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Auswandern nach Südafrika

Auswandern nach Südafrika – Leben im Land der Guten Hoffnung

Südafrika ist ein beliebtes Urlaubsziel – zwei Ozeane, jede Menge schöner Küste und ein Klima, wie es angenehmer nicht sein könnte. Auf Safari gehen, fremde Welten entdecken und auf der anderen Erdhalbkugel den Sommer erleben, während zu Hause die Landschaft unter Schnee begraben ist – so sehen für viele die perfekten Ferien aus. Aber immer mehr Deutsche entscheiden sich auch, im Land der Guten Hoffnung zu bleiben und dort dauerhaft ihr Leben zu genießen. 2015 waren es 930 Deutsche, die ihre Koffer packten und nach Südafrika zogen. Das Problem: 1.199 kamen im selben Jahr wieder zurück. Das zeigt allzu deutlich, dass das Leben auf dem afrikanischen Kontinent nicht so einfach ist, wie so mancher Auswanderer sich das vorstellt. Denn Urlaub ist an vielen Orten schön, das Leben dort selbst aber noch einmal etwas ganz anderes. Auswanderer müssen sich auf besondere Herausforderungen einstellen, wenn sie im Land der Guten Hoffnung Fuß fassen wollen.

Warum Südafrika?

Das reichste Land Afrikas lockt mit ähnlichen Lebensbedingungen wie Europa – nur eben umgeben von wilder Küste, in traumhaftem Klima und in einer Gesellschaft, die im Hier und Jetzt lebt statt in Manier der „German Angst“ verzweifelt über Morgen nachzugrübeln. Dort, wo Atlantik und indischer Ozean sich treffen, scheint die Zeit stillzustehen. Optimale Bedingungen, um fernab der Heimat ein neues Leben zu beginnen.

Aber nicht alles ist rosarot – das zeigt die hohe Zahl der Rückkehrer, die ihren Traum vom Auswandern aufgeben und in die Heimat zurückziehen. Ein Grund, warum sich Auswanderer vorher ganz genau mit dem Ziel ihrer Träume auseinander setzen sollten. Denn auch wenn Südafrika über ganz anderen Wohlstand verfügt als andere Länder des Kontinents, ist es dennoch voller Gegensätze und alltäglicher Herausforderungen – für Einheimische wie Zugewanderte.

Potentiellen Auswanderern ist unbedingt anzuraten, einige gut geplante Reisen zu unternehmen, auf denen sie Land und Leute genau unter die Lupe nehmen. Durch eine möglichst genaue Vorbereitung der Reisen können auf jedem einzelnen Trip unterschiedliche Aspekte des Landes untersucht werden. Dinge wie Visa-Bestimmungen müssen genau so abgeklärt werden, wie gesundheitliche Fragen, die dann zum Tragen kommen werden, wenn wirklich dauerhaft im Land gelebt wird. Geplante Behandlungen lassen sich dann zwar immer noch im Heimatland durchführen, alltägliche Kleinigkeiten oder gar Notfälle hingegen bedürfen aber der Versorgung vor Ort. Sich hier auf einer der Reisen auch mal auf Arztschau zu begeben und auch das Gesundheitssystem mal vor Ort zu untersuchen, ist also eine gute Idee.

An sich überzeugen an Südafrika vor allem die Natur, das Klima und die Mentalität der Menschen. Deutsche, die schon länger in Südafrika leben, schätzen vor allem den Freizeitwert und die vielen Möglichkeiten, die ihnen das gute Wetter, die tollen Strände und die atemberaubende Natur bieten. Dazu kommen die Lockerheit, die Freundlichkeit und Offenheit der in Südafrika lebenden Menschen. Es geht weniger um Status und die Absicherung, als um Spaß und Genießen. Das sorgt für eine hohe Lebensqualität. Ebenso wird die typisch deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit sehr geschätzt, die besonders im Job positiv auffällt. Südafrikaner nehmen das Leben leichter und lassen öfter mal fünfe gerade sein – diese beiden Einstellungen ergänzen sich gut.

