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Leben und Arbeiten in Costa Rica

Auswandern nach Costa Rica – Leben und Arbeiten in Costa Rica

Costa Rica zählt nicht zu den klassischen Auswandererzielen für Deutsche. Gerade einmal 192 Deutsche sind im Jahr 2015 nach Costa Rica gezogen, zwischen 2005 und 2014 waren es 1.524. Costa Rica steht für eine atemberaubende Natur, mit Regen- und Nebelwäldern, einer einzigartigen Flora und Fauna, Vulkanen und den zwei Küsten am Pazifik und am Atlantik mit traumhaften Stränden. Auch die freundlichen Einheimischen prägen den Charme Costa Ricas und nicht wenige, die das Land einmal bereisen, werden von seinem Zauber gefangen und kommen immer wieder.

Nach Costa Rica auszuwandern bedeutet einen klaren Wandel der Lebensumstände, da das Leben in Costa Rica völlig anders ist als in Deutschland und wer sich für diesen Schritt entscheidet, sollte ihn gut überlegen, da die bürokratischen Hürden hoch sind, sowohl für die Abmeldung in Deutschland als auch für die Einwanderung in Costa Rica. Vor dem Umzug ins Ausland sollte daher am besten eine Checkliste erstellt werden, die dabei hilft die einzelnen Schritte zur rechten Zeit zu planen. Schließlich bedarf eine Auswanderung viel Vorbereitung und ist nicht von heute auf morgen erledigt.

Über Costa Rica

Costa Rica hat rund 4,8 Mio. Einwohner und gilt als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas. Die Armee wurde schon in den 1950er Jahren abgeschafft und stattdessen in Gesundheitsprogramme investiert und Bildungsprogramme gefördert und das Land ist einer der weltweiten Vorreiter beim Thema Ökotourismus. Seinen gesamten Strom bezieht Costa Rica aus regenerativen Quellen und rund 27 % der Landesfläche sind geschützte Natur. Darüber hinaus ist die politische Lage in Costa Rica im Vergleich zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern sehr stabil und zwar ebenfalls schon seit den 1950er Jahren. Bürgerkriege, Diktaturen und soziale Unruhen hat es in Costa Rica dank verschiedener sozialpolitischer Maßnahmen nicht gegeben und das Land rühmt sich mit aktiver und dauerhafter unbewaffneter Neutralität, was es zu einem der sichersten Staaten Lateinamerikas macht. Zwar gibt es besonders in den größeren Städten auch ein gewisses Maß an Kriminalität und besonders in der Hauptstadt ist in einigen Ecken und nachts im Dunkeln Vorsicht angesagt, dennoch ist Costa Rica sicherer als die meisten lateinamerikanischen Länder, was für viele Reisende und auch Auswanderer ein gutes Argument für ihr Wohlbefinden ist.

Das Klima in Costa Rica ist für Deutsche zunächst ungewohnt, da es keine vier Jahreszeiten gibt und auch keine richtigen Winter. Von Mai bis  November herrscht Regenzeit und von Dezember bis April ist Trockenzeit. Heiß ist es dabei eigentlich immer, die unterschiedliche Luftfeuchtigkeit macht im Temperaturempfinden aber dann je nach Jahreszeit einen enormen Unterschied. Im Hochland kann es jedoch auch schon mal abkühlen. Die Regenmengen variieren stark von Region zu Region und leider kommt es aufgrund des Wetterphänomens El Niño auch immer wieder zu starken Überschwemmungen und Erdrutschen.

So funktioniert die Einwanderung nach Costa Rica

Wer nur für eine kurze Zeit nach Costa Rica reist, kann mit dem deutschen Pass oder einem anderen EU-Pass bis zu 90 Tage ohne Visum im Land bleiben. Für längere Aufenthalte wird die sogenannte „Residencia“ fällig, die Aufenthaltsgenehmigung für Costa Rica. Die Unterlagen, die für die Beantragung der Residencia nötig sind, sollten auf Spanisch übersetzt sein und von der Botschaft oder einem Konsulat Costa Ricas im Heimatland beglaubigt werden.

