Home >> Länderübersicht >> Auswandern nach Europa >> Auswandern nach Russland – Leben und Arbeiten in Russland
Leben und Arbeiten in Russland

Auswandern nach Russland – Leben und Arbeiten in Russland

In Russland ist der Aufschwung überall zu spüren, die wirtschaftlichen Fortschritte sind deutlich sichtbar. Viele westliche Unternehmen wollen in den russischen Markt, um dort Niederlassungen eröffnen. Das hat zur Folge, dass viele Menschen darüber nachdenken, nach Russland auszuwandern. Moskau und St. Petersburg sind dabei die beliebtesten Ziele, viele der Unternehmen siedeln sich an diesem wirtschaftlich interessanten Standort an.

Knapp 40.000 Deutsche leben derzeit in Russland. In Moskau gibt es ein Wohngebiet, in dem nur Deutsche wohnen. Daran lässt sich unschwer erkennen, dass Russland schon länger von Deutschen als Ziel für die Auswanderung wichtig ist.

Warum nach Russland auswandern?

Wer nach Russland auswandern möchte, muss dort mit erheblich höheren Kosten rechnen, als in Deutschland. Insbesondere die Wohnkosten sind für alle, die Wert auf westlichen Komfort legen, sehr teuer. Selbst kleine Wohnungen haben ihren Preis. Auch die Lebensmittelpreise liegen auf einem hohen Niveau. Auswandern nach Russland ist aufwendig, nicht nur finanziell. Daher sollte sich jeder gut überlegen, was ihn dort erwartet, was er dort zu finden hofft und ob es anderswo nicht einfacher wäre. Auslandsarbeiter oder alle, die die Liebe nach Russland gebracht hat, haben natürlich andere Beweggründe, nach Russland einzuwandern. Wichtig ist, sich vorher gut zu informieren und sich nicht überhastet in ein Abenteuer zu stürzen.

Über Russland

Die Russische Föderation ist das flächenmäßig größte Land der Welt mit einer Fläche von über 17 Millionen km2. Die Einwohnerzahl lag 2007 bei 145,6 Millionen Menschen, das sind 8,5 Menschen pro km2. In der Hauptstadt Moskva (Moskau) leben 12,3 Millionen Menschen. Die ethnische Vielfalt in Russland ist groß, es lassen sich ca. 200 ethnische Gruppen unterscheiden, darunter mehr als drei Viertel Russen. Weitere ethnische Gruppen sind unter anderem die Tataren, Ukrainer, Baschkiren, Tschuwaschen oder Tschetschenen. In Russland gibt es viele Sprachen durch die ethnische Vielfalt. Alle gemeinsam haben sie Russisch als Landessprache. Die offizielle Währung ist der Rubel: 1 Rubel sind 100 Kopeken. Die Verwaltung in Russland gliedert sich in 7 Föderationsbezirke, die insgesamt 83 Territorialeinheiten haben.

Die Russische Föderation ist seit der Verfassung von 1993 Präsidialrepublik mit einem föderativen Staatsaufbau. Staatsoberhaupt ist Wladimir Putin (Stand Juni 2017), der am 7. Mai 2012 sein Amt angetreten hat und für sechs Jahre gewählt ist. Sein Vertreter ist der Vorsitzende der Regierung der Russischen Föderation Dmitir Medwedjew. Das Parlament ist in zwei Kammern eingeteilt, der Staatsduma, die aus 450 Abgeordneten besteht, und dem Föderationsrat mit maximal 187 Senatoren.

Von den 145,6 Millionen Einwohnern sind mehr als die Hälfte orthodoxe Christen, ca. 15 Prozent Muslime, weniger als ein Prozent sind Katholiken. Weitere Religionen im Land sind Juden, Buddhisten und Protestanten. Bemerkenswert ist, dass ein hoher Prozentsatz sich selbst als konfessionslos bezeichnet. Es handelt sich um ca. 30 Prozent der Bevölkerung.

