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Auswandern nach Irland

Nach Irland auswandern – beschaulich Leben auf der grünen Insel

Beim Gedanken an Irland entstehen vor dem geistigen Auge facettenreiche Bilder von sanften grünen Hügeln, steilen Felsküsten, urigen Häuschen und windschiefen Kapellen. Wer von Irland träumt, hört buchstäblich die lustige und lebensfrohe Musik sowie den mitreißenden Gesang von gutgelaunten Menschen in einem heimeligen Pub. Das Leben in Irland wirkt tatsächlich größtenteils, als wäre die Zeit für eine Weile stehen geblieben. Daher überrascht es nicht, dass sich jedes Jahr etliche deutsche und Bürger anderer Staaten den Wunsch nach einem langfristigen Leben in Irland erfüllen.

Dabei ist Irland gerade für Einwanderer aus EU-Ländern nur den berühmten Katzensprung entfernt. Anders als eine Auswanderung nach Übersee, sind die zurückzulegende Strecke und die damit verbundenen Herausforderungen vergleichsweise kurz und unproblematisch. Der Inselstaat Irland liegt im Westen Europas. Da viele Menschen – nicht nur jene innerhalb der Europäischen Union – die Weltsprache Englisch bereits im Schulunterricht erlernen, stellt die Kommunikation in Irland häufig auch keine unüberwindbare Schwierigkeit dar. Lediglich an den besonderen Klang des irischen Dialektes müssen sich die Ohren der Einwanderer eine Zeitlang gewöhnen.

Wer sich für eine Auswanderung in ein englischsprachiges Land entscheidet, trifft mit Irland eine erfolgversprechende Wahl. Für eine sehr lange Zeitspanne waren die Insel und ihre Bewohner enorm verarmt. Inzwischen hat sich das Land zu einer topmodernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft herausgeputzt, in der es sich zu leben und zu arbeiten lohnt. Im Jahr 2016 war Irland sogar das drittreichste Land von Europa.

Warum es sich lohnt, nach Irland auszuwandern

Die Vorstellung vieler Auswanderer, die Irland als ihr ausgewähltes Zielland definieren, basiert zumeist auf einem ganz spezifischen Bild von der Insel. Viele Einwanderer haben zuvor zumindest einen oder mehrere Urlaube auf der grünen Insel verbracht. Wer vorher dem grünen Eiland überhaupt noch keinen Besuch abgestattet hat, ist dennoch inspiriert von den wahren und sagenumwobenen Geschichten der Menschen in Irland. Glasklare Flüsse, schroffe Berger und verwunschene Dörfer prägen neben dem satten Grün der Wiesen die Idee von Irland. Diese Idee ist bis heute wahrhaft auffindbar. Das herrliche Meer und die raue Küste, pittoreske Quellen und malerische Seen begeistern Einwanderer aus aller Herren Länder. Kleine Ortschaften versprühen einen spröden Charme und in den gemütlichen Pubs erzählen sich die Einheimischen den Klatsch und Tratsch des vorüberziehenden Tages. Die Einwohner Irlands sind lebensfroh und heiter. Dennoch besitzen sie auch eine melancholische, wehmütige Ader, die Ausländer rasch in ihren Bann zieht. Mancherorts finden sich Lebenskünstler, die es in die Einsamkeit des irischen Hinterlands gezogen hat und die dort ihren ganz eigenen Lebenstraum realisieren. Irland ist offen für verschrobene Charaktere aus aller Herren Länder. Als aufgeschlossene Volksgruppe begegnen die Iren neuen Zuwanderern freundlich, so dass jeder rasch neue Bekanntschaften schließen kann.

Irland mutet generell sehr europäisch an. Die kulturelle Eingewöhnung an die fremde Umgebung und Mentalität fällt deutschen und EU-Bürgern insgesamt nicht außerordentlich schwer. Im Norden der Insel verläuft die Grenze zwischen Irland und Nordirland. Nordirland gehört noch immer zum Vereinigten Königreich Großbritanniens. Im Osten der Insel liegt die Irische See. Den Süden und Westen von Irland umgibt der einzigartige Atlantik. Der größte Teil der irischen Einwohner gehört dem römisch-katholischen Glauben an.