Das jedoch kann auch dazu führen, dass man als Auswanderer unglücklich wird. Wer auch von anderen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit erwartet, so wie auf eine hohe Präzision besteht, ist in Afrika an der falschen Adresse. Der Kontinent lebt in einem anderen Rhythmus, nimmt alles entspannter. Das kann auf eine typisch deutsche Mentalität entschleunigend wirken, aber genauso an den Nerven zerren. Wer deutsche Bürokratie erwartet, ist schlichtweg falsch, auch wenn Südafrika die chaotische Seite des afrikanischen Kontinents in abgemilderter Form präsentiert.

Dennoch fallen natürlich viele Überbleibsel der Kolonialzeit auf. Das ist sowohl an der Politik spürbar, die noch heute auf der dem Kolonialismus entsprungenen Zeit der Apartheid aufbaut, als auch an den vielen Kulturen, die sich in Südafrika treffen. So ist die deutsche Community nicht die einzige Minderheit in Südafrika. Die „Regenbogennation“ setzt sich aus verschiedenen afrikanischen Gesellschaften wie auch aus Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer, asiatischer und britischer Einwanderer zusammen. Der „melting pot“ bringt viele Einflüsse zusammen, die auch die Kultur vor Ort bereichern und gerade in den Städten für ein großes Angebot sorgen. Es bleibt dennoch zu beachten, dass hier das „melting pot“ Modell ernst genommen wird – die Unterteilung der Gesellschaft aufgrund von Herkunft und Hautfarbe ist durch die Vergangenheit des Landes sehr negativ besetzt. Wer sich in Südafrika auf seine Wurzeln besinnt und diese als Identitäts-Stifter verwendet, tut das aus freien Stücken. Alle anderen sind Südafrikaner, unabhängig der Herkunft ihrer Vorfahren oder gar der Hautfarbe.

Klima & Landschaft in Südafrika

Zwischen zwei Ozeanen gelegen und von beiden Seiten auf unterschiedliche Art beeinflusst, weist Südafrika ein sehr unterschiedliches Klima auf, das mit dem Aufenthaltsort stark variiert. Von der Kalahari-Wüste an der Grenze zu Namibia bis hin zum mediterranen Klima in Kapstadt sind verschiedene Klimazonen zu finden, die auch unterschiedliche Temperaturen mit sich bringen. Dazu kommt die unterschiedliche Ausprägung der Küste. Während der Osten vor allem durch den warmen Agulhasstrom geprägt wird und durch das Aufeinandertreffen der verschieden temperierten Wolkenmassen viel Regen abbekommt, ist der westliche Teil der Küste eher trocken, da hier der kalte Benguelastrom aus dem Antarktischen Meer dem Land Feuchtigkeit entzieht. Auch das Landesinnere ist eher trocken. Steppenzonen prägen die Landschaft in dieser Region.

Klima & Landschaft

Insgesamt liegen die Temperaturen im Winter zwischen 10° und 23°C, während diese im Sommer je nach Region von 20° bis 30° C reichen. Dabei ist zu erwähnen, dass die Jahreszeiten in Südafrika umgekehrt zu denen auf der Nordhalbkugel stattfinden. Der Winter liegt also zwischen Juni und August, während von Dezember bis Februar Sommer herrscht. Weihnachten und Silvester am Strand? Gehören an den Küsten ganz selbstverständlich dazu.

Die Landschaft variiert genau wie das Klima, was schlicht an der Lage und der schieren Größe des Landes liegt. Von wilder steiniger Küste im Süden bis hin zu dichten Grasländern in den Drakensbergen, endloser Savanne im Landesinneren und mediterraner Küste mit Strandleben in Kapstadt ist alles zu finden. Die Savannen bieten der typisch afrikanischen Tierwelt ein Zuhause, die in Nationalparks geschützt wird. Das Hochland hingegen wird vor allem von Wanderern geschätzt. Die alljährlich angenehmen Temperaturen schränken außerdem das Outdoor-Leben kaum ein. Auch im Winter bleibt es zumindest tagsüber einigermaßen warm, so dass eine intensive Kälteperiode ausbleibt. Vereinzelte Tropenstürme oder Nieselregen kommen zwar vor, sorgen aber nicht für eine durchgängige Regenzeit wie in anderen Ländern des afrikanischen Kontinents.

