hängen natürlich in erster Linie von den eigenen Ansprüchen ab. Wer gerne und viele Importartikel aus Europa konsumiert, bezahlt mehr als jemand, der vorzugsweise die einheimischen Produkte konsumiert. Hier kann jeder selbst ausprobieren, welche Produkte nach seinem Geschmack sind.

Sport und Freizeitmöglichkeiten in Uruguay

In Uruguay sind die Menschen sehr sportbegeistert. Im Fußball hat Uruguay bereits Weltruhm erlangt und 1930 sowie 1950 den Titel nach Hause geholt. Auch in den letzten Jahren war Uruguay immer bei den Fußball-Weltmeisterschaften dabei, allerdings nicht mehr ganz so erfolgreich. 2010 in Südafrika wurden sie Vierter.

Neben Fußball gibt es ein breites Angebot an weiteren Sportarten, wobei Basketball sehr beliebt ist. Hier gewinnt Uruguay regelmäßig bei der amerikanischen Basketballmeisterschaft Medaillen.

Eine besondere Form des Polo, das sogenanten Pato der Gauchos (dabei spielen zwei Mannschaften um eine Lederente), ist auch weit verbreitet. Darüber hinaus spielen viele gerne Rugby und nehmen am uruguayischen Rodeo teil, dem sogenannten Criolla. Das Boccia haben die italienischen und spanischen Einwanderer nach Uruguay gebracht. Es ist eine sehr beliebte Freizeitsportart insbesondere unter den älteren Männern.

Klima und Landschaft in Uruguay

Das Klima in Uruguay ist an der Küste sehr angenehm. Im Norden kann es etwas heißer werden im Sommer als in den Küstenregionen. Der heißeste Monat des Jahres ist der Januar, da kann es an der Küste 30–35 °C heiß werden, im Februar liegen die Höchsttemperaturen noch bei 25–30 °C. Die Wintermonate von Juni bis August bringen Temperaturen von 5–15 °C, Frostgefahr besteht hier eher keine. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch, schwül und unangenehm wird es selten. Durch die geografischen Gegebenheiten – extrem flaches Land, nur kleinere Erhöhungen im Landesinneren – kann es zu starken Temperatur- und Klimaschwankungen kommen. Da kommt es schon mal vor, dass es an einem Tag sommerlich und winterlich sein kann. Gelegentlich kommt es zu extremer Trockenheit im Winter, in anderen Wintern fällt sehr viel Niederschlag.

Das Klima ist für Mensch und Natur sehr angenehm. Die Natur grünt und blüht in den schönsten Farben. Heilpflanzen, wie beispielsweise die Aloe Vera, wachsen wie Unkraut.

Uruguay ist weitgehend flach, und nur rund 10% sind mit einer Höhe von 200 m üNN angegeben. Geografisch gesehen ist Uruguay eine Erweiterung der argentinischen Pampa. Größtenteils handelt es sich um sehr fruchtbaren Boden, der als Acker- und Weideland genutzt wird. Es heißt, in Uruguay gibt es mehr Schafe als Menschen. Wald ist eher weniger anzutreffen, er macht nur etwa fünf Prozent des Territoriums aus.

Der Süden des Landes ist sehr flach, die Küsten fallen teilweise steil ab. Entlang des Rio Uruguay im Westen des Landes gibt es große Sumpfebenen, wo es häufig zu Überschwemmungen kommt. Im Landesinneren steigt das Gelände bis zu einer Höhe von 501 Metern an, die Landschaft wirkt dort hügelig.

Im Südosten des Landes ist die Küste durch Strandseen und Niederungen stark unterteilt. Im Norden und Nordosten liegen Hügelketten (Cuchilla de Haedo und Cuchilla Grande), aber auch nicht höher als 500 Meter. Die höchste Erhebung des Landes ist der Cerro Catedral (Kathedralenhügel) mit 514 Metern Höhe. Er liegt im Norden des Departaments Maldonado, das sich östlich von Montevideo an der Atlantikküste befindet. Die Hauptstadt Montevideo liegt am südlichsten Punkt des Landes, wo ein großer Teil der Bevölkerung lebt.

Im Norden des Landes liegt die Grenze mit Brasilien, die sich über eine Länge von 985 km erstreckt. Im Westen bilden der Rio Uruguay und das Delta des Rio de la Plata die natürliche Grenze zu Argentinien mit einer Länge von 579 km. Die Atlantikküste hat eine Länge von 660 km. Insgesamt ist Uruguay sehr überschaubar.