Die bildschöne, romantische bis unwirtliche natürliche Landschaft von Irland wird maßgeblich durch Wasser geprägt. In einsamen Buchten hören Einwanderer nichts als das Gekreische von Seevögeln und das Rauschen des Wellengangs. Die in Irland vorherrschende Langsamkeit des Seins ist für zahlreiche Auswanderer einer der Hauptgründe, die Insel nicht mehr verlassen zu wollen. Der Stress und die Hektik anderer Metropolen sind in Irland so gut wie nicht spürbar.

Ein Überblick über Irland

Der offizielle Eigenname von Irland heißt auf Irisch „Éire“. Der Begriff Irland leitet sich vom englischen Wort „Ireland“ ab. Die Sprachen Irisch und Englisch sind auf der Insel beide vertreten. Dabei gilt Englisch als alltäglich gebräuchliche Amts- und Handelssprache. Die irische Sprache, auch gälisch genannt, wird nur noch von einer auf dem Land lebenden Minderheit fließend gesprochen. Um eine Unterscheidung zwischen dem britischen Nordirland und dem Rest von Irland herauszustellen, bezeichnen viele Menschen und Dokumente Irland ebenfalls als „Republik Irland“.

Irland umspannt von der Grundfläche her einen Raum von etwa 70.273 Quadratkilometern. Auf der Insel leben circa 4.757.980 Einwohner. Umgerechnet ergibt das eine Bevölkerungsdichte von nur 68 Einwohnern je Quadratkilometer. In Irland müssen Einwanderer demnach nicht unbedingt befürchten, zu wenig Platz vorzufinden.

Im Inneren der Insel bestimmen ebene Flächen das Landschaftsgebiet, die von Hügeln umrahmt sind. Mit einer Länge von rund 370 Kilometern gilt der Shannon als längster Fluss Irlands. Die Ebenen im Landesinneren weisen eine große Anzahl an Seen auf. Der Lough Corrib ist Irlands größter See. Vom ganzen Inselbereich her betrachtet ist er jedoch nur das zweitgrößte Gewässer. In Nordirland liegt der Lough Neagh, der von noch beträchtlicherem Ausmaß ist. Die höchste Erhebung in Irland ist der Berg Carrauntoohill, auch Carntuohil oder Carrantuohill. Er erstreckt sich 1.041 Meter in die Höhe.

Die größte Stadt und zugleich die Hauptstadt der Republik Irland ist Dublin. Diese englische Bezeichnung leitet sich vom irischen Wort „duibhlinn“ ab, das so viel wie „schwarzer Teich“ bedeutet. Der ursprüngliche irische Name für Dublin ist „Baile Átha Cliath“, das im Deutschen „Stadt an der Hürdenfurt“ meint.

Klimatische Besonderheiten in Irland

Klimatische Besonderheiten in Irland

Der Einfluss des nordatlantischen Stromes auf das Wetter in Irland ist unverwechselbar. Einwanderer freuen sich über das gemäßigte Klima mit milden Temperaturen. Selbst in Winternächten bleibt es teils bis zu zwei Grad „warm“. Als Konsequenz fällt auf Irland kaum Schnee. Der seltene Schneefall kommt vorwiegend in den höher gelegenen Regionen vor. Auch im Sommer schwanken die Temperaturen nicht extrem. Eine Höchsttemperatur über Tag von über 30 °C ist beinahe so rar wie ein Schneesturm. Im Juli ist es in Irland im Westen am wärmsten. Die durchschnittlichen Gradzahlen bewegen sich dabei um die 19 °C. Der Jahresmittelwert liegt im westlichen Teil der Insel bei rund 13,5 °C. Im Osten von Irland ist es mit durchschnittlichen 12,8 °C insgesamt ein wenig frischer.

Spektakulär sind die raschen Wetterumschwünge. Von einer Minute auf die nächste fällt ein heftiger Regenschauer und wechselt sich dann prompt wieder mit Sonnenschein ab. Insbesondere an der West- und Südküste Irlands fällt viel Regen. Den Niederschlag bringt der Wind mit der feuchten Atlantikluft aus Südwesten mit. Kurz vor der Republik Irland befindet sich im Westen die vorgelagerte Insel Valentia Island. Auf dieser Insel, die per Brücke mit Irland verbunden ist, leben circa 665 Menschen. Sie bekommen den meisten Niederschlag ab. Im Vergleich dazu, regnet es in Dublin an der Ostküste Irlands nur halb so viel.