Die russische Bevölkerung

Fürst Otto von Bismarck hat über die russische Mentalität gesagt: „Die Russen spannen langsam an, fahren aber schnell.“ Die Russen sind begabt und auf viele ihrer Landsleute zu Recht stolz, beispielsweise Tolstoi, Tschechow, Dostojewski, Tschaikowsky, Kandinsky, Strawinsky oder Prokofjew, um nur einige zu nennen. Insgesamt ging der Literaturnobelpreis fünfmal nach Russland, und zwar an Bunin, Scholochow, Pasternak, Brodsky und Solshenizyn. Auch die Entdeckungen russischer Wissenschaftler in den Gebieten Kernphysik, Chemie und Luftfahrt waren teilweise bahnbrechend.

Die russische Bevölkerung lebt zu fast 75 Prozent in den Metropolen des Landes, wie beispielsweise Moskau, Sankt Petersburg, Nowosibirsk oder Jekaterinburg und nur etwa ein Viertel besiedelt den ländlichen Raum. Dadurch ist die Bevölkerungsdichte natürlich sehr ungleichmäßig verteilt. In den Ballungszentren kommen 50–70 Menschen auf den Quadratkilometer, in Moskau teilweise mehr als 200. In anderen Regionen, wie etwa in Ostsibirien leben 0,03 Menschen auf einem Quadratkilometer, das heißt ein Mensch auf 33 Quadratkilometer, das ist die sprichwörtliche sibirische Einsamkeit.

Im Durchschnitt haben die Menschen in der Russischen Föderation eine Lebenserwartung von 58,5 Jahren, wobei die Frauen durchschnittlich nahezu 15 Jahre länger leben als die Männer. Sie werden im Schnitt 72 Jahre alt. Beachtenswert dabei ist auch, dass der Anteil an Frauen deutlich höher liegt als der der Männer. Das Verhältnis Männer zu Frauen beträgt ca. 40 zu 60.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten sind in Russland sehr unterschiedlich. Moskau zählt zu einer der teuersten Städte überhaupt. Insgesamt ist das Leben in den größeren Städten etwas teurer als das Leben auf dem Land. Die Lebensmittelpreise liegen im Vergleich zu Deutschland auf dem Niveau eines gehobenen Supermarktes. Vor allem, wer auch nach der Auswanderung nach Russland nicht auf seinen gewohnten westlichen Komfort verzichten möchte, hat mit höheren Lebenshaltungskosten zu rechnen. Fahrkarten, Kraftstoff oder Zigaretten sind im Vergleich etwas günstiger.

Auch Wohnraum ist in den Ballungszentren teuer. Wer sich eine Wohnung mit westlichem Komfort in Moskau leisten möchte, muss mit einer monatlichen Miete von ca. 2.000 Euro rechnen. In anderen Städten gibt es gute Wohnungen für die Hälfte. Auch kleine Wohnung, die nur wenig oder gar keinen Komfort zu bieten haben, kosten immer noch mindestens 500 Euro. Zum Vergleich: Eine möblierte Zwei-Zimmer-Wohnung kostet in Moskau, inklusive Energie- und Wasserkosten um die 1.000 Euro. Eine unmöblierte Drei-Zimmer-Wohnung, ebenfalls inklusive Energie- und Wasserkosten, hat eine ortsübliche Miete von 1.400 Euro.

Sicherheit, Versicherungen und Gesundheit sind in Russland Privatsache, dabei ist alles günstiger als in Deutschland. Wer ein Auto hat, sollte bevorzugt auf bewachten Parkplätzen parken. Zu hoch ist die Kriminalitätsrate.