Diese Unterlagen benötigen Sie:

  • Angaben zu Ihrer eigenen Person (Name, Geburtsdatum und –ort, Nationalität und Familienstand)
  • Dieselben Angaben auch zu Ihren Eltern, plus dem Mädchennamen Ihrer Mutter
  • Gültiger Reisepass
  • Aktueller Auszug aus dem Polizeiregister
  • 4 aktuelle Passfotos
  • Geburtsurkunde

Um eine langfristige Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, gelten diese Voraussetzungen:

Rentner

Rentner müssen eine monatliche Rente von mindestens 1.000 US-Dollar pro Person vorweisen. Dies muss nicht zwingend eine Pension aus einem Arbeitsverhältnis sein, sondern kann auch eine Auszahlung aus einer Lebensversicherung, aus Vermietungen in Deutschland oder ähnliches sein.

Investor

Investoren erhalten die langfristige Aufenthaltserlaubnis, wenn sie Investitionen im Wert von mindestens 200.000 US-Dollar planen. Diese muss genehmigt werden und kann zum Beispiel ein Projekt im Tourismus sein, der Bau oder Kauf eines Wohnhauses, entweder zu eigenen Wohnzwecken oder zur Vermietung.

Studenten-, Firmen- oder Flüchtlingsbewilligungen

Für diese Personengruppen gibt es spezielle Bewilligungen. So können Studenten zu Studienzwecken längere Zeit in Costa Rica bleiben, ebenso Flüchtlinge aus humanitären Gründen. Wer als Expatriat nach Costa Rica kommt, hat ebenfalls die Möglichkeit über die 90 Tage touristischen Aufenthalt in Costa Rica zu bleiben.

Als Auswanderer in Costa Rica zu arbeiten ist schier unmöglich

Um als Deutscher beziehungsweise Ausländer in Costa Rica zu arbeiten gibt es strenge Regeln, was auch die niedrigen Auswandererzahlen aus Deutschland nach Costa Rica erklärt. So ist es nicht wie in vielen anderen Ländern möglich, einfach mit einem Arbeitsvertrag bei einer Firma in Costa Rica eine Arbeitserlaubnis und dauerhafte Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Arbeiten in Costa Rica dürfen nur Personen, die Verwandte ersten Grades eines Staatsbürgers Costa Ricas sind oder mit einem Costa Ricaner verheiratet sind. Auch wer ein Kind mit Costa Ricanischer Staatsangehörigkeit hat, darf in Costa Rica arbeiten. Für alle anderen wird es schwierig!

Zwar gibt es auf dem Papier die Möglichkeit, dass für spezielle Berufe ein Visum mit Arbeitserlaubnis an Ausländer erteilt werden kann, wenn die Stelle nicht mit einem Einheimischen besetzt werden kann, die Realität sieht aber anders aus. So weist die Einwanderungsbehörde Costa Ricas darauf hin, dass es dank des guten Bildungssystems ausreichend Fachkräfte und gut ausgebildete Akademiker und Spezialisten gibt und wer sich für diesen Weg entscheidet, um nach Costa Rica auszuwandern hat schlechte Karten.

Die einzige Möglichkeit für Auswanderer, die keine familiären Verbindungen nach Costa Rica haben und dort aber dennoch leben und arbeiten wollen, gibt es daher nur die Möglichkeit drei Jahre lang mit dem sogenannten „Rentista“-Status in Costa Rica zu leben, ohne dort als Angestellter zu arbeiten. Einwanderer können daher zunächst nur im Ausland ihr Geld verdienen und haben nach drei Jahren die Chance, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, mit der sie dann auch in Costa Rica arbeiten können. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Wer im Ausland sein Geld verdient und in Costa Rica leben möchte, muss den Nachweis eines Einkommens von mindestens 2.500 US-Dollar pro Monat über drei Monate erbringen und darüber hinaus noch ein Vermögen von 90.000 US-Dollar auf der Bank. Bis zu zwei Jahre dürfen Sie unter diesen Umständen in Costa Rica bleiben. Falls Sie die Bedingungen nach Ablauf der zwei Jahre immer noch erfüllen, können Sie Ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich mindestens pro Jahr vier Monate in Costa Rica aufhalten. Frühestens nach drei Jahren kann dann ein Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung gestellt werden. Wenn diese bewilligt wird, dürfen Sie auch innerhalb Costa Ricas arbeiten. Eine Garantie für die Bewilligung gibt es aber nicht, wodurch die Auswanderung nach Costa Rica zu einem Risiko mit hohem finanziellen Einsatz wird, sollte nämlich nach Ablauf der drei Jahre keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erteilt werden, müssen Sie das Land verlassen. Zwar werden die Visa in der Regel nach drei Jahren dann auch tatsächlich ausgestellt, aber sicher ist das nicht. Zudem müssen sich Auswanderer-Kandidaten überlegen, wie sie drei Jahre ohne Arbeiten finanziell überbrücken können.