Alles in allem müssen sich Auswanderer in Irland zwischen den Herbstmonaten Oktober und Januar auf gut 19 Regentage pro Monat einstellen. Außerdem kommen Gewitter häufiger vor. Dennoch scheint in Irland auch oft und viel die Sonne. Der Mittelwert pro Jahr liegt bei fast vier Sonnenstunden täglich. Segeln und Surfen sind beliebte Wassersportarten in Irland. Wer sich auf ein kühles Bad im Atlantik freut, muss mit frischen Wassertemperaturen von etwa 16 °C während der Sommermonate zurechtkommen.

Sanftes Klima in Irland bringt einzigartige Pflanzen zum Blühen

Viele Einwanderer würdigen die gleichmäßigen, angenehmen Temperaturen auf der Insel. Weil im Sommer nichts verbrennt und im Winter nichts erfriert, ist die Natur das ganze Jahr hindurch von gleichbleibender Schönheit. Die Flora und Fauna ist umwerfend facettenreich. Von Heidekraut bis Rhododendron blühen in Irland Pflanzen, die aus der Arktis stammen, leuchtend und kraftvoll neben Gewächsen, die ihren Ursprung in Nordafrika haben. Von sämtlichen Moosen, die es in Europa gibt, kommt fast die Hälfte in Irland vor. Wilde Rhododendronbüsche, die eigentlich nach Nepal gehören, gedeihen auf der grünen Insel hoch wie Einfamilienhäuser. Daher wirken sie überhaupt nicht fremdartig, sondern als wären sie irisches Urgewächs.

Weil das ganze Jahr über irgendwo in Irland etwas blüht – Apfelbäume, Ginster, Orchideen oder Enzian – wird es zu keiner Zeit öde oder trostlos in der Natur. Einwanderer finden zwölf Monate lang jedes Jahr herrliche Fotomotive und Augenblicke, um die unvergesslichen Eindrücke der Farben und der betörenden Blütendüfte zu genießen.

Interessante Fakten hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung in Irland

In der Mitte des 19. Jahrhunderts schrumpfte die Einwohnerzahl in Irland enorm zusammen. Das lag an der großen Hungersnot auf der Insel, die Irish Potato Famine oder Great Famine heißt. Zwischen den Jahren 1845 und 1852 erlitten die Einwohner Irlands mehrere Missernten. Als Grundnahrungsmittel bauten die Iren vorwiegend Kartoffeln an. Ein damals neuartiger Befall der Knolle von Kartoffelfäule bedingte riesige Ertragsausfälle. Somit war das Hauptnahrungsmittel, die Kartoffel, für die Menschen komplett nicht verfügbar. Infolge der Erntevernichtung starben rund eine Millionen Menschen – zu der Zeit circa zwölf Prozent der irischen Einwohner – an der Hungersnot. Die passive Haltung der seinerzeit dominierenden Politik verschärfte die Situation, anstatt sie für die Menschen zu optimieren. Immerhin gelang etwa zwei Millionen Menschen die Auswanderung von der Insel. Die beliebtesten Auswanderungsziele waren zu jener Zeit die Vereinigten Staaten von Amerika oder Großbritannien.

Mit der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich besserten sich die Lebensumstände in Irland

Zu Beginn der 1920er Jahre spaltete sich Irland vom Vereinigten Königreich der Briten ab. Die Unabhängigkeit der parlamentarischen Republik trug zu einer allmählichen Verbesserung der alltäglichen Lebensumstände auf der Insel bei. Dennoch schrumpfte die Einwohnerzahl in geringerem Maße weiter. Erst seit circa 1960 entwickelt sich die Bevölkerungszahl wieder positiv nach oben. Zu diesem Zeitpunkt lebten so wenige Menschen wie nie zuvor in Irland. Das Eiland brachte es auf nur etwa 2,82 Millionen Bewohner. Selbst derzeit wächst die Population stetig weiter – und zwar sowohl durch Zuwanderer als auch durch einen Geburtenüberschuss. Mit der steigenden Einwohnerzahl, die vorwiegend Englisch sprechen, zeichnet sich zugleich ein überraschender Trend in der Wiederkehr der ursprünglichen keltischen Sprache ab.