Die Geschichte Uruguays

Bevor die Europäer nach Südamerika kamen war Uruguay von Nomadenvölkern besiedelt, Jäger und Sammler bewohnten das Land. Die ersten spanischen Siedler konnten nach erbitterten Kämpfen mit den Ureinwohnern erst 1624 eine ständige Siedlung am Rio Negro im Landesinneren errichten. Kurze Zeit später entstand am Rio de la Plata die portugiesische Kolonie und militärische Festung Nova Colonia do Sacramento. Dort sind noch heute die portugiesischen Einflüsse deutlich sichtbar.

Spanien, England und Portugal kämpften lange Zeit um die Vorherrschaft im Land. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts versuchten auch Argentinien und Brasilien das Land zu annektieren. Im Jahr 1828 kam es dann endlich auf Betreiben der Briten zu einem Friedensvertrag, der Frieden von Rio de Janeiro wurde unterzeichnet. Dabei kam es auch gleichzeitig zur internationalen Anerkennung des unabhängigen Uruguays. Die Absicht Englands war es, Uruguay als Puffer zwischen Argentinien und Brasilien zu installieren. Am 18. Juli wurde die erste uruguayische Verfassung verabschiedet.

In der darauffolgenden Zeit wurde es sehr unruhig in Uruguay, ein Bürgerkrieg begann. Hauptgrund dafür waren Interessenkonflikte: auf der einen Seite der Handelssektor, der offene Grenzen wollte, und auf der anderen Seite der Agrarsektor, der für Protektionismus stand. Der Agrarsektor suchte Hilfe in Buenos Aires, der Handelssektor fand in Brasilien einen Verbündeten. Es kam zum „Großen Krieg“, der erst durch Eingreifen von England und Frankreich ein Ende fand. Nach dem „Großen Krieg“ setzte eine neue Einwanderungswelle, vor allem aus Spanien und Italien ein, die Bevölkerung wuchs sprunghaft an. Neue Viehzuchtmethoden aus dem Ausland verhalfen Uruguay zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich Uruguay zu einem der fortschrittlichsten Länder in Südamerika entwickelt. Die Schulpflicht wurde eingeführt und Versammlungs- und Pressefreiheit in den Gesetzen verankert. 1916 kam es zur Trennung von Kirche und Staat. Im Jahr 1930 fand die erste Fußball-Weltmeisterschaft in Uruguay statt, die das Land auch gewann. Damit wurde Uruguay erster Fußball-Weltmeister der Geschichte.

Mitte des 20. Jahrhunderts kam es trotz all dieser guten Entwicklungen zu einer schweren Wirtschaftskrise. Es entstand eine Guerilla-Bewegung, die sich Tupamaros nannte. Zu Anfang überfielen sie Banken und verteilten das Geld an die Armen. Später schreckten die Guerilla-Kämpfer nicht vor Entführungen und der Ermordung wichtiger Persönlichkeiten zurück. Im Jahr 1973 übernahm schließlich das Militär die Macht. Aufstände wurden niedergeschlagen, Gegner verfolgt. Bereits 1980 setzte ein erneuter Demokratisierungsprozess ein. Im Jahr 1984 wurden die Proteste schließlich so groß, dass wieder eine Zivilregierung die Regierung übernehmen konnte.

Nach dem erneuten Demokratisierungsprozess erholte sich das Land auch wirtschaftlich sehr schnell wieder. 1991 war Uruguay eines der Länder, die den Mercosur begründeten. Durch die schwere Krise in Argentinien, das ein wichtiger Handelspartner für Exportgüter war, kam auch die Wirtschaft in Uruguay 2001 fast vollständig zum Erliegen. Seit dem Jahr 2002 erholt sich das Land von dieser Krise.

Die uruguayische Küche

Die uruguayische Küche ist geprägt durch verschiedene Kulturen, das Essen ist sehr abwechslungsreich. Überall sind die spanischen und italienischen Einflüsse zu spüren. Hauptnahrungsmittel ist jedoch das Rindfleisch, das es in allen möglichen Zubereitungsarten gibt. Beliebteste Zubereitungsart unter den Einheimischen, den Touristen und den Einwanderern ist das Asado, eine spezielle Form des Grillens. Aber auch ein Chivito oder Milanesas gehören regelmäßig auf den Speiseplan. Milanesas kennt man hierzulande auch, es sind die dünnen Wiener Schnitzel, die vorzugsweise aus sehr dünn geschnittenem Rindfleisch zubereitet werden. Ein Chivito – Chivo heißt Ziege, doch damit hat das Essen nichts zu tun – ist ein Hamburger mit allem drum und dran. Dazu gehören dünn geschnittenes Rinderfilet, Schinken, Speck, Käse, Spiegelei, Tomaten, Salat, Gewürzsoßen, ein Brötchen und eine ordentliche Portion Pommes frites. Auch die Pizza und alle möglichen Pasta-Variationen stehen regelmäßig auf dem Speiseplan, genauso wie leckere Salate.