Sport und Freizeitmöglichkeiten in Russland

Russland ist bekannt für seine ambitionierten Sportler, die regelmäßig bei den olympischen Spielen oder anderen Wettbewerben auf Weltklasse-Niveau besonders gut abschneiden und Medaillen nach Hause bringen. Sport gehört in Russland zum Leben dazu wie der Wodka. Das geht natürlich nicht zuletzt auf die Sportförderung zu Zeiten der UdSSR zurück. Fußball und Eishockey zählen mit zu den beliebtesten Sportarten im Land. Außerdem sind Basketball, Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen oder Langlauf sehr beliebt. Im Fußball war die Auswahl Russlands bislang noch nicht sonderlich erfolgreich, dennoch finden sich überall Bolzplätze. Im Eishockey spielt die Nationalmannschaft auf Weltklasse-Niveau und hat schon dreimal die Weltmeisterschaft gewinnen können.

Eine weitere beliebte Freizeitbeschäftigung ist das Angeln. Selbst der Staatschef frönt diesem Hobby. Dadurch, dass die größten Angelgebiete an der Wolga oder der Pokrowka nahezu unbewohnt sind, gibt es einiges zu angeln, beispielsweise Zander, Hecht, Barsch, Wels und andere, in Europa eher selten anzutreffende Fische. Im Norden des Landes ist es möglich, feinsten Atlantik-Lachs zu fischen und im Süden gibt es am Pazifik reichlich Angelangebote.

Sehr beliebt ist auch das Schachspielen. Kein Land hat so viele Schach-Großmeister oder Schachweltmeister hervorgebracht wie Russland. Wer sich gerne im Schach ausprobieren möchte, findet dazu viele Gelegenheiten. In den Städten finden regelmäßig Schachturniere auf unterschiedlichstem Niveau statt, an denen jeder teilnehmen kann.

Die vielen Parks in den großen Städten und die etwas abseits gelegenen Waldwege oder unberührte Landschaften laden geradezu zum Joggen oder Radfahren ein.

Klima und Landschaft in Russland

Moscow

Russland ist so riesengroß, dass es flächenmäßig mit Südamerika vergleichbar ist. Es ist kaum vorstellbar, aber Russland bedeckt 11,4 Prozent der Landfläche der Erde. Russland liegt dabei auf zwei Kontinenten. Ein Teil ist europäisch und ein Teil ist asiatisch. Der europäische Teil bedeckt 42 Prozent der europäischen Landfläche, in diesem Teil leben drei Viertel der gesamten Bevölkerung. Der asiatische Teil beansprucht nur 19 Prozent der Fläche Asiens.

Russland hält in Punkto Natur und Landschaft eine ganze Reihe von Rekorden.

  • Der größte See der Erde ist das Kaspische Meer mit einer Fläche von 386.400 km2.
  • Der Baikalsee ist mit 31.500 km2 weltweit der größte Süßwassersee.
  • Die Flüsse sind ebenso rekordverdächtig. Die Lena in Sibirien ist mit 4.400 km einer der längsten Flüsse der Erde, die Wolga hat eine Länge von 3.354 km ist damit der längste Fluss in Europa.

Ein weiterer Rekord ist die Länge der russischen Staatsgrenzen. Sie ergeben insgesamt 58.600 km und sind damit die längsten Staatsgrenzen der Welt. Russland hat dabei eine mehr als doppelt so lange Seegrenze im Verhältnis zur Landgrenze.

Weite Ebenen kennzeichnen die Landschaften Russlands. Insbesondere im europäischen Teil und östlich des Urals. Der höchste Berg Russlands ist der Elbrus, der im Kaukasus emporragt und eine Höhe von 5.642 m erreicht. Im Altaigebirge ist der Belucha mit 4.506 m der höchste Berg.

Russland hat eine enorme Ausdehnung, was dazu führt, dass vom Norden des Landes bis in den Süden gleich vier Klimazonen zu finden sind. Es gibt die arktische und die subarktische Klimazone, die gemäßigte und die subtropische. Allerdings überwiegt das gemäßigte Klima, das sich durch einen gleichmäßigen Wechsel der Jahreszeiten auszeichnet. Dabei sind die Winter lang, kalt und schneereich, die Sommer ziemlich kurz, aber dennoch warm. In Sibirien und im Norden des Fernen Ostens zeigt sich kontinentales Klima, das sich dadurch auszeichnet, dass die Naturbedingungen insgesamt rauer sind und eine mächtige Schicht an Dauerfrostboden existiert. Im Osten Sibiriens befindet sich der Kältepol, an dem die tiefste Temperatur mit -71 °C gemessen wurde.

