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Auswandern USA: Erfahrungsbericht

Der amerikanische Traum

Den Traum von einem Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hegen viele Europäer, doch wie sieht es tatsächlich mit dem Auswandern in die USA aus? Welche Hürden gilt es zu überwinden und für wen macht es überhaupt Sinn? Dieser Erfahrungsbericht widmet sich einigen speziellen Aspekten, die jedem Ausreisenden zu schaffen machen. Jährlich ziehen über eine Million Menschen legal in einen der 50 US-Bundestaaten. Um dazu zu gehören, gilt es sich – in erster Linie – über die entsprechenden Visa-Bestimmungen genauestens zu informieren. Ohne passendes Visa ist der Traum vom Leben in New York oder Los Angeles nämlich richtig schnell geplatzt.Visa hin, Visa her! Schauen wir uns zu erst einmal die Visa-Möglichkeiten an, die eine Ausreise in die USA möglich machen. Wer einen Verwandten ersten Grades oder einen Ehepartner mit amerikanischer Staatsbürgerschaft um sich hat, ist berechtigt in den USA zu leben. Dafür muss zwar ein I-130 Formular einreichen, aber das geht meist problemlos über die Bühne. Wem dies, wie auch in meinem Fall, nicht vergönnt ist, der benötigt einen amerikanischen Arbeitgeber, der bei der US-Einwanderungsbehörde einen entsprechenden Antrag stellt. Man kann den Antrag auch selbst mit einem einfachen Formular stellen (I-140 für fähige Arbeiter mit einem Arbeitsangebot). Ob der Antrag bewilligt wird, hängt von den untenstehenden Kategorien ab, in die man automatisch bei Antragstellung fällt:

  • EB1 – Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, wie Professoren oder Manager internationaler Firmen
  • EB2 – Personen mit außergewöhnlich guten Diplomas oder der Fähigkeit einen bedeutenden Beitrag zur amerikanischen Wirtschaft zu leisten
  • EB3 – Fähige Arbeiter und Experten
  • EB4 – Religionsführer und andere speziell ausgebildete Personen
  • EB5 – Personen, die in die amerikanische Wirtschaft investieren möchten
  • Schedule A Workers – Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit herausragenden Fähigkeiten.

Langen Atem beweisen!

Wer erst einmal die anfängliche Hürde der Antragstellung genommen hat, muss sich auf einen langwierigen Prozess einstellen, da die Anzahl der jährlich ausgestellten Visa für die einzelnen Kategorien limitiert ist. Sollte der Antrag jedoch positiv bewertet werden, lohnt es sich schnellstens einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen und alle wichtigen Einzelheiten in Bezug auf die Auswanderung und bezüglich notwendiger Dokumente zu klären. Es ist wichtig, wirklich sicher zu stellen, dass man der nun folgenden Bewerbung alle Dokumente beigelegt hat, da man sich sonst selbst einen Stein in den Weg legt. Wer alle Unterlagen zusammen hat, der sollte die anfallenden Gebühren bezahlen, alles einreichen und erneut auf Antwort warten. Wer schließlich zu einem Interview eingeladen wird, hat gute Chancen weiter zu kommen. Vor dem Interview muss unbedingt eine ärztliche Gesundheitsbestätigung eingeholt werden (I-693 Formular), das wiederum bei der Einwanderungsbehörde einzureichen ist. Der letzte Schritt ist dann das Interview in der amerikanischen Botschaft, bei dem man schließlich auch erfährt, ob man nun ein permanentes Visum erhält oder nicht.

Das Paradies der Gesundheitsversorgung?

Die Gesundheitsversorgung in den USA gehört zu den besten in der gesamten Welt, aber auch zu den teuersten. Selbst mit Obama-Care steckt eine gute Gesundheitsversorgung für alle Amerikaner noch immer in den Babyschuhen. US-Amerikaner verweisen gerne auf die “kostenfreie” Gesundheitsversorgung in den Notfallstationen der Krankenhäuser. Wer jedoch schon einmal Emergency Room oder Grey’s Anatomy geschaut hat, weiß, dass er dort nicht unbedingt mit einer Angina die Nacht verbringen möchte. Im Vorfeld zur Auswanderung sollte man sich deshalb mit der entsprechenden Versicherung versorgen, sofern dies nicht vom Arbeitgeber übernommen wurde. Damit lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden, die schon für so manchen Auswanderer eine Rückkehr nach Deutschland unumgänglich machten. Manche Arbeitgeber organisieren zwar eine Krankenversicherung, lassen diese jedoch nicht mit Arbeitsbeginn anfangen, sondern etwas später. Sichern sie sich unbedingt für die Tage dazwischen ab!