Das Frühstück ist meist süß. Dabei gibt es Tostadas, das ist so etwas wie Zwieback, mit Butter und Marmelade. Viele lieben ihre Medialunas, eine Art kleiner Croissants, die ofenfrisch besonders lecker schmecken.

Mate – ohne geht gar nichts in Uruguay

Mate zu trinken ist ein Stück uruguayische Tradition. Dabei handelt es sich um einen Tee, die Yerba mate (ausgesprochen: Scherba mate), die aus einem Kürbisgefäß getrunken wird. Mate hat in Uruguay einen ganz besonderen Stellenwert, sie ist allgegenwärtig. Überall trifft man auf Menschen mit der Mate in der Hand und der Thermoskanne unter dem Arm.

Wer in Uruguay unterwegs ist, kommt nicht umhin, zumindest einmal dieses Getränk zu probieren. Die Menschen dort sind sehr offen und bieten Fremden im Gespräch ihre Spezialität gerne an. Dabei ist es wichtig, einige Dinge zu beachten. Einladen zum Matetrinken kann nur der „Matero“, also die Person, die die Mate serviert und die Thermoskanne unter dem Arm hält. Der „Matero“ gießt Wasser nach, reicht die Mate an die nächste Person. Diese trinkt und reicht die Mate wieder zurück an den Matero. So geht das reihum, bis der Tee den Geschmack verliert oder das Wasser alle ist.

Und so wird die Mate richtig zubereitet: Notwendig sind ein Mategefäß, Tee Yerba mate, ein Trinkhalm, die sogenannte Bombilla (ausgesprochen: Bombischa) und eine Kanne mit heißem Wasser. Zunächst wird das Mategefäß etwa zur Hälfte mit Yerba mate gefüllt. Dann legt man die Hand auf das Gefäß, dreht es um und schüttelt es leicht, um den feinen Staub aus der Yerba mate zu entfernen. Dieser feine Staub macht einen bitteren Geschmack. Danach wird das Mategefäß leicht gekippt, sodass die Yerba mate sich auf einer Seite des Gefäßes befindet. In die freie Stelle wird nun langsam heißes Wasser gekippt und dann vorsichtig die Bombilla in die Yerba mate geschoben. Fertig. Den ersten Aufguss, der meist etwas stärker schmeckt, trinkt immer der „Matero“. Nach Geschmack und Region trinken die Uruguayer ihre Mate auch gerne süß. Dazu wird beim Aufgießen immer etwas Zucker hinzugefügt.

Das Asado

Das Asado ist das klassische Essen, zu dem sich Familien und Freunde treffen. Dabei wird hauptsächlich Fleisch, aber auch Würstchen oder Innereien, auf einem Grill zubereitet. Früher wurde das Asado ausschließlich mit Holzfeuer zubereitet, heute ist Holzkohle sehr weit verbreitet. Das Geheimnis eines guten Asados liegt zum einen im Fleischschnitt, der ist ganz anders, als wir ihn kennen, zum anderen in der Glut. Das Fleisch wird bei einer sehr niedrigen Temperatur zubereitet, dabei kann es passieren, dass ein Asado schon mal mehrere Stunden dauert. Als Beilage gibt es meist nicht sehr viel, beispielsweise einen gemischten Salat, einen Kartoffelsalat und natürlich Brot. Brot darf insgesamt bei keiner Mahlzeit fehlen. Bei einem großen Asado wird nicht nur Fleisch gegrillt, sondern es kommen auch beispielsweise Käse oder mit Käse gefülltes Gemüse, Zwiebeln oder Kartoffeln auf den Grill. Getrunken wird meist Rotwein. Es gibt auch einige Bierliebhaber und natürlich dürfen Limonadengetränke nicht fehlen. Ein beliebtes Getränk zum Asado ist „Medio y Medio“. Das ist eine Mischung aus 50 Prozent Weißwein und 50 Prozent Sekt.

Eine Besonderheit beim Asado ist das „Asado con cuero“. Dabei kommt das Tier unzerlegt und mit Fell auf den Grill. Ein solches Asado kann dann schon mal zwei Tage dauern. Das Fleisch kommt dazu in eine Grube, in der mehrere Stunden ein Feuer geschürt wurde. Abgedeckt mit einem Zinkblech, kommt auch von oben noch Glut darauf, sodass das Ganze rundherum beheizt wird. Auch das „Asado a la estaca“ ist eine besondere Form zu grillen. Dabei werden ebenfalls ganze Tiere, meist Lamm oder Ziege kreuzförmig auf einen Spieß gesteckt und am offenen Feuer zubereitet.