Die schöne Natur in ganz Südafrika unterliegt außerdem einem besonderen Schutz. Der wirtschaftlich weit entwickelte Raum ist sich dessen Bedeutung bewusst und hat deshalb 22 Nationalparks im ganzen Land errichtet, der die besondere Landschaft schützt. Die bekanntesten von ihnen sind sicherlich der knapp 20.000 km² große Kruger Nationalpark und der 1.200 km³ große Garden Route Nationalpark in der Westkap-Provinz. Der größte Nationalpark liegt übrigens im Norden des Landes und umgibt die Kalahari-Wüste. Mit 38.000 km² reicht er bis in das Nachbarland Botswana hinein und deckt einen Teil der südafrikanischen Grenze zu Namibia ab. Die Parks laden so vor allem zu ausgedehnten Entdeckungstouren und Outdoor-Aktivitäten ein.

Die Bevölkerung Südafrikas

Wie bereits angeklungen weist Südafrika eine sehr diverse Bevölkerungsstruktur auf. Die Regenbogennation setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen, die vor allem auf die Geschichte des Landes zurückblicken lassen. Dennoch lässt sich vor allem eins über das multikulturelle Südafrika sagen: Die Menschen sind offen, locker und sehr freundlich.

Die Akzeptanz gegenüber ethnischer Minderheiten zeigt sich auch in der Vielzahl der offiziellen Landessprachen: Mit 11 amtlichen Landessprachen ist Südafrika nach Bolivien und Indien das Land mit den meisten offiziellen Landessprachen der Welt. Dennoch kristallisiert sich vor allem Englisch als Hauptverkehrssprache heraus, da hier das breiteste Verständnis unter der Bevölkerung erreicht wird und es im Gegensatz zu Afrikaans keine negative Verknüpfung mit der Vergangenheit des Landes aufweist. Als Sprache der Apartheid ist Afrikaans zwar heute immer noch weit verbreitet – es ist die Muttersprache von knapp 59 Prozent der Weißen und 0,7 Prozent der Schwarzen – durch die Verwendung dieser als erster Sprache während der Apartheid und der damit verknüpften Zwangslehre in der Schule wird es aber besonders bei der schwarzen Bevölkerung nicht mehr gerne gehört.

Geschichtliche Hintergründe Südafrikas

Das führt auch schon zu einem wichtigen Teil der südafrikanischen Geschichte – der Apartheid, die ihren Anfang im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm, ihren Höhepunkt in der 40ern bis zu den 80er Jahren fand und erst 1994 endete, als Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde. Während dieser Zeit der Rassentrennung hatte die weiße Bevölkerung sich selbst zur Vorherrschaft über alle anderen definierten Bevölkerungsgruppen aufgeschwungen. Die Menschen wurden in verschiedene „Kategorien“ unterteilt. Die drei Hauptgruppen waren

  • die Farbigen (Coloured),
  • Schwarze und
  • Weiße.

Diese wiederum wurden auch räumlich getrennt. Die vorteilhaftesten Strände und Wohngebiete waren nur für Weiße zu haben, wurde dieser Platz zu eng, wurden andere Bevölkerungsgruppen umgesiedelt. Die Townships, in denen Farbige und Schwarze zwangsläufig untergebracht wurden, glichen häufig Elendsvierteln. Das bekannteste und größte ist das bei Johannesburg gelegene Soweto (South Western Township). Insgesamt war das Regime der Apartheid geprägt von Unterdrückung und Brutalität, die vor allem Hass hervorrief. Der im Untergrund geleistete Widerstand und schließlich das Bröckeln der Apartheidsbewegung von innen heraus führten dann zur Auflösung des Regimes, das dem großen Druck nicht mehr standhalten konnte. Die ersten demokratischen Wahlen 1994 führten das Land zurück auf den Weg in ein gerechteres System.