Die durchschnittlichen Temperaturen in Russland sind von Extremen geprägt. Im Januar sind die Temperaturen im Mittel im Minus-Bereich. Im Kaukasus liegt das Temperaturmittel bei -1°C und in Jakutien bei -50 °C. Im Juli sieht es ähnlich aus. Im Norden Sibiriens liegt die durchschnittliche Temperatur dann bei -1 °C, am Kaspischen Meer liegt der Monatsdurchschnitt im Juli bei 25 °C.

Die Geschichte Russlands

Die Geschichte Russlands geht zurück bis in die Zeit 3.000 Jahre vor Christus, als sich in West- und Zentralrussland slawische Volksgruppen herausgebildet haben. Zwischen 850 und 900 kommen kriegerische Händler – Wikinger und Waräger – über die Ostsee und dringen an den Flüssen entlang ins Land bis nach Byzanz, dem heutigen Istanbul, vor. Sie gründen unter anderem die Städte Nowgorod und Kiew und vermischen sich mit den zu der Zeit noch staatenlosen Slawen. Mit der Zeit entwickeln sich Städte und es entstehen Fürstentümer. Durch die Einführung des Christentums und die Öffnung des Landes für den byzantinischen Einfluss unter dem Russischen Großfürst Wladimir der Heilige beginnt eine machtvolle Ausweitung der Kultursphäre von Byzany. In der Mitte des 11. Jahrhunderts baut der Großfürst Jaroslaw der Weise prächtige Kirchen, wie sie in Byzanz stehen. Im Jahr 1147 wurde Moskau zum ersten Mal erwähnt. Neun Jahre später lässt Juri Dolgoruki eine Festung errichten, die teilweise den heutigen Kreml umfasst. Von 1220 bis 1250 vernichtet Dschingis Khan die russischen Fürstentümer. Sein Enkel Batu gründet „Khanat der Goldenen Horde“ – das Tatarenreich – an der unteren Wolga. Ab etwa 1330 entwickelt sich Moskau mehr und mehr zum Zentrum der neuen Staatsidee von Russland. Iwan III., der von 1462 bis 1505 regiert, nennt sich „Zar von ganz Russland“ und gründet den Einheitsstaat Russland. 1480 schließlich findet die Tatarenherrschaft ihr Ende. Im Jahr 1547 lässt sich Iwan IV. – Iwan der Schreckliche – zum Zar von Russland krönen. Seine grausame Gewaltherrschaft hält das ganze Land in Schach. Außerdem kann er noch weitere Gebiete, bis zu den Kosaken im Osten des Landes, unter seine Führung bringen. 1613 wird Michail Fjodorowitsch Romanow neuer Zar. Er regiert bis 1645 und verschenkt Grund und Boden an den Dienstadel. Dadurch wird fast die gesamte Landbevölkerung zu Leibeigenen. 1682 schließlich wird Peter der Große – Peter I. – im Alter von 17 Jahren zum Zar gekrönt. Unter seiner Herrschaft vergrößert sich das russische Reich noch weiter, die Gebiete der heutigen Länder Estland und Lettland gehörten ebenfalls zum Staatsgebiet. Von 1762 bis 1796 regiert eine Frau das Russische Zarenreich: Katharina II., auch Katharina die Große genannt. Durch ihre Heirat mit Peter III. wurde die aus niederem deutschem Adel stammende Katharina zu einer sehr mächtigen Frau, die die Vergrößerung des Reiches vorantreibt.