Costa Ricas Wirtschaft

Wer einen Weg gefunden hat, nach Costa Rica auszuwandern, der kann sich auf ein spannendes Abenteuer in einem wirtschaftlich stabilen Land freuen. Die Wirtschaft wächst seit 2010 pro Jahr um 4 % und stützt sich zu großen Teilen auf den Tourismus. Mehr als 800 Mio. US-Dollar bringt dieser Sektor dem Land jedes Jahr ein. Darüber hinaus ist Costas Rica Exporteur von Kaffee und tropischen Früchten wie Mangos, Melonen, Ananas und Bananen. Das BIP pro Kopf lag im Jahr 2016 bei 16.100 US-Dollar, was im weltweiten Vergleich Platz 54 ausmacht.

Steuern und Gesundheitssystem

Wer in Costa Rica Geld verdient, muss auch nur das innerhalb des Landes eingenommene Geld versteuern. Ausländische Einkünfte müssen in Costa Rica nicht versteuert werden.

Was das Gesundheitssystem in Costa Rica angeht müssen sich Auswanderer keine Sorgen machen. Laut der Vereinten Nationen zählt Costa Rica zu den 20 Ländern der Welt mit der besten medizinischen Versorgung. Auswanderer sollten in jedem Fall über eine internationale Auslandskrankenversicherung verfügen, die medizinischen Standards innerhalb des Landes sind aber gut und gelten als die besten in gesamt Lateinamerika. Wer in Costa Rica arbeitet, kann sich auch vor Ort krankenversichern und gibt dann einen prozentualen Anteil seines Einkommens ab. Auf diese Weise können dann medizinische Dienste genutzt werden. Es gibt auch eine staatliche Krankenversicherung, mit der dann auch private Krankenhäuser und Ärzte aufgesucht werden können.

Operationen kosten in Costa Rica etwa ein Drittel weniger als in den USA und Medikamente sind um 80 % günstiger als in Amerika. Darüber hinaus sprechen auch viele Ärzte englisch und Hausbesuche sind nicht unüblich.

Wohnen in Costa Rica

Wer sich in Costa Rica niederlassen möchte, kann dort ohne Probleme eine Immobilie kaufen, es gibt keine Einschränkungen für ausländischen Immobilienbesitz. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen, sollten sich Einwanderer von ortsansässigen Anwälten beraten lassen und Grundbucheinträge, Vorbesitzer, Schulden auf Immobilien etc. überprüfen. Bei Ungereimtheiten sollte von einem Kauf abgesehen und eine Alternative gesucht werden.

Sowohl Einheimische als auch Ausländer, die in Costa Rica eine Immobilie besitzen, müssen darauf Steuern zahlen. Dies funktioniert so, dass die zuständige lokale Regierung die Immobilie jährlich neu schätzt und auf Basis dieser Schätzung dann die Steuer erhebt. Wird eine Immobilie verkauft, gibt es noch eine zusätzliche Transfersteuer, die vom Zeitwert des Hauses bei Verkauf abhängt.

Vor dem Kauf einer Immobilie in Costa Rica sollten Sie folgendes bedenken:

  • Die Stromversorgung ist nicht überall gegeben, in vielen ländlichen Gebieten benötigen Sie einen Generator
  • Die Trinkwasserversorgung ist ebenfalls nicht flächendeckend. Für eine zuverlässige Wasserversorgung benötigt man einen eigenen Brunnen.
  • Für die Versorgung des Abwassers kann ein eigener Abwassertank nötig werden.

Diese Einschränkungen gelten aber primär für Immobilien in abgelegenen Gebieten. Für Wohnungen in den Städten gilt das nicht.

Die Lebenshaltungskosten in Costa Rica

Die wirtschaftliche Stabilität des Landes schlägt sich auch in den Lebenshaltungskosten nieder. Costa Rica ist das teuerste Land Mittel- und Südamerikas und die Preise können mit denen in Deutschland verglichen werden und liegen nur ein wenig darunter. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern Panama und vor allem Nicaragua ist Costa Rica das deutlich teurere Land, dafür aber auch eben viel wohlhabender, sicherer und ohne schwerwiegende politische Konflikte. Nicht umsonst wird Costa Rica auch als „die Schweiz Lateinamerikas“ bezeichnet.