Mieten oder kaufen?

Wer in die USA auszuwandern sucht, sollte sich im Vorfeld über die gravierenden Kostenunterschiede in den verschiedenen Ecken des Landes bewusst sein. Viele Kanadier und Amerikaner ziehen im Alter beispielsweise nach Arizona, weil dort das ganze Jahr über die Sonne scheint. Mit einer hohen Anzahl an zahlungskräftigen Rentnern weist der Sonnenstaat der USA damit aber auch einen hohen Lebensstandard und gleichzeitig hohe Lebenserhaltungskosten auf. Auch Aspen und Long Island sind für Auswanderer mit begrenztem Budget nicht unbedingt die erste Wahl bei der Wohnungssuche. Kleinstädte rund um die großen Metropolen sind – wie auch in Deutschland – häufig günstiger und bieten sich vor allem für den anfänglichen Geringverdienst als optimale Alternative zum Leben im Kern der Großstadt an. In den USA gibt es eine ausbalancierte Miet- und Kaufkultur. Wer genügend Angespartes auf der hohen Kante hat, kann mit 20 Prozent Anzahlung einen Kredit aufnehmen. Dafür ist eine gültige Aufenthaltsgenehmigung aber Voraussetzung. Also immer einen Schritt nach dem anderen. Wer sich entschließt ein Apartment zu mieten, sollte genügend Bargeld zusammen haben, um zu Beginn zwei Monatsmieten vorschießen zu können. Mieten werden meist per Scheck gezahlt, nicht per Überweisung. Um sich keine unnötigen Kosten aufzulasten, lohnt es sich im Vorfeld eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen / mieten. Heutzutage können es sich auch im Fall der USA nur Rucksacktouristen leisten, ohne vorher organisierte Unterkunft anzukommen.

Die Umzugshelden!

Den Umzug selbst sollte man am besten den Profis überlassen. Es gibt eine Vielzahl an Umzugsfirmen, die sich bestens mit den Zollbestimmungen auskennen und einen individuellen Kostenplan für den Umzug erstellen. Damit erspart man sich langfristig viel Ärger, der bei falscher eigener Planung auf einen zukommen könnte.

Welche Industrie in welcher Stadt?

Wer mit einem Familienvisum in die USA kommt, sollte sich auch über die unterschiedlichen Jobmöglichkeiten im Land im Klaren sein. Arizona beispielsweise ist das nationale Zentrum des Gesundheits- und Spa-Wesens, da hier außergewöhnlich viele Rentner aus aller Welt leben. Hartfort ist dagegen das Zentrum der Versicherungsindustrie, Los Angeles der Dreh- und Angelpunkt der Unterhaltungsindustrie und Detroit nach wie vor der amerikanischen Automobilindustrie. Um in den USA zu arbeiten, benötigt man eine GreenCard und für Einwanderer ist es wichtig zu beachten, dass eine permanente GreenCard alle zehn Jahre erneuert werden muss und eine temporäre GreenCard alle zwei Jahre. Die Verlängerung geschieht über das Formular I-90 bei der Einwanderungsbehörde. Wer eine GreenCard für mehr als 5 Jahre besitzt, kann die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen.

Eine Scheck-Kultur

Anders als in Deutschland wird das Gehalt in den USA nicht monatlich berechnet, sondern nach Jahreseinkommen. Das liegt unter anderem daran, dass es keine einheitliche Politik zum Bezahlen von Angestellten gibt. Während in Deutschland der Verdienst monatlich auf das Konto überwiesen wird, muss man sich in den USA an wöchentliche Schecks gewöhnen, die man selbst einzulösen hat. Dies stellt zwar kein fundamentales Problem dar, erschwert jedoch die Eingewöhnungsphase etwas und hängt sicherlich auch mit einer bedeutend lockereren Kündigungspolitik zusammen.

Wer von meinen Fehlern lernen will, sollte die oben genannten Punkte beachten und seine Auswanderung Schritt für Schritt selbst planen. Aber denken Sie daran: Nicht alles müssen Sie auch selbst erledigen. Suchen Sie sich professionelle Hilfe, wenn möglich. Dann wird auch Ihre Ausreise zu einem angenehmen Erlebnis!

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