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Auswandern nach Paraguay

Auswandern nach Paraguay – Leben und Arbeiten in Südamerikas Mitte

Im Süden Amerikas, zwischen Bolivien, Argentinien und Brasilien gelegen, findet sich ein verstecktes Urlaubsparadies. Paraguay überzeugt mit warmem Wetter, atemberaubender grüner Landschaft und durch viel Ruhe, Gelassenheit und Naturverbundenheit seiner Bewohner. Unter den beliebtesten Auswanderungszielen belegt das Land Rang 19. Das hat zahlreiche gute Gründe. Es gibt moderne Supermärkte und Einkaufscenter, die viele europäische Produkte anbieten. Obwohl in Südamerika gelegen, gibt es hier keine Unruhen oder Naturkatastrophen wie Erdbeben. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre haben viele Deutsche die Vorzüge des Landes kennen und schätzen gelernt, rund 4.300 sind dorthin ausgewandert. Paraguayer sind extrem freundlich und hilfsbereit Einwanderern gegenüber. Haben Sie ebenfalls Interesse daran, nach Paraguay auszuwandern? Hier finden Sie alle wichtigen Informationen im Überblick.

Warum nach Paraguay Auswandern?

Paraguay hat seinen Bewohnern und Besuchern viel zu bieten. Es unterscheidet sich in einigen Dingen stark von Deutschland. Das muss allerdings kein Nachteil sein. So gibt es zum Beispiel deutlich weniger Stress und Depressionen. Das liegt zum einen am durchweg guten, sonnigen Wetter aber ebenso an der entspannten Lebensweise der Paraguayer. Sonnengereifte Früchte sorgen für eine ausgewogene gesunde Ernährung, ganz preiswert. Günstig sind auch viele andere Dinge, zum Beispiel Strom, der zumeist aus Wasserkraft gewonnen wird, aber ebenfalls Steuern, Heizkosten, Ärzte und Dienstleister oder Grundstücks- und Baukosten. Die politische Lage ist entspannt. Paraguay hat wirtschaftlich und in Hinblick auf militärische Übergriffe wenig zu fürchten. Erdbeben, Wirbelstürme oder andere Naturkatastrophen gibt es hier nicht. Es spricht insgesamt vieles für einen Neuanfang in Paraguay. Obwohl es von Deutschland aus so weit entfernt liegt, gibt es doch ein Gefühl von Heimat. Paraguayer sind Deutschen gegenüber freundlich. In einigen Städten und Dörfern haben sich über die Jahre so viele Einwanderer angesammelt, dass dort sogar viel Deutsch gesprochen wird. Da etwa 5 % aller Einwohner deutscher Herkunft sind, finden sich im Zweifelsfall sogar deutsche Ärzte, Schulen und andere Dienstleister. Das Netzwerk ist groß und man hilft sich viel gegenseitig. Sich nicht ganz alleine in einem fremden Land zu fühlen, ist für viele eine wichtige Unterstützung beim Auswandern.

Das Klima in Paraguay

Der Fluss Paraguay, nach dem das Land benannt wurde, teilt den südamerikanischen Staat in zwei Regionen. Der Westen liegt mit seiner Höhe von rund 100 bis 400 Metern in tropischer Klimazone. Hier gibt es verhältnismäßig wenig Regen. Zwischen Mai und Oktober gibt es eine Trockenzeit, in der nahezu überhaupt kein Wasser fällt. Während der Regenzeit gibt es einige Regionen, die sich in Sumpfgebiete verwandeln und in denen reisen sich dann schwierig gestaltet. Die Temperaturen sind meist gleichbleibend angenehm. Im Sommer, zwischen November und Februar kann es sich allerdings mitunter auf bis zu 40 Grad erhitzen. Im Osten Paraguays hingegen überwiegt feuchtes, subtropisches Klima. Diese Region erhält demnach deutlich mehr Regen. Bei Temperaturen zwischen 24 und 29 Grad ist es im Sommer trotzdem angenehm draußen zu sein. Zwischen Mai und August hingegen, im Winter Paraguays, fallen die Temperaturen aufgrund kalter Winde aus der Arktis in den Nächten bis unter den Gefrierpunkt. In dieser Zeit ist warme Kleidung ein Muss. Im Verlaufe des Tages können dennoch bis zu 25 Grad auftreten. Das ganze Jahr über lässt sich regelmäßig die Sonne blicken. Auswanderer können sich also von ihrer Winterdepression in Paraguay verabschieden.