Die Historie Irlands

KING JOHN'S CASTLE

Einwanderer, die sich für die grüne Insel entscheiden, werden sich kaum wundern, dass eine Besiedelung der derben Landschaft schon um etwa 7000 v. C. begann. Mit dem Übergang der Bronze- in die Eisenzeit, also um 300 v. C., brachten Einwanderer die keltische Sprache auf das Eiland. Eine Reihe von Königreichen und Fürstentümer regierte Irland, bis in etwa 420 die römische Provinz Britannien mit der Christianisierung der Iren begann. Schon in dieser frühen Zeit kam der noch heutige Nationalheilige, St. Patrick, auf die Insel. Er war mitverantwortlich für die erste irische Blütezeit, in der zahlreiche Klostersiedlungen gebaut wurden. Erst um 800 beendeten die Wikinger mit ihren brutalen Beutezügen diese Glanzzeit.

Im Jahr 1169 eroberten Normannen Irland und begannen einen über viele Jahrhunderte schwelenden ethno-religiösen Konflikt mit den Engländern. Um 1600 entsandten England und Schottland Siedler, um sich im Nordosten der Insel niederzulassen.

Nach der furchtbaren Hungersnot im 19. Jahrhundert, die unter anderem wegen Repressalien durch das Vereinigten Königreiches nicht gemildert oder verhindert wurde, entwickelt sich im Land ein anti-britisches Ressentiment. Nach einem blutigen Bürgerkrieg im Anschluss an den Ersten Weltkrieg gewährte das Vereinigte Königreich am 6. Dezember 1921 die Begründung eines irischen Freistaates, dem Vorläufer der aktuellen Republik Irland. Sechs Grafschaften in Nordirland, die zur Provinz Ulster gehören, verblieben jedoch in Großbritannien. Seither schürt diese Teilung der Insel die irisch-britische Kontroverse als sogenannter Nordirlandkonflikt. Das Karfreitagsabkommen von 1998 sorgt erstmals für eine Entspannung der innenpolitischen Situation auf der Insel. In diesem Abkommen verzichtet die Republik Irland auf die bis dato geforderte Wiedervereinigung mit Nordirland. Bis heute besteht die Möglichkeit einer Wiedervereinigung von der Republik Irland mit Nordirland. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch ein Mehrheitsbeschluss der nordirischen Einwohner, der in naher Zukunft als unwahrscheinlich eingestuft wird.

Nach Irland auswandern: Einreisebestimmungen

Deutsche Staatsangehörige und andere EU-Bürger benötigen für eine Einreise nach Irland kein Einreisevisum. Um nach Irland zu kommen, reicht für Einwanderer aus Deutschland und der EU ein gültiger Personalausweis oder ein Reisepass aus. Zumeist erkennen die irischen Behörden auch vorläufig ausgestellte Dokumente für eine Einreise an. Alle miteinreisenden Kinder benötigen ein eigenes Reisedokument beziehungsweise einen eigenen Pass. Ein Eintrag im Reisepass eines Elternteils ist für die Einreise von Minderjährigen nicht ausreichend. Insgesamt zeigen sich die Einreisebestimmungen unkompliziert.

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Irland

Deutsche Bürger benötigen im Rahmen der Freizügigkeit selbst bei einem längeren Aufenthalt in Irland keine spezielle Aufenthaltsgenehmigung. Auch eine Arbeitserlaubnis ist nicht erforderlich. Jeder EU-Mitbürger kann sich bis zu drei Monate lang uneingeschränkt in Irland aufhalten.

Einwanderer, die langfristig in Irland verbleiben möchten, müssen nach der Frist von 90 Tagen belegen, dass sie beruflich tätig sind. Hierbei ist es unwichtig, ob es sich um ein Arbeitsverhältnis wie eine Anstellung oder eine selbstständige Tätigkeit handelt. Vielmehr ist von Bedeutung, dass Einwanderer in Irland über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um sich zumindest eine Krankenversicherung leisten zu können. Die Regierung möchte verhindern, dass Zuwanderer das irische Sozialsystem belasten. Ausnahmen gelten für

  • Studenten, die an einer irischen Universität eingeschrieben sind,
  • Menschen, die ein Familienangehöriger eines EU-Bürgers sind und
  • Auszubildende, die in Irland eine Lehre absolvieren.

