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Auswandern Philippinen: Erfahrungsbericht

Der Wohnsitzwechsel von Deutschland hin zu den Philippinen kann, nicht nur in Bezug auf den aufzulösenden Hausstand, als ein endgültiger Schritt bezeichnet werden. Die Entfernung von Mitteleuropa zu dem Inselstaat in Ostasien beträgt rund 10.500 Kilometer. Der Flug beginnt in Frankfurt am Main und endet in der philippinischen Hauptstadt Manila auf der Hauptinsel Luzon. Mit 110.000 Quadratkilometern ist Luzon ein Drittel so groß wie das gesamte Land mit seinen mehr als 7.000 Inseln. Auf Luzon lebt mit 50 Millionen Einwohnern knapp die Hälfte der Filipinos. Die beiden Amtssprachen sind Filipino und Englisch. Die Landeswährung PHP, Philippinischer Peso, steht mit Banknoten und Münzen in insgesamt siebzehn Stückelungen zur Verfügung. Abhängig vom jeweiligen Wechselkurs sind ein Euro etwa 60 bis 65 PHP. Die Philippinen sind seit mehreren Jahrzehnten ein beliebtes Touristenziel. Zu dem Personenkreis der Auswanderer gehören vorwiegend ältere Alleinstehende oder Ehe-/Lebensgemeinschaften. Ihr Einkommen ist durch Rente, Pension oder Versicherungszahlungen gesichert. Sie sind auf den Philippinen auf keinen Fulltimejob als Berufstätige angewiesen.

Dem Auswanderer zu den Philippinen wird angeraten, in einigen mehrwöchigen Urlaubsaufenthalten das Land eingehender kennenzulernen. Er sollte recht genau wissen, auf welcher Insel er in welcher Stadt wohnen und leben möchte. Das Land ist in 17 Provinzen sowie in 81 Regionen gegliedert. Die Regionen sind geografisch in die drei Inselgruppen Luzon, Mindanao und Visayas unterteilt. Die Insel Mindanao mit ihrem Hauptort Davcao City ist in etwa so groß wie Luzon. Visayas gliedert sich in die drei Regionen Central, East und Western. Zu den größeren und bekannten Inseln gehören Bohol, Cebu, Leyte oder Samar. Manila ist mit 1,7 Millionen Einwohnern das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Philippinen. Wenngleich der Auswanderer ganz unbewusst die Standards seiner bisherigen und zukünftigen Heimat vergleicht, so sollte ihm bewusst sein, dass die Philippinen eine buchstäblich andere Welt sind. Die Aufnahme im Land durch die Einheimischen ist freundlich bis hin zu herzlich. Das gilt besonders dann, wenn der Einwanderer nichts beansprucht, was ohnehin knapp im Land ist. Dazu gehören Arbeitsplätze als Arbeiter und Angestellter in der heimischen Wirtschaft. Ganz anders ist die Situation dann, wenn der Auswanderer mit einem Arbeitsvertrag bei einem ausländischen Unternehmen in der Tasche nach Manila reist. Von Beginn an ist sein Standing deutlich besser, zumal er bei Wohnungssuche und Behördengängen mit der Unterstützung seines Arbeitgebers rechnen kann.Bei einem regelmäßigen und gesicherten Einkommen von 1.000 Euro, beispielsweise als Altersrente oder Pension, kann der Lebensunterhalt auf den Philippinen recht gut bestritten werden. Dem Auswanderer stehen monatlich rund 60.000 PHP zur Verfügung. Für die Unterkunft mit ihren Kostenarten Hausmiete und Energie betragen die Monatsausgaben, abhängig von dem Objekt mit Lage, Alter und Ausstattung, zwischen 5.000 und 10.000 PHP. Der Auswanderer hat also eine recht breite Spanne bei seiner Wahl. Für den täglichen Lebensunterhalt sind weitere 10.000 PHP ausreichend. Pflichtausgaben für Versicherung, Kommunikation und anderes sind auf den Philippinen überschaubar. Dem Auswanderer verbleibt bei seinem Einkommen von 1.000 Euro+ somit ein ausreichender Überhang zum Leben und Sparen. Das ist, wie gesagt, eine komfortable Situation für diejenigen Auswanderer, deren Monatseinkommen zumindest größtenteils gesichert ist.Ganz anders sieht es aus, wenn im Lande gearbeitet, und der Verdienst in der Landeswährung PHP berechnet sowie ausgezahlt wird. Sowohl für Selbstständige als auch für Angestellte und Arbeiter ist es sehr schwierig, auf den Philippinen beruflich Fuß zu fassen. Wie anderswo auch, wird dazu ein finanzielles Polster benötigt, um auch einen längeren Zeitraum überbrücken zu können. Im Gegensatz zu Nordamerika oder zu Australien sind die Philippinen kein typisches Auswanderungsland für den beruflichen Neuanfang mit einer Existenzgründung. Wer auf die Philippinen auswandert, der möchte, wie es heißt, sein Leben genießen. Vor diesem Hintergrund sind die Auswanderer ganz überwiegend Ältere, deren Grundeinkommen gesichert ist.