Paraguays Landschaft

So charakterisierend der Rio Paraguay für das Klima des Landes ist, so wichtig ist er auch im Landschaftsbild. Er fließt von Norden nach Süden durch das gesamte Paraguay. Sein Name bedeutet „Wasser, das zum Wasser fließt“. Er wird sowohl als Heilbringer geehrt als auch als Zerstörer gefürchtet. Überflutungen zerstören zwar mitunter die umliegende Landschaft, hinterlassen jedoch fruchtbaren Schlamm, in dem Neues gedeihen kann. Im weit stärker besiedelten Osten des Landes leben mehr als 97 % der Bevölkerung. Auf dieser Seite erstrecken sich bis zu 700 Meter hohe Berge sowie Regenwälder und Sumpfgebiete. Mit 842 Metern ist der Cerro Peró der höchste Berg Paraguays. Da er vom Militär genutzt wird, bleibt er Besuchern leider verwehrt. Ähnlich hohe Erhebungen in der Nähe können aber als Aussichtspunkte genutzt werden. Der Westen des Landes ist bekannt für seine einsamen grünen Landschaften, urwaldartige Wälder und Halbwüsten. Paraguay ist von immergrüner Vegetation nahezu überwuchert und weist vielerorts Wasser auf, seien es Flüsse, Becken oder Sumpfgebiete. Vier Naturparks und zahlreiche weitere Naturschutzgebiete beschützen die artenreiche Tierwelt. In der Natur gibt es in Paraguay für Auswanderer aus Deutschland viel Neues zu entdecken.

Die Geschichte Paraguays

Die indigenen Stämme der Guaraní, was übersetzt so viel heißt wie Krieger, besiedeln Paraguay schon lange. Sie wanderten auf der Suche nach sicherem und fruchtbarem Land immer weiter in den Westen. In einigen Regionen stießen sie auf die Inkas, etwa 1513 bis 1518. Die ersten Siedlungen von Europäern entstanden etwas später, als 1537 der Spanier Juan de Salazar y Espinoza die Stadt Asunción gründete. Einige andere waren zwar bereits vor ihm durch das Land gereist, die spanische Besiedlung erfolgte allerdings erst richtig mit der Gründung der Stadt. Asuncíon ist die heutige Hauptstadt. Für Spanien war Paraguay damals besonders aufgrund seiner Rohstoffe wichtig.

1811 wurde Paraguay schließlich unabhängig von spanischen Einflüssen und gründete eine Regierung aus einem Rat von fünf Männern. Einer von ihnen setzte sich später als Präsident und Diktator durch. José Gaspar Rodríguez de Francia grenzte das Land in seiner Regierungszeit von den Nachbarstaaten ab, sodass dortige Revolutionen nicht übergreifen konnten. Unter ihm wurde Paraguay zu einem der am weitesten entwickelten Länder des Kontinents, wenn auch auf denkbar kritikwürdige Weise. Nach dem Tod Francias stabilisierten sich die Verhältnisse erst wieder mit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im Ersten Weltkrieg blieb Paraguay neutral. Relevanter für die Bevölkerung derzeit war die Auseinandersetzung mit Bolivien um das Gebiet Gran Chaco. Als dort Ölvorkommen entdeckt wurden, erreichte der Konflikt 1928 seinen Höhepunkt. Erst zehn Jahre später konnte Paraguay mit einem Friedensvertrag als Sieger aus der Auseinandersetzung hervorgehen und den größten Teil des Gebietes für sich in Anspruch nehmen. Dadurch wurde Paraguay mit einem Schlag etwa doppelt so groß.

Politisches Chaos, Aufstände und Revolutionen prägten die darauf folgenden Jahre. General Alfredo Stroessner, einem Deutschen, gelang es 1954 durch einen Militärputsch an die Macht zu gelangen. 35 Jahre lang war er Diktator von Paraguay. Unterstütz wurde er von den USA. In dieser Zeit wurde die Einwanderung nach Paraguay stark gefördert. Dank eines Abkommens mit Japan siedelten besonders viele Japaner in Paraguay und bauten Obst und Gemüse an. Ab 1968 kamen viele Deutsche hinzu. Ironischerweise bedurfte es eines weiteren Militärputsches, um den Diktator Stroessner zu stürzen. Dieser Putsch leitete schließlich den Weg in die Demokratie. 1992 wurde im südamerikanischen Staat eine demokratische Verfassung ausgerufen und die Zensur der Medien aufgehoben. Heutzutage geht es in Paraguay etwas ruhiger zu. Bezüglich der politischen Verhältnisse besteht derzeit kein Grund zur Sorge.