In Ausnahmefällen – zum Beispiel wenn jemand die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet oder auf Sozialhilfe angewiesen ist – kann die irische Regierung nach einer Dauer von drei Monaten den weiteren Aufenthalt eines Einwanderers verweigern. Die formelle Aufforderung, die Insel zu verlassen, muss eine ordentlichen Begründung und eine Rechtsmittelfrist beinhalten.

Kaum Bürokratie beim Umzug nach Irland

Sämtliches Umzugsgut, ob persönliches Gepäck oder gar ein Kraftfahrzeug, können Auswanderer aus der EU nach Irland ohne Zollgebühren einführen. Ein Wohnsitzwechsel nach Irland ist daher keine unüberwindbare Hürde. Besondere Bestimmungen, die beispielsweise bei der Einfuhr von Haustieren zum Tragen kommen, erhalten Einwanderer beim Zollamt – Custom Information Office – in Dublin oder beim Auswärtigen Amt.

Mit dem Umzug nach Irland wird die Botschaft in Dublin zuständig für jedwede Passangelegenheiten. Einwanderer können den neuen Wohnsitz in ihren Reisepass eintragen lassen und bei der Botschaft selbstverständlich ablaufende Pässe neu beantragen. Hierbei sind lediglich gewisse Fristen zu beachten. Die Ausstellung eines neuen Personalausweises kann in Irland zwischen sechs und acht Wochen dauern. Auch bei verlorenen Ausweispapieren hilft die Botschaft in Dublin. Wer hingegen sein Bank- oder Kreditkarte vermisst, ist hier an der falschen Adresse. Für diesen Verlust müssen Betroffene direkten Kontakt mit dem ausstellenden Kreditinstitut aufnehmen.

Jeder deutsche oder andere EU-Führerschein wird in Irland uneingeschränkt anerkannt. Auswanderer, die in Irland einen neuen Führerschein beantragen möchten oder müssen, wenden sich in diesem Fall an eine der irischen Führerscheinstellen. Manchmal wird es für deutsche Bürger notwendig, eine Kopie der Fahrerlaubnisbehörde oder des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg anzufordern, damit die irischen Behörden einen neuen Führerschein ausstellen können.

In Irland arbeiten

Fließende Englischkenntnisse sind der Schlüssel zu einem guten Job in Irland. Alles Weitere ist grundsätzlich verhandelbar. Im Internet gibt es gerade für deutsche Auswanderer zahlreiche Online-Jobbörsen, die freie Stellen in Irland auflisten. Manche Menschen haben auf diese Weise bereits im Vorfeld ihrer Auswanderung einen Arbeitsplatz gefunden. Die Branchen, in denen Zuwanderer in Irland arbeiten können, erstrecken sich über alle möglichen Berufsfelder. Es gibt Jobs

  • im Baugewerbe,
  • in der IT/Computertechnik,
  • im Bereich Finanzen,
  • in der Tourismusbranche,
  • in der Gastronomie oder
  • in der Pharmaindustrie.

Irland gilt als Steuerparadies und hat daher erfolgreich namhafte, weltweit agierende Unternehmen ansiedeln können. Deutschsprachige Einwanderer finden schnelle Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt über Jobs in Callcentern und bei der Kundenberatung.

Die Gehälter fallen in Irland ähnlich aus wie in Deutschland. Auch auf der grünen Insel gilt für Einwanderer: In Ballungsräumen wie im Umfeld der Hauptstadt Dublin sind die Verdienstmöglichkeiten besser als in ländlichen Regionen. Im Schnitt arbeiten irische Arbeitnehmer in 40-Stunden-Wochen. Büros sind oftmals zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr geöffnet, wobei es eine Mittagspause gibt. Eine gesetzliche Maximalgrenze sieht eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden vor. Ein Tag pro Woche muss darüber hinaus frei sein. Arbeitnehmer haben in Irland einen Anspruch auf vier Wochen Urlaub im Jahr. Einwanderer, die ein langfristiges Arbeitsverhältnis in Irland eingehen möchten, sollten den Vereinbarungen in ihrem Arbeitsvertrag genaue Aufmerksamkeit schenken. Denn alle inhaltlichen Punkte wie

  • Gehalt,
  • Arbeitszeiten,
  • Urlaubsregelung,
  • Kündigungsfristen und
  • Verhalten im Krankheitsfall

sind im Einzelnen nicht per Gesetz vorgeschrieben, sondern werden jeweils individuell ausgehandelt.