Im Jahr 1812 kommt es zum legendären Einmarsch Napoleons. Er marschierte ohne weitere Kriegserklärung mit seiner 600.000 Mann starken Armee einfach in das Land ein. Nach nur sechs Monaten sind noch 20.000 müde und erschöpfte Soldaten übrig. Am 19. Februar 1861 ist ein denkwürdiger Tag. Alexander II. schafft die Leibeigenschaft ab. 1867 unterzeichnen Russland und die Vereinigten Staaten einen Vertrag, wodurch die Aleuten und Alaska gegen eine Geldzahlung zu amerikanischem Staatsgebiet werden. Nach der demokratischen Revolution im Februar 1917 dankt Zar Nikolaus II. ab, eine provisorische Regierung unter Fürst Lwow entsteht. Im November 1917 übernehmen die Bolschewiki unter Lenin die Führung. Nach dem Tod Lenins am 21. Januar 1924 kommt Stalin an die Macht. Bei einer großen Säuberungsaktion von 1936 bis 1938 liquidiert er fast alle Rivalen. Am 22. Juni 1941 greifen deutsche Truppen die UdSSR ohne Kriegserklärung an, der „Große Vaterländische Krieg“ beginnt. Am 9. Mai 1945 siegt die UdSSR über den Hitler-Faschismus.

Nach dem Tod Stalins am 5. März 1953 setzt ein Demokratisierungsprozess ein, die Justiz wird liberaler. 1960 kommt es zum Bruch mit der Volksrepublik China, die Industrialisierung setzt ein und die Entwicklung Sibiriens wird intensiv vorangetrieben. Von 1971 bis 1982 regiert Leonid Breschnew das Land. Diese Zeit ist gekennzeichnet durch wirtschaftliche Stagnation. Im November 1982 wird KGB-Chef Juri Andropow Machthaber, er verstirbt jedoch bald danach. Mit KP-Chef Konstantin Tschernenko kommt ein Anhänger Breschnews an die Macht. Michail Gorbatschow schafft dann die endgültige Wende in der russischen Politik. Mit „Glasnost“ und „Perestroika“ baut er das sozialistische System um und reformiert es. Seine Wirtschaftspolitik ist umstritten, seine Verdienste sind enorm. Von 1991 bis 1999 regiert Boris Jelzin als erster demokratisch gewählter Präsident das Land. Er führt die Präsidialdemokratie und die Marktwirtschaft. Im Jahr 1991 kommt es – trotz anderslautendem Volksentscheid – zur Auflösung der Sowjetunion. Direkt danach entsteht die GUS – die Gemeinschaft unabhängiger Staaten -, zu der sich einer großer Teil der ehemaligen Sowjetrepubliken zusammenschließt. Nachfolger von Boris Jelzin ist Wladimir Putin. Er führte eine Steuerreform durch, die zur wirtschaftlichen Erholung des Landes führte. Danach wurde sein Stellvertreter Dmitri Medwedew zum Präsidenten gewählt. Er regierte von Mai 2008 bis Mai 2012. Danach übernahm Wladimir Putin erneut die Amtsgeschäfte.

Die russische Küche

Die russische Küche

Die russische Küche ist weltweit bekannt, schon seit geraumer Zeit. Althergebrachte Zutaten aus der russischen Küche, wie russischer Kaviar, saure Sahne, Buchweisen oder Lachs bis hin zu kompletten Gerichten der nationalen Küche, wie Sülze, Kohlsuppen, Buchweizenpfannkuchen oder Eierkuchen sind in der internationalen Restaurantküche zu finden. Die Vielfalt der russischen Küche ist groß und beschränkt sich nicht nur auf Kaviar und Wodka. In der russischen Küche spielen Backwaren schon immer eine wichtige Rolle, wie beispielsweise das Roggenbrot, das schon im 9. Jahrhundert in Russland sehr verbreitet war. Zu den bekannten russischen Spezialitäten gehören:

  • sibirische Pelmeni, das sind gefüllte Teigtaschen,
  • mittelasiatische Manty, bei uns als Maultaschen bekannt,
  • kaukasischer Schaschlik
  • das weltberühmte Beef „Stroganoff“
  • Borschtsch, der bekannte Rote-Bete-Eintopf

In Russland besteht ein traditionelles Mittagessen aus drei Gängen. Zuerst kommt eine Suppe, meist etwas sämiger, aus Fleisch, Gemüse und Grütze. Der zweite Gang ist ein Fleisch- oder Fischgericht mit Beilagen, wie Kartoffeln, Buchweizen, Reis oder Nudeln. Der dritte Gang schließt dann mit einem Kompott oder einem Getränk, wie Moosbeergetränk, Saft oder Kissel.