Dass die Weißen überhaupt in Südafrika waren, geht auf eine typische Kolonisierungsgeschichte zurück, in der Südafrika 1652 von den Niederlanden kolonialisiert worden war. Im 18. Jahrhundert versuchte dann England das Land einzunehmen, da das strategisch günstige Kap der Guten Hoffnung eine wichtige Versorgungsstelle auf dem Weg nach Indien darstellte. Die Kolonie wurde schließlich Teil des Empires, Engländer und Niederländer tolerierten sich gegenseitig jedoch, bis schließlich die Engländer die Sklaverei abschafften und damit den Niederländern, die sich jetzt Buren nannten, die Existenzgrundlage entzogen.

Sie wanderten daraufhin im „Großen Trek“ nach Norden, wo sie jeweils versuchten eigenständige Republiken aufzubauen. In den beiden Burenkriegen versuchten beide Parteien ihr eigenes Recht durchzusetzen, bis das britische Empire mit dem zweiten Burenkrieg schließlich das Gebiet zurück eroberte, die Buren aber ihre Amtssprache behalten durften. Die Sklaverei wurde dann zwar abgeschafft, die nicht-weiße Bevölkerung litt aber dennoch unter den Umstrukturierungen. Schließlich schlossen sich 1910 die verschiedenen Republiken zur Südafrikanischen Union zusammen, die erst 1961 zur Republik Südafrika wurde. Während dieser Zeit entwickelte sich auch die Apartheid immer stärker, die sich wie oben beschrieben bis 1940 zur Rassentrennung auswuchs, die erst in den 90ern abgeschafft wurde.

Htten aus Wellblech in Soweto, Johannesburg, Sdafrika

Noch heute ist diese geschichtliche Episode spürbar. Die ANC, die traditionelle schwarze Partei, ist nach wie vor an der Macht, die weißen eine sehr kleine Minderheit. Das Land entwickelt sich positiv, es ist der fortschrittlichste wirtschaftliche Raum des gesamten Kontinents. Dennoch gibt es natürlich noch viel Armut, was besonders in den ehemaligen Townships spürbar ist. Auch in Soweto, dem größten und bekanntesten, leben heute noch viele Schwarze. Die Situation in Soweto hat sich dabei zwar maßgeblich verbessert, auch wenn es immer noch Siedlungsteile gibt, in denen eine sehr hohe Kriminalität herrscht und viele sehr arme Menschen leben. Wie die Favelas in Brasilien gibt es hier Orte, die zu den gefährlichsten der Welt gehören. Das müssen vor allem Zuwanderer lernen, die sich sonst sehr schnell in unschönen Situationen wieder finden. Auch sonst sollte Reichtum und Schmuck nicht zur Schau gestellt werden. Raubüberfälle sind nicht unüblich, viele versuchen sich mit hohen Zäunen und Mauern um ihr Haus zu schützen – eine Reaktion, die die Entwicklung an sich noch verstärkt.

Weiß und Schwarz im Einklang?

Mit dem Hintergrund der Apartheid ist bereits zu verstehen, dass Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen durchaus dazu gehören. Der ANC ist an der Macht, was natürlich positiv zu sehen ist und die Errungenschaften der Anti-Apartheidsabewegung zeigt. Auf der anderen Seite handelt es sich auch hier um eine kleine Elite, die die Zügel in der Hand hält – die 0,7 Prozent der schwarzen Afrikaans-Muttersprachler sind zumeist die, die sich in gehobenen Positionen und politischen Ämtern wiederfinden. Eine in Südafrika lebende Deutsche fasst es wie folgt zusammen:

„Auch die Korruption grassiert weiter. Hier interessiert die meisten Menschen nicht, ob Politiker ehrlich und rechtschaffen sind. Das ist in Deutschland deutlich anders. Dort funktioniert die kontrollierende Macht der Medien immer noch sehr gut. Manchmal denke ich, dass es nicht schaden könnte, wenn neben der seit 20 Jahren amtierenden Partei ANC noch eine zweite starke Partei mit das Ruder übernehmen würde. Der ANC ist traditionell die Partei der Schwarzen, die hier natürlich in der Mehrheit sind. Die Weißen sind eine sehr kleine Minderheit. Manchmal habe ich aber den Eindruck, der ANC verlässt sich zu sehr auf die »race card« und verspürt deshalb keinen besonders hohen Druck, seine Politik zu ändern. Es wundert mich, dass es noch keine Aufstände vom Kaliber des Arabischen Frühlings gegeben hat. Aber das spiegelt die Mentalität der Menschen wider. Südafrikaner sind sehr friedlich und geduldig. Dennoch frage ich mich, ob dies in Zukunft so bleibt.“

Auswanderer fühlen sich deshalb nicht immer wohl und bleiben deshalb unter sich. Zum Thema „Auswandern nach Südafrika für Deutsche“ spricht sie aus Erfahrung:

„Nach meinen Beobachtungen gibt es hier zwei Typen von Auswanderern: Zum einen sehr wohlhabende Deutsche, die sich hier eine Immobilie zugelegt haben und sich darin niederlassen. Diese führen oft ein Leben wie in Deutschland. Sie bewegen sich fast ausschließlich in der deutschen Community, schauen deutsches Fernsehen und lesen deutsche Zeitungen.

Die zweite Variante des Auswanderns ist, als junger Mensch einen Job zu finden und sich hier ein Leben aufzubauen. Ich empfehle jedem, zunächst ein Praktikum zu absolvieren, um zu erkunden, ob einem Land und Leute liegen. Lediglich Urlaub zu machen, verschafft einem keinen realistischen Eindruck vom Leben. Es ist allerdings nicht leicht, einen festen Job zu finden, denn es gibt das sogenannte Black Economic Empowerment (BEE), eine Art Quote, bei der Schwarze bevorzugt eingestellt werden oder einen Studienplatz erhalten. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der in Südafrika Einwandern möchte. Den besten Start hat man, wenn man von einer deutschen Firma mit einem deutschen Gehalt nach Südafrika entsandt wird.“

So haben weiße Einwanderer zwar grundsätzlich gute Möglichkeiten, in Südafrika Fuß zu fassen, sie sollten sich aber dennoch der gesellschaftlichen Situation bewusst sein und entsprechend sensibel agieren. Nur so ist eine erfolgreiche Integration in die „melting pot“ Gesellschaft möglich.

Die Aufenthaltsgenehmigung in Südafrika

In Südafrika ist prinzipiell jeder willkommen, der das Land nach vorne bringt. Allerdings kann nicht jeder einfach kommen und bleiben wie es ihm gefällt, auch wenn Touristenvisa an Deutsche, Österreicher und Schweizer bis zu 90 Tagen natürlich ohne besondere Fähigkeiten vergeben werden, sobald der Pass lange genug gültig ist und freie Seiten hat und die Impfbestimmungen erfüllt sind.  Durch seinen vergleichsweise hohen Lebensstandard, das tolle Klima und den kulturellen Reichtum wollen viele den Traum vom Auswandern wagen, so dass sich die Administration durchaus aussuchen kann, wer rein darf und wer nicht – das knüpft an verschiedene Bedingungen, so dass das Land vor allem die Einwanderer wählt, von denen es profitieren kann. Das sind in erster Linie:

Arbeitnehmer eines südafrikanischen Unternehmens:

Ein Arbeitsplatz in Südafrika muss vorher öffentlich ausgeschrieben worden und erwiesenermaßen nicht mit einem (schwarzen) Südafrikaner zu besetzen sein. Das berechtigt zur Temporary Residence. Mit dem konkreten Jobangebot darf der Arbeitnehmer dann sein Work Visum beantragen.

Versetzte Arbeitnehmer in einem Unternehmen mit Niederlassung in Südafrika:

Ebenso dürfen Arbeitnehmer innerhalb eines Unternehmens nach Südafrika versetzt werden. Dann kann die Firma für ihn ein Intra-Company Tranfer Work Visa beantragen, das bis zu vier Jahren gültig ist.