In Irland wohnen

Den Standard irischer Wohnungen und Häuser oder Cottages sollten Auswanderer nicht mit deutschen Maßstäben nachmessen. Im Allgemeinen erzielen die Unterkünfte in Irland dabei kein herausragend gutes Resultat. Die Raummaße sind in der Regel wesentlich kleiner, so dass oftmals Stellflächen für eine wie in Deutschland übliche Einrichtung durch Möbel fehlen. Ebenso suchen Irlandeinwanderer fast immer vergeblich nach Keller- oder Speicherräumen. Sie sind einfach nicht existent. Moderne Häuser und Wohneinheiten bieten den Komfort von Zentralheizungen. Altbauten werden bis heute überwiegend raumweise durch Kamine, Elektro- oder Gasöfen beheizt.

Ebenso ist die technische Ausstattung eine andere als in Deutschland. Die Steckdosen haben eine komplett andere Form, so dass Einwanderer mitgebrachte Elektrogeräte mit einem Adapter versehen müssen. Selbst die Steckverschlüsse für Glühbirnen sind einzigartig.

Wer in Irland ein Eigenheim käuflich erwerben will, sollte das nicht ohne die Hilfe eines Rechtsanwaltes tun. Ein Anwalt kann ein Struktur- und Wertgutachten erstellen lassen, um die Bausubstanz und den Kaufpreis zu überprüfen. Zudem hilft er beim Entwurf und der endgültigen Ausfertigung bis hin zur Übergabe der Übertragungsurkunde für eine Immobilie. Im Unterschied zum in Deutschland geltenden Recht hat in Irland prinzipiell jeder Käufer das Risiko für Mängel an einer Immobilie zu tragen. Eine Rechenschaft des Verkäufers kommt für Einwanderer nur dann in Betracht, wenn nachweislich ein versteckter Mangel vorliegt.

Der Lebenswandel in Irland

Sportlich wie sprachlich sind die Iren äußerst geschickt und gewandt. Mit „Hurling“ verfügen sie über einen Sport für eher hartgesottene Charaktere. Das Spiel mit Schlagstock, indem die Teilnehmer beinahe zu Nahkampfexperten heranreifen, ähnelt dem hierzulande bekannten Feldhockey. Iren würden Hockey im Vergleich jedoch als „Hurling für Weicheier“ bezeichnen. Weit weniger dramatisch geht es im „Irish Dance“ zu. Die volkstümliche Art zu tanzen hat durch „Riverdance“ auf internationaler Ebene Ruhm erlangt. In Irland ist der Tanz in den speziellen Steppschuhen ein beliebter Wettkampfsport. Wenn im Fußball das Handspiel erlaubt ist, handelt es sich sicherlich um Gaelic Football. Hier geht es erneut wenig zimperlich zu. Eine Mannschaft besteht aus 15 Mitspielern. Irgendwie müssen die Teilnehmer den Ball zwischen die Torpfosten und unter der Latte hindurch bugsieren, dann zählt ein Tor. Gelangt der Ball wohl zwischen die Pfosten aber oberhalb der Latte, so gibt es einen einzelnen Punkt. Ein Tor macht insgesamt drei Punkte. Der Ball darf getragen, geschlagen, gekickt oder gedribbelt werden. Der Gegner darf im Gerangel um den Ballbesitz körperlich angegriffen werden. Dieses organisierte, zusammengeklaubte Mannschaftsspiel sorgt bei den Zuschauern für spannende Unterhaltung.

Gemütlichkeit in irischen Pubs

Die Iren feiern gerne und ausgelassen in ihren kernigen und urwüchsigen Kneipen. Ausgelassener Tanz und flotte Musik gehören untrennbar zu einem kräftigen Dunkelbier oder einem irischen Whiskey dazu. Die über die Inselgrenzen bekannte Musikrichtung, der „Irish Folk“ ist bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Gemeinsam mit der Folkmusik aus der Bretagne und Schottland wird sie als „keltische Musik“ betitelt. Ein echter Zusammenhang mit der Kultur der Kelten besteht hingegen nachweislich nicht. Im 18. Jahrhundert hielten die Instrumente in die Musik Irlands Einzug, die den typisch irischen Klang bis heute prägen. Das sind:

  • Die Fiddle/Geige,
  • die Tin Whistle/Metallflöte,
  • eine Box/Akkordeon oder Schifferklavier,
  • eine Pipe/Dudelsack sowie
  • das Piano/Klavier und
  • das Banjo oder die Mandoline.