Das nachmittägliche Teetrinken ist eine weitere Besonderheit der russischen Kultur. Diese Tradition gibt es schon seit dem 16. Jahrhundert.

Die moderne russische Küche lässt viele Elemente der traditionellen russischen Küche wieder aufleben. Dazu gehören neben dem traditionellen Borschtsch auch Schaschlik aus Fisch oder Pfannkuchen mit Kaviar. Gerichte wie Skobljanka – in Rahm geschmorter Fisch mit Pilzen – oder Uschnoje – Rinderohren mit Trockenpflaumen in Sahnesause mit Pilzen erlangen international Bekanntheit. Überhaupt gibt es sehr viele Gerichte, die im Backofen zubereitet werden. In den Gebieten an der Küste stehen auch sehr häufig Meeresfrüchte auf dem Speiseplan.

Visum für Russland beantragen

Visum für Russland

Wer nach Russland einreisen möchte, braucht in jedem Fall ein Visum, das gilt sowohl für Touristen wie auch für Geschäftsreisende, Studenten oder Arbeitnehmer. Die einfachsten Wege, die Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, sind eine Hochzeit oder ein Arbeitsvertrag.

Ansonsten brauchen Reisende oder Auswanderungswillige zunächst eine Einladung für einen Privatbesuch für maximal 90 Tage. Dazu ist eine Kontaktperson in Russland notwendig, das kann ein Freund oder ein Unternehmen sein. Voraussetzung ist ein fester Wohn- oder Betriebssitz in Russland. Für die Einreise braucht die Migrationsbehörde in Russland lediglich die eingescannte Kopie des Reisepasses. Dort wird dann die Einladung ausgestellt, mit der Antragsteller dann zur russischen Botschaft gehen, um das entsprechende Visum zu beantragen.

Einwanderungswillige gelten nun als Touristen und haben drei Monate Zeit, ein Prozedere zu durchlaufen, an dessen Ende es die auf ein Jahr befristete Aufenthaltsgenehmigung gibt.

  • Schritt: Ein Sprachtest

Wer nach Russland einwandern möchte, muss sich zunächst einem Sprachtest und einem Test über Grundlagen der russischen Gesetzgebung stellen. Der Test ist relativ leicht. Das Zertifikat für den bestandenen Test stellt die Behörde in Moskau aus.

  • Schritt: Unterlagen bei der FSB (früher KGB) einreichen

Die FSB prüft die eingereichten Unterlagen. Das kann bis zu 50 Tage dauern.

Wenn alles glatt läuft und innerhalb der drei Monate abgeschlossen werden kann, gibt es die befristete Aufenthaltsbewilligung. Dabei handelt es sich um einen schlichten Stempel im Reisepass. Mit diesem Stempel ist die Einreise nach Russland ohne ein weiteres Visum möglich, falls es notwendig ist beispielsweise nach Deutschland zurückzukehren.

Sollte es aus irgendeinem Grund zu Verzögerungen kommen und die 90 Tage nicht ausreichen, die Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, dann ist Russland wieder zu verlassen. Alles muss wieder von vorne beantragt werden.

Wer drei Jahre in Russland gelebt hat, kann die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen, die für fünf Jahre gilt und einfach nur verlängert werden muss.

Wer bereits einen entsprechenden Arbeitsvertrag in der Tasche hat, braucht sich keine Gedanken um dieses Verfahren zu machen. Zumeist helfen die Unternehmen bei der Beantragung der Aufenthaltsbewilligung, sodass das Verfahren entsprechend schnell abgeschlossen werden kann. Außerdem sind Arbeitnehmer, die bereits einen unterschriebenen Arbeitsvertrag haben, von der Ausreisepflicht nach 90 Tagen ausgenommen.

