Home >> Auswandern Ratgeber >> Checkliste Auswandern

Checkliste Auswandern

Nach Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der AEMR „hat jeder Mensch das Recht, jedes Land, einschließlich sein eigenes, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren“. Die Menschenrechtscharta der UN, der United Nation ist unter anderem auch die rechtliche Grundlage für Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit. Von diesem Recht, das durch die Einwanderungsbestimmungen des jeweiligen Landes konkretisiert sowie auch eingegrenzt wird, machen jährlich viele Menschen Gebrauch.

Die einen möchten im Anschluss an das Berufsleben ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlegen; andere suchen einen beruflichen Neustart im Ausland und wandern aus. Sie wollen sich in ihrer neuen Wahlheimat beruflich sowie gesellschaftlich etablieren. Beide Personengruppen bereiten ihre Auswanderung und das Leben in der neuen Heimat akribisch vor.

Das ist auch notwendig, weil Versäumtes vielfach nicht nachgeholt werden kann. Eine Checkliste zum Auswandern kann gar nicht detailliert genug sein. Sie gliedert sich in die beiden Bereiche:

• Verlassen des bisherigen Heimatlandes
• Aus-/Einwandern in das zukünftige Heimatland

Für eine Übergangszeit von mehreren Monaten muss an diesen beiden Punkten parallel gearbeitet werden. Einerseits wird die bisherige Existenz aufgelöst, und andererseits müssen Einreise sowie Aufenthalt des neuen Zuhauses vorbereitet werden. Für die Art und den Umfang ist mitentscheidend, wie das Auswandern gestaltet wird. Der bestehende Haushalt mit allem, was dazu gehört, kann wahlweise verkauft oder mitgenommen werden. Das ist sowohl eine ideelle Güteabwägung als auch eine finanzielle Überlegung. Liebgewonnene Erbstücke beim Mobiliar werden nur ungern aufgegeben. Andererseits ist ein Transport kostenaufwändig und auch riskant. Solange der zukünftige Wohnsitz noch nicht konkret feststeht, müssen Möbel kostenpflichtig gelagert werden.Der zweite Teil einer Checkliste, der für den Aufenthalt in der neuen Heimat, beinhaltet als wichtige Hauptpunkte die Bereiche:

• Dokumente
• Finanzen
• Versicherungen
• Arbeits-/Aufenthaltsgenehmigung
• Gesundheit
• Soziale Kontakte

Alle persönlichen sowie familiären Unterlagen, Urkunden und dergleichen sollten in mehrfacher Ausfertigung als beglaubigte Übersetzungen mitgeführt werden. Reisepass und Führerschein, ergänzt um eine internationale Fahrerlaubnis, müssen topaktuell sein. Alle Finanzen müssen buchstäblich stimmen. Notwendig sind ein vorab oder sofort bei der Einreise eröffnetes Girokonto in der Landeswährung sowie eine oder mehrere Kreditkarten. Das zukünftige Girokonto sollte bei derselben Bank wie das im Heimatland geführt werden. Die Höhe des mitzuführenden Bargeldes wird vom jeweiligen Land bestimmt. Bei Betreten des neuen Heimatlandes müssen die bisherigen Versicherungen entweder auch dort gelten oder neu abgeschlossen werden. Die wichtigsten unter ihnen sind Kranken- sowie Unfallversicherung, eine private Haftpflicht- sowie die Hausratversicherung. Am einfachsten ist es, bestehende Versicherungen zu übernehmen, sie mitzunehmen oder bei derselben Versicherung neu abzuschließen, sofern sie direkt oder über eine Tochtergesellschaft in dem Auswanderungsland präsent ist.

Um in der neuen Heimat medizinisch versorgt zu sein, sind Antrittsbesuche bei den niedergelassenen Ärzten am neuen Wohnort ein guter Einstieg. Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung müssen ohnehin geklärt sein, bevor die bisherige Heimat endgültig verlassen wird. Alles Notwendige hierzu kann, unter Ausnutzung der heutigen Kommunikation mit Fon, Fax, E-Mail und Skype, im Vorfeld weitgehend geklärt werden.
Wenn fest davon ausgegangen wird, dass eine spätere Rückkehr ausgeschlossen ist, dann müssen alle Verträge gekündigt und aufgelöst werden. Das beginnt beim Mietvertrag für die Wohnung und geht weiter über die Energieversorgung, den Festnetzanschluss, die Kfz-Abmeldung, Abos für Zeitungen und Zeitschriften sowie Versicherungen. Auch Behörden wie Finanzamt, Meldeamt der Gemeinde sowie Rentenversicherungsträger müssen informiert werden. Dabei ist es eine wirksame Hilfe, die Kontobewegungen der vergangenen sechs Monate durchzugehen, weil die meisten dieser Ausgaben per Lastschrift vom Girokonto abgebucht werden.
Das Konto selbst muss für eine Übergangszeit von mehreren Monaten beibehalten werden. Zuviel gezahlte Kfz-Steuer oder Versicherungen werden dem Girokonto gutgeschrieben, von dem sie zuvor abgebucht worden sind.

Letztendlich geht es darum, in der neuen Heimat gut aufgenommen zu werden. Soziale Kontakte sowie erste Freundschaften sind besonders hilfreich. Ein gutes Entree sind heimatsprachige Stammtische, örtliche Sportvereine sowie der Besuch von Abendkursen, vergleichbar mit der hiesigen Volkshochschule.

Je besser das Auswandern schon im Heimatland vorbereitet wird, umso schneller und angenehmer ist das Einleben in der zukünftigen, bisher noch unbekannten Heimat.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*