Bis in die Vereinigten Staaten von Amerika sind die Bands The Dubliners, The Pogues und The Chieftains mit ihren Adaptionen irischer Folkmusik bekannt.

Die irische Küche – Essen im Pub

Zum gemeinsamen Feiern, Tanzen, Trinken und Singen gehört für die Bewohner Irlands auch das Essen. Die irische Küche ist vornehmlich eine gutbürgerliche Küche mit deftiger Hausmannskost. Obgleich Irland eine Insel ist, verzehren die Einwohner nur verhältnismäßig selten und wenig Fisch. Traditionelle Gerichte sind Eintöpfe, „Stews“, die aus Lammfleisch oder Rindfleisch gekocht werden. Als Beilage wählen die Iren Kartoffeln oder Pommes frites und Gemüsesorten wie Erbsen, Karotten, Steckrüben oder Lauch. Lamm- und Rindfleisch aus Freilandhaltung bilden neben den Kartoffeln die Basis für Hauptgerichte. Zum Frühstück erwarten fast ausschließlich Touristen die große Bandbreite von Rührei, gebratener Leber- und Blutwurst, gebackenen Bohnen, Speck, Tomaten und Pilzen. Dazu gibt es klassisch englisch Tee mit Milch oder Orangensaft. Inzwischen bevorzugen die Einwohner Irlands wie andere EU-Bürger verschiedenen Sorten Müsli, Obst, Brot und Käse sowie Aufschnitt zum Frühstück.

Die Wahrzeichen von Irland

Einige Symbole und Abbildungen sind unverwechselbar und untrennbar mit der Insel verbunden. Weithin bekannt sind folgende Embleme:

  • Ein Kleeblatt oder Shamrock,
  • Rundtürme,
  • das keltische Kreuz,
  • eine Harfe,
  • ein grüner Leprechaun oder Kobold.

Die Rundtürme entstanden zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert vermutlich als Glockentürme in der unmittelbaren Umgebung von Klöstern und Kirchen. Einwanderer können in Irland einige erhaltene und nachgebaute Türme besichtigen.

Das keltische Kreuz weist einen verlängerten Stützbalken und einen charakteristischen Ring um den Schnittpunkt der vier Balken auf. Solche Kreuze entstammen der sakralen Kunst. Sie befinden sich häufig als Grabsteine auf Friedhöfen und in der Nähe von Kirchen und früheren Klöstern.

Die Iren sind ein Volk, das den Sagen und Mythen große Bedeutung beimisst. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen von der Anwesenheit von Elfen, Feen oder Kobolden überzeugt sind. Der gutmütige Leprechaun gilt als Hüter der Schüssel voll Gold am Ende des Regenbogens. Jedes Jahr verkleiden sich junge und junggebliebene Iren am St. Patricks Day als grüner Kobold.

Wo es sich in Irland gut leben lässt

Dublin, die quirlige Hauptstadt Irlands, ist für viele Irlandeinwanderer Zielort Nummer eins. In der Umgebung finden sich Jobs wie Unterkünfte. In der Stadt ist immer etwas los und Neuankömmlinge können viel unternehmen und rasch Kontakte knüpfen. Auf der anderen Seite ist das Leben in Irland in Dublin am kostspieligsten. Nicht weniger reizvoll ist die Stadt Cork, die weiter im Süden der Insel liegt. Sie ist die zweitgrößte Stadt der Republik und bietet ebenfalls herausragende Sehenswürdigkeiten und ein breit gefächertes kulturelles Leben.

Direkt am Fluss Shannon, der die Stadt durchquert, befindet sich Limerick. Die Burg und die Kathedrale bestimmen das Stadtbild von Limerick. Hier herrscht eine besondere Atmosphäre des Selbstbewusstseins, denn Limerick ist die einzige Stadt Irlands, die niemals erobert wurde. Seit jeher waren die Menschen in dieser Stadt relativ wohlhabend.

Sind Sie für einen Umzug auf die immergrüne Insel bereit? Freuen Sie sich auf eine bildschöne Natur und herzliche Menschen mit guter Laune. Ob es Sie an die Küste oder in die Stadt zieht – wir wünschen Ihnen für Ihr Leben in Irland viel Erfolg und gutes Gelingen!

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