Die Bevölkerung Paraguays

In Paraguay wohnen rund 6,6 Millionen Menschen. Ein Großteil von ihnen ist im Osten des Landes ansässig in der Nähe der Hauptstadt. In Asuncíon selbst leben etwa 600.000 Personen. Umfragen zufolge sind die Paraguayer die glücklichsten Menschen der Welt. Wer würde da nicht gerne dazugehören?

Etwa 90 % der Paraguayer entstammen aus Ehen zwischen Spaniern und Indianerinnen, wie sie zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert häufig vorkamen. Die Guaraní sind auch heute noch die einflussreichste Minderheit im Land, neben einigen Gruppen aus Europa. So sprechen etwa 80 % der Bewohner Paraguays Guaraní, das seit 1992 offiziell als eine Landessprache anerkannt wird. Daneben gilt Spanisch als zweite Sprache Paraguays. Mehr als 20 verschiedene Sprachen werden in Südamerikas Mitte gesprochen, unter ihnen nicht nur Guaraní und Spanisch sondern auch Portugiesisch, aufgrund des großen Einfluss Brasiliens.

Auf den Straßen der größeren Städte können Einwanderer ebenso oft Deutsch vernehmen. Die Zahl der Einwanderer aus Deutschland beträgt immerhin 5 bis 7 % aller Einwohner Paraguays. Besonders während der deutschstämmige Diktator an der Macht war, reisten viele Deutsche ein. Unter ihnen waren auch einige Deutschbrasilianer aus dem Nachbarland. Englisch wird zwar in Paraguay auch gesprochen, allerdings zumeist nur von der jüngeren Generation des Landes. Wer nach Paraguay auswandert, dem empfiehlt es sich dringend, Spanisch zu lernen. Besonders zum Arbeiten werden Spanischkenntnisse meist vorausgesetzt.

Visum beantragen für Paraguay

Als Deutscher nach Paraguay auszuwandern gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Die Einwanderungsbedingungen sind leicht zu erfüllen. So benötigen Interessierte zum Beispiel nur geringes Startkapital. Das ist bis zu einem gewissen Vermögen nicht zu versteuern, wenn man nach Paraguay kommt. Beginnen werden viele Auswanderer ihr Abenteuer zunächst als Tourist. Als solcher gibt es die Möglichkeit, bis zu drei Monate im Land zu bleiben, ohne ein Visum zu benötigen. Diese Aufenthaltsgenehmigung kann anschließend auf bis zu ein Jahr verlängert werden. Das geschieht unabhängig von einer Daueraufenthaltsgenehmigung. Auswanderer haben sozusagen 12 Monate lang Zeit, um Paraguay für sich zu erleben und zu testen, ob ihr Wunsch dort leben und arbeiten zu wollen Bestand hat. Ist das nach dieser Zeit immer noch der Fall, kann ein paraguyanischer Personalausweis beantragt werden. Das geht in Asuncíon. Folgende Unterlagen müssen für jeden Einreisenden mitgebracht werden, sprich beispielsweise für jedes Familienmitglied separat:

  • Ein beglaubigtes, polizeiliches Führungszeugnis in der Originalversion, das nicht älter als drei Monate ist (für jeden Einwanderer, der älter ist als 14 Jahre).
  • Die originale oder beglaubigte Geburtsurkunde. Die Beglaubigung darf nicht älter sein als ein Jahr.
  • Schulzeugnisse, Studienabschlüsse oder beglaubigte Zertifikate, die über das Bildungsniveau Aufschluss geben.
  • Der Reisepass im Original sowie als beglaubigte Kopie.
  • Verheiratete müssen ihre Eheschließung nachweisen kö Der Nachweis darf nicht älter sein als fünf Jahre.
  • Minderjährige Kinder benötigen die Einverständniserklärung ihrer beider Elternteile, falls sie mit nur einem von ihnen unterwegs sind.