Visum für Uruguay beantragen

Nach Uruguay einzureisen ist für Bürger aus Europa oder Nordamerika ganz einfach mit einem noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass möglich. Das Beantragen eines Visums ist nicht notwendig. Bei der Einreise erteilen die Behörden ein drei Monate gültiges Touristenvisum, mit dem jeder das ganze Land bereisen kann. Wer den Aufenthalt verlängern möchte, geht dazu einfach zur Einwanderungsbehörde und lässt sich weitere drei Monate ein Touristenvisum bescheinigen. Dazu muss nur der Reisepass noch ausreichend lange gültig sein. Danach ist es notwendig auszureisen, jedoch ist die Einreise jederzeit wieder möglich.

Wer vorhat, nach Uruguay auszuwandern, braucht ein paar Dokumente mehr. Die Einwanderungsbestimmungen sind dennoch ziemlich einfach.

Außer dem Reisepass sind noch folgende Dokumente notwendig:

  • beglaubigte Geburtsurkunde, evtl. auch die Heirats- oder Scheidungsurkunde, falls vorhanden
  • polizeiliches Führungszeugnis, die Behörden informieren sich auch bei Interpol
  • Gesundheitszeugnis
  • Tetanusimpfung
  • festes Einkommen von mind. 500 US-Dollar pro Familie

Zollvorschriften

Wer nach Uruguay einreisen möchte, darf keine frischen Lebensmittel mitbringen. Diese werden am Zoll ausnahmslos konfisziert, das gilt sowohl für Fleisch und Wurstwaren als auch für Obst und Gemüse. Damit möchte sich das Land vor dem Einschleppen von Keimen schützen, insbesondere die Maul- und Klauenseuche ist sehr gefürchtet. Uruguayisches Fleisch ist bekannt für seine Qualität und dafür, dass es ohne Medikamente auskommt, auch ohne die Schutzimpfung gegen die Maul- und Klauenseuche.

Jobmöglichkeiten in Uruguay

Wer nach Uruguay einwandern möchte, braucht einen Nachweis, dass er mindestens 500 US-Dollar im Monat zur Verfügung hat. Das Wirtschaftswachstum ist zurzeit solide. Der wichtigste Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft. Daneben spielen auch erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. Wer eine Anstellung sucht, kann nicht nur in diesen Sektoren, sondern auch im Bankengewerbe, in Unternehmen der Agrarwirtschaft, Papierproduktion, im Baugewerbe und in der Luftfahrt mit guten Chancen auf eine Anstellung rechnen. Voraussetzung dafür sind Grundkenntnisse der spanischen Sprache. In der Tourismusbranche gibt es im Sommer insbesondere in Punta del Este gute Jobs. Besonders in Montevideo, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes, lohnt es sich, mit der Jobsuche zu beginnen.

Eine weitere Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu sichern, ist die Gründung eines eigenen Unternehmens. Dabei bieten sich die verschiedensten Branchen an. Für die Gründung ist weder ein Mindestkapital erforderlich, noch gibt es Einschränkungen für ausländische Unternehmer. Sie sind rechtlich den uruguayischen Unternehmern gleichgestellt.

Das uruguayische Gesundheitssystem und Versicherung

Jede Krankenversicherung hat ihre eigenen Krankenhäuser und Arztpraxen in allen größeren Orten. Für umfangreichere Untersuchungen oder Operationen müssen die Versicherten nach Montevideo reisen. Der medizinische Standard ist insgesamt auf sehr hohem Niveau, vergleichbar mit Europa und Nordamerika. Um stets auf dem neuesten Stand zu sein, nehmen die Ärzte regelmäßig an internationalen Kongressen teil. Der zu leistende Beitrag ist sehr gering. Das hängt auch damit zusammen, dass es weder gefährliche Krankheiten, wie Malaria oder Denguefieber, gibt, noch gefährliche oder giftige Tiere in der Natur vorkommen.

Wohnungs- und Haussuche in Uruguay

Uruguay ist nicht sehr groß. Vor der Auswanderung nach Uruguay und dem endgültigen Kauf eines Hauses empfiehlt es sich daher, erst einmal das Land ein wenig kennenzulernen und den richtigen Ort auszuwählen. Ein Haus zu kaufen oder zu mieten ist nicht schwierig. Es gibt unzählige Immobilienmakler aber auch die Möglichkeit, privat eine Immobilie zu erwerben oder zu mieten. Die Preise sind moderat, Häuser die zum Verkauf stehen, sind sehr leicht von außen zu erkennen. Unabhängig von der wirtschaftlichen Lage im Land stehen immer Häuser zum Verkauf. Wer etwas im ländlichen Raum sucht, wird auch hier ein großes Angebot finden.

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