Ausländer sind dazu verpflichtet, sich innerhalb von drei Tagen nach ihrer Ankunft bei der Meldebehörde des Zielortes anzumelden, wenn ihr Aufenthalt länger als sieben Tage dauert.

Welche Unterlagen müssen beim Generalkonsulat vorgelegt werden?

  • gültiger Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gilt und mindestens noch zwei leere Seiten hat. Der Platz ist notwendig, da das Visum in den Reisepass hineingeklebt bzw. -gestempelt wird. Die russischen Behörden akzeptieren auch Ersatzpässe.
  • ein Passfoto im Format 3 x 4 cm, ohne Sonnenbrille oder getönte Brillengläser und nicht im Profil.
  • der vollständig in Blockschrift ausgefüllte und persönlich unterschriebene Visumantrag.
  • das Originaleinladungsschreiben bzw. das entsprechende Telex des russischen Außenministeriums
  • ein Krankenversicherungsformular, ebenfalls in Blockschrift ausgefüllt und persönlich unterschrieben.

Visumkategorien für die Einreise nach Russland

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation gibt es seit Dezember 2003 ein Abkommen, das die Einreise erleichtern soll. Dabei sind verschiedene Visumkategorien festgelegt.

Arbeitsvisum

Ausländer, die wegen einer Erwerbstätigkeit nach Russland einreisen, brauchen ein russisches Arbeitsvisum. Es kann für die Dauer der Erwerbstätigkeit jedoch längstens für ein Jahr pro Folgevisum ausgestellt werden.

Geschäftsvisum

Mit einem Geschäftsvisum können nicht russische Personen zu Geschäftszwecken in die Russische Föderation einreisen. Es ist mit diesem Visum möglich, mehrmals innerhalb eines Jahres einzureisen. Dabei dürfen Geschäftsreisende die Aufenthaltsdauer von insgesamt 180 Tagen innerhalb dieses Zeitraumes nicht überschreiten.

Humanitärvisum

Das Visum ist für Ausländer gedacht, die zu humanitären Zwecken in die Russische Föderation einreisen möchten. Auch dieses Visum kann für mehrere Einreisen und eine Aufenthaltsdauer von insgesamt längstens 180 Tagen genutzt werden.

Privatvisum

Ein Privatvisum erhalten ausländische Staatsbürger aufgrund der Einladung durch einen russischen Staatsbürger oder eine Person, die eine rechtmäßige Aufenthaltserlaubnis in der Russischen Föderation hat. Damit ist eine Einreise für bis zu 90 Tagen möglich.

Studienvisum

Das Studienvisum können Studenten vor Ort beantragen direkt bei der zuständigen Innenbehörde. Das Visum berechtigt zur mehrfachen Einreise und gilt immer für maximal ein Jahr pro Folgevisum.

Touristenvisum

Touristen können bis zu 30 Tage im Land bleiben.

Transitvisum

Wer zwecks einer Reise das Staatsgebiet der Russischen Föderation durchqueren muss, braucht dazu ein Transitvisum. Es berechtigt zu einer Aufenthaltsdauer von maximal 3 Tagen und lässt sich einmal verlängern. Wer das russische Staatsgebiet während einer Flugreise überquert ohne Zwischenlandung, braucht kein solches Transitvisum.

Jobmöglichkeiten in Russland

Die Chancen auf dem russischen Arbeitsmarkt sind derzeit gut, insbesondere als Spezialist aus dem Maschinen- oder Fahrzeugbau oder in Bauwirtschaft, Baustoff- und Papierindustrie oder der Holzverarbeitung. In diesen Branchen gibt es aktuell das größte Wachstum. Ganz besonders in den Ballungszentren sind diese Spezialisten gesucht. Dort ist die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig, im Gegensatz zum ländlichen Raum, der noch immer stark von der Landwirtschaft geprägt ist. Mitteleuropäische Unternehmen, die in Russland tätig sind, stellen gerne Fachkräfte aus Deutschland ein. Der Fachkräftemangel ist sowohl in der Industrie wie auch im Handel sehr groß. Gerade im mittleren Management im Finanzbereich, in Marketing, Sales und Consulting bieten sich gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. In Deutschland ausgebildete SAP-Spezialisten und Ingenieure sind insbesondere bei den Herstellern großer Marken des täglichen Konsums gesucht.