Darüber hinaus muss ein Kapital von 5.000 US Dollar nachgewiesen werden. Das Geld wird als Zeichen der finanziellen Unabhängigkeit angesehen, kann aber direkt nach dem Nachweis wieder vom Konto abgehoben werden. Als Alternative kann ebenfalls ein Unternehmen gegründet werden, in welches dann wiederum 5.000 US Dollar investiert werden müssen. Ein Gewerbe zu gründen ist in Paraguay unkompliziert. Wer sich nicht selbstständig machen möchte, sondern vor seiner Einwanderung bereits eine Arbeitsstelle organisiert hat, der kann anstelle des Kapitalnachweises darüber eine Bestätigung einreichen. Dabei muss das Gehalt angegeben werden sowie eine beglaubigte Unterschrift des Arbeitgebers vorliegen.

Wer sichergehen will, dass bei seiner Einwanderung alles richtig läuft, der kann sich an einen Einwanderungshelfer wenden. Professionelle Beratungsstellen unterstützen bei den Amtsgängen und kennen sich im zeitaufwendigen Bürokratiedschungel aus. Es gibt allerdings mehr oder weniger professionelle Anlaufstellen, daher ist bei der Wahl der Hilfe etwas Vorsicht geboten.

Arbeiten in Paraguay

Um einwandern zu können, ist lediglich ein geringes Grundkapital vorzuweisen. Selbst wer mit mehr als den geforderten 5.000 US Dollar nach Paraguay kommt und sein Geld gut anlegt, sollte für laufendes Einkommen sorgen. Zwar ist das Leben im Vergleich zu europäischen Standards deutlich günstiger, zum sorgenfreien Verbleib im Land ist aber dennoch etwas Geld notwendig. Insbesondere da das Sozialsystem des Landes keinesfalls mit dem deutschen zu vergleichen wäre, ist es wichtig, sich um die Finanzierung seines langfristigen Aufenthaltes ausreichend Gedanken zu machen. Um sich selbstständig zu machen, bestehen kaum bürokratische Hürden. Der minimale Aufwand wird sich in jedem Fall lohnen. Ein Gewerbe auszuführen ist in Paraguay nicht schwer und die Steuern sind erfreulich gering. Das Einwandern steht also auch mit Blick auf die berufliche Seite unter einem guten Stern.

Berücksichtigt werden sollte allerdings sowohl die Mentalität der Paraguayer als auch das warme Klima. Beides beeinflussen den Erfolg des Unternehmens und die Arbeitsbedingungen stark. Handwerker zum Beispiel werden bei Temperaturen von rund 40 Grad im Sommer ordentlich ins Schwitzen kommen. Umgehen können diese Probleme Digitalnomaden, deren Arbeit ausschließlich online erfolgt. Es ist mittlerweile möglich, gutes Geld im Internet zu verdienen. Auch hier ist es jedoch wichtig, sich grundlegende Kenntnisse vor der Ausreise anzueignen und den Verdienst realistisch zu berechnen. Es gibt einige Herausforderungen, die Sie bedenken sollten, falls Sie es in Betracht ziehen eine Anstellung zu suchen. So ist als Arbeitnehmer der Lohn in Paraguay in der Regel gering und eine Anstellung ohne spanische Sprachkenntnisse ohnehin kaum zu realisieren. Lediglich wer über gefragte Fachkenntnisse und Spezialwissen verfügt, hat wiederum gute Chancen.

Leben in Paraguay

Viele Deutsche Auswanderer kommen nach Paraguay, um dort im milden Klima ihren Ruhestand zu genießen. Da man als Arbeitnehmer in Paraguay nicht allzu viel verdient, ist der Gedanke erst nach der Karriere in Deutschland nach Südamerika auszuwandern, wohl verständlich. Im Heimatland ist die Rente womöglich gerade ausreichend zum Leben, in Paraguay wiederum werten die günstigen Lebenshaltungskosten die finanzielle Situation auf. Mit nur umgerechnet etwa 600 Euro im Monat kann eine kleine Familie in Paraguay gut leben. Hat sie etwa 1.000 Euro zur Verfügung stehen, so geht es ihr im Vergleich zu vielen anderen im Land ausgesprochen gut. Natürlich hängt das auch davon ab, wohin Sie gehen wollen. In den Städten, besonders in der Hauptstadt Asuncíon, sind die Kosten höher als auf dem Land. Im internationalen Vergleich ist Asuncíon allerdings die preiswerteste Hauptstadt der Welt. Es kommt also wohl immer darauf an, aus welcher Perspektive Einwanderer ihre neue Situation betrachten. Ein Leben in den Vororten der Hauptstadt ist für viele besonders reizvoll. Es vereint die Vorzüge einer guten Infrastruktur und guter medizinischer Betreuung mit einem etwas ländlicheren aber nicht zu abgeschiedenen Lebensstil. Die Preise für Wohnungen sind in diesen Gegenden günstig.