Außergewöhnliche Fähigkeiten:

Ein Critical Skills Work Visa ist für alle gedacht, die dem Land mit einer besonderen Ausbildung dienen können. Dünn besetzte Branchen sollen von den neuen Arbeitnehmern profitieren, die so ins Land kommen dürfen, ohne ein konkretes Jobangebot vorzuweisen. Die Critical Skills Liste wird regelmäßig erneuert und ist auf der Internetseite der Einwanderungsbehörde einsehbar.

Arbeitgeber in Südafrika

Arbeitgeber in Südafrika:

Wer mit entsprechendem Kapital nach Südafrika kommt und dieses in die südafrikanische Wirtschaft investiert, darf ebenfalls bleiben. Mit 5.000.000 Rand, etwa 350.000 €, darf dann eine Investition getätigt oder ein Unternehmen gegründet werden, das mindestens 60 Prozent der festangestellten Arbeitnehmer aus der südafrikanischen Gesellschaft beziehen wird.

Studenten und Schüler in Südafrika:

Für die Dauer ihrer Ausbildung bekommen auch Studenten und Schüler ein Visum in Südafrika. Dieses ist jedoch nicht automatisch mit einer Arbeitserlaubnis verbunden.

Familienmitglieder von Südafrikanern:

Wer in Südafrika ein direktes Familienmitglied hat, bekommt an dessen Aufenthalt angelehnt ebenfalls ein Visum. Hier ist jedoch ein Nachweis zu erbringen, dass genügend Geld vorhanden ist, bzw. ein monatliches Einkommen bezogen wird, das über einem gewissen Betrag liegt. Aktuell (Stand April 2017) sind das 8.500 Rand, etwa 600 €. Kinder bekommen dieses Visum mit ihren Eltern zusammen.

Mit einem bestehenden Arbeitsvisum oder einem Temporary Residence Visum, das unter den oben genannten Bedingungen vergeben wird, kann ebenfalls die Permanent Residency beantragt werden. Nach mindestens zehn Jahren der Permanent Residency kann dann ebenfalls eine Bürgerschaft in Südafrika beantragt werden.

Der Arbeitsmarkt in Südafrika

Der südafrikanische Arbeitsmarkt ist vor allem darauf ausgerichtet, dass zuerst die Südafrikaner Arbeit haben – erst mit einem nicht durch einen Südafrikaner besetzbaren Stellenangebot ist ein Work Visa zu beantragen. Dieses wird dann vom Ministerium geprüft. Vorteile haben all jene, die eine qualifizierte Ausbildung, solide Berufserfahrung und natürlich gute Sprachkenntnisse vorweisen können. Die Sprache und soziale Kontakte sind essentiell auf dem Weg zum Mitglied in der südafrikanischen Gesellschaft.

Auf dem Arbeitsmarkt erweisen sich neben sehr guten Englischkenntnissen auch weitere Sprachen als Vorteil. Als Regenbogennation mit elf Amtssprachen lädt Südafrika gerade dazu ein, mehrere Sprachen zu lernen und anzuwenden. Grundkurse in Afrikaans empfehlen sich genauso wie die üblichen europäischen Businesssprachen Französisch und Spanisch. Dazu kommt noch das dichte Netzwerk, das Auswanderer dringend spinnen sollten. Mit Freunden im Land ist alles einfacher, umso besser, wenn diese nicht ausschließlich zur deutschen Community gehören, da diese den Neuankömmlingen nicht immer wohlgesonnen ist. Die Südafrikaner selbst sind offen und gesellig und freuen sich deshalb über neue Bekanntschaften, die schnell zu den lockeren Grillfesten, dem „Braaien“ eingeladen werden.

Ebenfalls zu beachten ist, dass südafrikanische Unternehmen längere Arbeitszeiten und weniger Freizeit von ihren Mitarbeitern verlangen. Dafür ist der Freizeitwert zwar ungemein höher – diese Unterschiede zum deutschen Arbeitsmarkt sollten jedoch zumindest in Betracht gezogen werden.