Mit internationaler Berufserfahrung und guten Sprachkenntnissen haben Bewerber auf höhere Positionen gut Chancen. Englisch ist dabei ein absolutes Muss, Russisch-Kenntnisse sind von großem Vorteil.

Wer nach dem Studium über das Auswandern nach Russland nachdenkt, hat mit einem abgeschlossenen wirtschaftsorientierten Studium ebenfalls gute Chancen als Assistent oder auf ein Praktikum. Diverse Austauschprogramme geben Studenten gute Chancen auf erste Erfahrungen in Russland.

Das russische Gesundheitssystem und Versicherung

Wer nach Russland einreisen möchte, muss eine Reisekrankenversicherung oder eine Auslandskrankenversicherung nachweisen. In Russland gibt es ein gesetzliches Krankenversicherungssystem. Innerhalb dieses Systems können sich russische Staatsbürger behandeln lassen, ohne die Gesamtkosten der Behandlung tragen zu müssen. Da ausländische Staatsbürger nicht in dieses Sozialsystem einzahlen, können sie auch nicht davon profitieren. Jeder darf das russische Gesundheitssystem nutzen und den Arzt seiner Wahl aufsuchen. Demnach müssen Ausländer eine Garantieerklärung abgeben, dass sie in der Lage sind, die Arztkosten selbst zu begleichen.

Bereits bei der Visumbeantragung müssen Ausländer einen Nachweis erbringen, dass ein entsprechender Versicherungsvertrag vorliegt, mit einer Deckungssumme von 30.000 Euro.

Wohnungs- und Haussuche

Ein Haus oder eine Wohnung in Russland zu mieten, ähnelt einer Abenteuerreise. Es gibt kaum Wohnungsgenossenschaften und von Mieterschutz hat noch keiner etwas gehört. Mieter sind der Willkür und den Preisvorschriften durch die Hauseigentümer ausgesetzt. Firmenrepräsentanten, Diplomaten und akkreditierte Journalisten können über die UPDK Wohnraum mieten. Diese Organisation verwaltet Wohnraum und vermietet ihn nur an einen bestimmten Personenkreis. Die Unternehmen zahlen dann meist die Miete für die Mitarbeiter.

Alle anderen müssen sich auf dem freien Wohnungsmarkt schlau machen. Dazu gibt es reichlich Angebote im Internet. Wohnraum ist allerdings knapp, insbesondere in Moskau oder St. Petersburg, wo die meisten Auswanderer zu finden sind. Am Stadtrand gibt es verschiedene Mini-Wohnungen zu überteuerten Preisen. Viele Gastarbeiter leben in solch kleinen Wohnungen zu zehnt oder mehr und schlafen dort in Schichten, um sich die Wohnung leisten zu können. Auswanderer, die über ein entsprechendes Einkommen verfügen, wohnen oft in besseren Wohngegenden in Wohngemeinschaften. Damit wohnen sie komfortabel, sind nicht alleine und haben darüber hinaus auch eine gute Adresse vorzuweisen.

Die Herausforderungen, die eine Auswanderung nach Russland mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Schon viele hat die langatmige Suche nach Wohnraum zermürbt, doch wer er schafft, bleibt oft den Rest seines Lebens. Das Lebensgefühl in Russland ist einfach einzigartig, trotz oder gerade wegen der besonderen wirtschaftlichen und politischen Situation. Haben Sie vor, nach Russland auszuwandern? Dann wünschen wir Ihnen viel Glück und Erfolg bei Ihrem Neustart!