Wohnen in Paraguay

Auswanderer mit etwas Startkapital haben genügend Möglichkeiten, sich in Paraguay ein Haus zu kaufen. Es ist empfehlenswert, das jedoch erst nach der Ankunft zu tun. Für die ersten Wochen und Monate lässt sich lieber etwas mieten, anstatt Geld in ein Haus und Grundstück zu stecken, das den Vorstellungen in der Realität dann doch nicht entspricht. Vor Ort erhält man von allen Seiten Angebote der unterschiedlichsten Kategorien. Beim Hauskauf müssen etwas andere Maßstäbe angelegt werden, als in Deutschland. So ist zum Beispiel das Klima mit seinen Regenzeiten zu beachten. Wird das Grundstück nach langem Regen völlig unter Wasser stehen? Ebenfalls zu bedenken ist die Anbindung an die Infrastruktur. Insbesondere außerhalb der Städte gibt es nicht immer asphaltierte Straßen. Auch die Sicherheitslage der Gegend kann vor Ort ausgekundschaftet werden. Erster Kontakt zu potenziellen Nachbarn gibt einen guten Einblick in das Leben des Viertels. Oft bietet ein kurzes Gespräch mit Anwohnern viel Aufschluss darüber, ob das Traumhaus wirklich so perfekt ist, wie es den Anschein hat.

Auf einem freien Grundstück lässt sich zudem relativ preisgünstig das eigene Haus bauen. Mit nur wenig Kapital ist das möglich. Bei der Auswahl seiner Bauarbeiter sollte man allerdings ebenso vorsichtig sein, wie bei dem Erwerb des Grundstücks selbst. Nur wenn eine offizielle Bescheinigung vorliegt, sollte Geld für Land gezahlt werden. Gehen Sie daher mit Geduld und Vorsicht an die Wohnungsplanung heran. Lassen Sie sich zum Beispiel die Grundstückssteine zeigen, um zu prüfen, ob das Land wirklich so groß ist wie angegeben und keine fremden Wege den Bereich kreuzen. Solche Vorsichtsmaßnahmen sind zwar zeitintensiv, sparen am Ende aber durchaus Geld und vor allem viel Ärger. Pro Quadratmeter Wohnfläche kostet der Bau eines Hauses etwa 50 bis 100 Euro in der niedrigen Preisklasse. Bereits ab 15.000 Euro ist der Bau eines kompletten kleinen Hauses möglich. Generell haben die Häuser in Paraguay keinen Keller und werden ohne Heizung geplant. Für kühlere Wintertage ist allerdings ein Ofen empfehlenswert.

Land in Paraguay ist günstig, da es so viel davon gibt. Die dünne Besiedlung ermöglicht es Auswanderern sogar einen eigenen Hof zu erwerben, auf dem sich ein paar Tiere wie Hühner oder Schweine halten lassen. Im Garten lässt sich das eigene Gemüse anbauen. Viele Paraguayer leben ähnlich. In der Stadt ist der Platz natürlich etwas begrenzter. Die Lebensstile sind völlig unterschiedlich. Auch aus diesem Grund ist es ratsam, sich zunächst vor Ort eine Zeit lang in der Stadt und auf dem Land aufzuhalten, um herausfinden zu können, welche Lebensart die geeignetere ist. Wie ländlich und naturverbunden möchten Sie leben? Oder legen Sie mehr Wert auf kurze Wege und ein breites kulturelles Angebot, wie es die Stadt zu bieten hat? Auf der anderen Seite sind Städte allerdings auch teurer, lauter und werden im Sommer mitunter unerträglich heiß und stickig. Zudem ist es in den Zentren weitaus unsicherer als in Randgebieten oder auf dem Land. Eine gute Kombination aus allen Vorteilen bieten die Randgebiete von Städten oder kleinere Dörfer mit einer guten Anbindung an eine Stadt.