Das Gesundheitssystem Südafrikas und die weitere Absicherung

Ein festes Gesundheitssystem mit gesetzlichen Krankenversicherungen und Versicherungspflicht gibt es in Südafrika nicht. Stattdessen gibt es private Krankenkassen, bei denen manche Arbeitgeber mit der Einstellung eine Mitgliedschaft für den Arbeitnehmer beantragen. Rentner, Schüler, Studenten oder selbstständige Unternehmer hingegen müssen sich selbst versorgen und entweder vor Ort eine Krankenversicherung suchen, die ihren finanziellen und gesundheitlichen Ansprüchen gerecht wird, oder sich in Deutschland für das Ausland versichern. Mit speziellen Erkrankungen kann das jedoch schwer werden, weswegen besonders dann genau auf die Bestimmungen der Kasse geachtet werden sollte. Ebenso empfehlen bereits Ausgewanderte, die Mitgliedschaft in der deutschen Krankenversicherung nicht zu kündigen, sondern stattdessen ruhen zu lassen. Die finanzielle Belastung wird dadurch verringert, die Absicherung bei einer Rückkehr bleibt jedoch erhalten.

Auch die weitere Absicherung ist in keinem Fall wie in Deutschland. Es gibt kein soziales Netz, das Arbeitslose weich abfängt und finanziert. Finanzielle Unabhängigkeit ist gerade für Auswanderer essentiell, da sie häufig weder Familie noch langjährige Freunde vor Ort haben, die in Notsituationen helfen können. Wer ohne Ersparnisse in der Rückhand nach Südafrika zieht und dort nur von der Hand in den Mund lebt, hat potenziell ein hohes Risiko. Deshalb ist es besser, zumindest für die ersten Jahre in der Heimat vorzusorgen, einen Wohnsitz, Ersparnisse und Absicherungen zu haben, zu denen im Notfall zurückgekehrt werden kann.

Lebenshaltung in Südafrika

Die Lebenshaltungskosten in Südafrika steigen und sind inzwischen den deutschen Preisen durchaus ähnlich. Besonders in Kapstadt steigen auch die Immobilienpreise in Rekordhöhe – es ist damit die teuerste Stadt Südafrikas, wenn vielleicht auch die schönste für deutsche Auswanderer. In der Stadtmitte leben ist aber mit einem normalen Gehalt nicht mehr möglich. Je nach Position liegen die Gehälter deutlich unter denen in Deutschland. Das heißt, dass die reellen Löhne deutlich niedriger liegen und für weniger Geld mehr zu arbeiten ist. Wie oben bereits anklang, ist es also besonders gut, von einer deutschen Firma zu einem deutschen Gehalt nach Südafrika entsandt zu werden. Auch Selbstständige können sich Gehältertechnisch anders aufstellen. Angestellten hingegen wird wenig übrig bleiben, als sich in günstigeren Gebieten niederzulassen. So können angenehme Verhältnisse von Lohn und Lebenshaltungskosten geschaffen werden, die eher zur Vorstellung des Lebens im Paradies passen, als das Leben auf knappem Grund mit wenig Geld in Kapstadt City.

Leben in Südafrika

Das Leben in Südafrika

Teure Mieten in der Stadt, steigende Lebensmittelpreise und geringe Gehälter: Das Leben in Südafrika scheint schwierig zu sein. Das ist einer der Gründe, warum deutsche Auswanderer häufig wieder zurückkehren. Dazu kommen noch politische Eskapaden, die aktuell wieder hohe Wellen schlagen und nicht gerade für Sicherheit im Land sprechen.

Es gibt jedoch auch viele, denen das Abenteuer Auswanderung geglückt ist. Mit solider Planung, finanzieller Unabhängigkeit, einem dichten sozialen Netzwerk vor Ort und Sicherheiten in Deutschland kann jeder seinen persönlichen Traum vom Leben in Südafrika verwirklichen. Und sich künftig in tollem Klima an wunderschöner Natur und Küste erfreuen und die Lockerheit, Freundlichkeit und Offenheit eines Landes genießen, in dem vor allem das Hier und Heute zählt.

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