Auf den Hauptinseln, und dort in direkter Nähe zu den größeren und Großstädten, ist die Infrastruktur mit Verkehrsanbindung, medizinischer Versorgung sowie Kommunikation zufriedenstellend bis gut. Die Verbindungen für Internet und Mobilfunk sind nicht landesweit flächendeckend stabil; tageweise Ausfälle außerhalb der Ballungsgebiete sind eher die Regel als eine Ausnahme. In der neuen Heimat ist der Lebensrhythmus deutlich anders als bisher gewohnt. Dem Auswanderer fällt das keineswegs negativ, sondern eher positiv auf. Zu den Umstellungen im Alltag gehört auch die Verpflegung. Die aus Deutschland gewohnten Waren und Produkte werden auf den Philippinen ausschließlich in den Großstädten sowie in direkter Nähe zu den bekannten Touristenorten angeboten. Obwohl solche Importprodukte deutlich teurer als Waren aus dem Inland sind, braucht sich der Auswanderer keine Sorgen zu machen. In ausgesuchten Delikatessenläden werden typisch deutsche Waren angeboten, bis hin zu selbstgebackenem Brot. Diese Infrastruktur sollte bei der Standortwahl auf jeden Fall hinreichend berücksichtigt werden. Der Auswanderer wird kurz über lang zu einem Selbstversorger mit Produkten aus seiner Region.

Der potentielle Auswanderer muss sich und seine Mentalität kennen und realistisch einschätzen. Das aus Deutschland bekannte Netz an Behörden, Organisationen und Institutionen gibt es auf den Philippinen nicht vergleichbar. Dort sind Eigenständigkeit sowie Eigenverantwortung angesagt. Der Staat kümmert sich kaum um die Belange von Bürgern oder Einwanderern. Hilfe zur Selbsthilfe gehört zum Alltag, und oftmals setzt sich dabei der Stärkere oder auch der Cleverere durch. Die englische Sprache sollte in Wort und Schrift beherrscht werden. Auch dann kann in vielen Fällen der Vorteil nicht ausgeglichen werden, den die Landessprache Filipino bietet. Kurz gesagt: Der Auswanderer muss handfest und durchaus auch konfliktfreudig sein.

Der Kontakt zur bisherigen Heimat sollte, allein aus finanziellen Gründen, bestehen bleiben. Dazu gehören sowohl das Girokonto als auch ein oder zwei Kreditkarten inklusive dem Kreditkartenkonto. Für Rentner ist es am einfachsten, ihre Monatszahlung so wie bisher auf das Girokonto in Deutschland auszahlen zu lassen. Eine Geldverfügung ist anschließend in der neuen Heimat per Kreditkarte am Geldautomaten möglich. Die Wechselkursgebühren werden automatisch vom Kreditkartenanbieter berechnet. So ist jegliche Zeitverzögerung bei der monatlichen Rentenzahlung ausgeklammert. Mit dem Onlinebanking können sämtliche Konten gecheckt und bearbeitet werden. Das ist ein weiterer Anlass dafür, um sich auf den Philippinen den Wohnsitz an einem Standort mit einer stabilen Internetverbindung auszusuchen.

Der Auswanderer ist insgesamt gut beraten, sich beim Auswärtigen Amt in Berlin sowie bei der philippinischen Botschaft, die ebenfalls ihren Sitz in der Bundeshauptstadt hat, frühzeitig zu erkundigen und sich eingehend beraten zu lassen. All Dokumente, die in deutscher Sprache ausgestellt sind, sollten bei der Aus-/Einreise in notariell beglaubigter englischer Fassung mitgeführt werden.

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