Das Gesundheitswesen in Paraguay

Die Wahl des Wohnortes entscheidet maßgeblich über die Anbindung an Paraguays Gesundheitssystem. Je weiter weg von einer Stadt Sie leben, umso mangelhafter ist die medizinische Versorgung. Sollten Sie also auf das Land ziehen wollen, so informieren Sie sich vorher unbedingt über die Verfügbarkeit von Ärzten und Krankenhäusern. Auch Versicherungen werden meist speziell vom nächstgelegenen Krankhaus angeboten. So kann sichergestellt werden, dass im Notfall die zuständigen Ärzte und Helfer zügig einschreiten können, ohne mit Ihnen zunächst über die Finanzierung reden zu müssen. Wie die meisten andere Dinge in Paraguay sind weder Versicherungen noch Behandlungen sehr teuer. Viele kleinere Eingriffe können daher ohne Probleme aus eigener Tasche finanziert werden.

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Die beliebtesten Städte Paraguays

Über die Vor- und Nachteile von Städten haben wir bereits viel berichtet. Aber welche ist nun die beste Stadt um in Paraguay zu leben? Haben Sie sich schon entschieden?

Asuncíon

Die wichtigste und größte Stadt des Landes ist seine Hauptstadt. Hier liegen die Zentren für Handel, Industrie und Verwaltung. An der Bucht des Río Paraguay gelegen, bietet Asuncíon alle Vorzüge einer modernen Großstadt. In der Altstadt finden Bewohner wie auch Touristen in kleinen Geschäften und Läden zusammen. Südamerikanisches Flair durchzieht die Stadt, es wimmelt von Straßenhändlern, die frische Früchte anbieten oder das Putzen Ihrer Schuhe. Parks und Gärten laden zum Verweilen im Grünen ein. Exotische Pflanzen blühen hier farbenfroh um die Wette. Besonders schön ist der Botanische Garten der Stadt. Ein kleiner Zoo ist dem Gelände angeschlossen.

Ciudad del Este

Die sogenannte Stadt des Ostens ist die zweitgrößte in Paraguay. Nahe Brasilien und Argentinien gelegen, leben dort etwa 240.000 Einwohner. Zudem wächst die Zahl stetig an. Hier gibt es viele Einkaufs- und Handelszentren. Ciudad del Este ist allerdings ebenfalls bekannt als Schmugglerzentrum.

Villarrica

In der etwas kleineren Stadt Villarrica gibt es ausgesprochen viel Leben. Das liegt zum Beispiel an der hier ansässigen Universität. Etwa 60.000 Menschen leben hier in der Mitte Paraguays. Gemeinsam mit ihnen feiern jedes Jahr tausende Besucher den Karnevalszug der Stadt.

Caacupé

In Cordillera gelegen findet sich eine weitere Stadt, die zwar klein aber dennoch reizvoll ist. So liegt rund 50 Kilometer von Asuncíon entfernt das beschaubare Caacupé. Einmal im Jahr, am 8. Dezember ist dort allerdings unglaublich viel los, wenn sich mehr als zwei Millionen Menschen dort einfinden, um das Fest der Jungfrau zu feiern. Selbst wenn Sie nicht hierher ziehen, einen Besuch an diesem Tag ist Caacupé definitiv wert.

Eusebio Ayala

Ähnlich weit entfernt von der Hauptstadt wie Caacupé liegt Eusebio Ayala. Durch ihre tragische Geschichte ist sie in ganz Paraguay bekannt. Im Tripel-Allianz-Krieg zwischen 1865 und 1870 wurden rund 3.500 paraguyanische Kinder von Soldaten getötet. Noch heute erinnern jährliche Schulmärsche an das Geschehen. Rund 22.000 Einwohner leben hier derzeit. Es gibt zahlreiche gute Schulen und sogar eine Universität.

Sind Sie startklar für Ihr Abenteuer in Paraguay? Egal, in welche Stadt es Sie zieht – beim Auswandern wünschen wir Ihnen viel Glück und Erfolg!

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