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Leben und Arbeiten in Norwegen

Auswandern nach Norwegen – Zwischen Trollen und Wikingern

Norwegen, da denken viele vermutlich an raue Fjorde, graue und dunkelgrüne Felsen, die ins tiefblaue Wasser ragen. Auch an rote Holzhütten, an Mythen um Trolle und barbarische Wikinger, an Polarkreis und Schnee. In den vergangenen zehn Jahren sind etwa 10.000 Deutsche nach Norwegen ausgewandert. Viele von ihnen haben sich bei Urlauben in das Naturparadies verliebt. Es hat allerdings noch mehr zu bieten, ist es doch wirtschaftlich gesehen ein reiches Land, das seiner Bevölkerung einen hohen Lebensstandard garantiert. Spielen Sie auch mit dem Gedanken, in den Norden zu ziehen? Norwegen mag zwar teuer sein, es hat aber ebenso seinen Reiz. Auf was Sie sich einlassen, wenn Sie Ihren Auswanderungsplan durchziehen, das lesen Sie hier.

Warum Norwegen so beliebt ist

Der Rest der Welt hat so einige interessante Ideen, was Norwegen ausmacht. Viele davon sind romantische Vorstellungen, meist aus Film und Fernsehen. Das unbeschwerte Leben in Skandinavien ist Teil vieler Sendungen. Eine Work-Life-Balance, wie es sie nirgendwo anders zu geben scheint, ermöglicht es Vätern und Müttern, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Stress kennen sie nich – mit deutschen Verhältnissen verglichen – viel lieber verbringen sie ihre Abende in der Natur.

Naturverbundenheit wird in Norwegen sowieso großgeschrieben. Jedes Jahr kommen Millionen von Besuchern in den Norden, um die einmalige Landschaft Norwegens zu bestaunen. Sie ist ausgesprochen vielfältig. Zu den meist besuchten Stätten gehören das Nordkap und der Geirangerfjord. Mit dem Postschiff lassen sich die Hurtigruten vom Wasser aus erleben. Wer auf der Suche nach polarisierenden Großstädten ist, wird in Norwegen etwas länger suchen müssen. Zwar ziehen Oslo, Bergen, Stavanger oder Trondheim, Norwegens größte Städte, jedes Jahr eine Vielzahl an Besuchern an, sie haben jedoch im Vergleich zu deutschen Großstädten nicht viele Einwohner. In ganz Norwegen leben nur etwas mehr als fünf Millionen Menschen. Möglicherweise liegt genau darin der Charme der Städte. Sie sind wunderschön, bestehend aus verzweigten Gassen mit kleinen Hütten oder stattlichen Holzhäusern, gespickt mit Läden und Cafés. Norwegens Einwohner verbringen viel Zeit im Freien, beim Wandern oder auf den Terrassen in den Straßen. Jedes Sonnenlicht wird genutzt.

Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, dauern die Autofahrten meist länger, als es der Karte nach den Anschein hat. Kurvige Straßen, an den Fjorden meist nah am Wasser, im Inland gekennzeichnet durch mitunter steile Serpentinen, verbinden die Städte miteinander. Tagelange Touren können Wanderer durch die Tundrenlandschaft führen, ohne auf dem Hochplateau auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Selbst im Hochsommer lassen sich schneebedeckte Gipfel entdecken. Im Winter gibt es zahlreiche Skigebiete, die Besucher anlocken. So gibt es für Wintersportfans beispielsweise den ehemaligen Olympiaort Lillehammer zu erkunden oder den Holmenkollen mit seiner Skisprungschanze zu besuchen.

Neben den Naturerlebnissen, die Norwegen verspricht, ist es aufgrund seiner Lebensqualität beliebt. Die UN fasst das Leben in Norwegen folgendermaßen zusammen: erstklassiges Bildungsniveau, gutes Sozialwesen und ausgezeichnete medizinische Versorgung, wirtschaftliche Überlegenheit.

Das Klima in Norwegen

Das Klima in Norwegen

Das Klima in Norwegen ist in zwei Zonen einzuteilen. Das Gebirge in der Landesmitte ist sozusagen die Klimascheide. Es verläuft parallel zur Küste vom Süden bis nach Norden durch das Land. An der Küste gibt es See Klima, gekennzeichnet durch viel Niederschlag aber ebenso relativ milde Temperaturen. Das Wasser ist selbst im Winter eisfrei, da der vorbeiziehende Nordatlantikstrom ziemlich warm ist. Bergen zum Beispiel, im Südwesten an den Fjorden gelegen, hat im Winter durchschnittliche Temperaturen von minus fünf bis plus zwei Grad. Wer bei Norwegen also an Eis und Schneemassen denkt, hat damit nicht unbedingt recht. Was vom Meer allerdings an Feuchtigkeit in die Luft gelangt, regnet sich vor dem Gebirge ab und macht damit Bergen zur regenreichsten Stadt Europas. Auf der Ostseite des Gebirges hingegen herrscht kontinentales Klima: weniger Niederschläge, kältere Winter, wärmere Sommer. Weiter im Landesinneren sind die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten also deutlich ausgeprägter. Außerdem gilt, je weiter nach Norden man reist, umso kälter kann es dort werden. Am Nordkap zum Beispiel weht eisiger Wind fast das ganze Jahr lang und es gibt immer wieder Schneefelder in der Landschaft. Es macht also einen großen Unterschied, wohin genau Sie als Einwanderer nach Norwegen ziehen möchten.

Norwegens Landschaft

Das Gebirge mit seinen Massiven und Hochebenen, sogenannten Fjells, prägt nicht nur das Klima Norwegens, sondern auch maßgeblich seine Landschaft. Manche der Berge ragen bis zu 2.300 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Galdhøpiggen ist mit seinen stolzen 2.469 Metern der höchste von ihnen. Jahrtausende vor unserer Zeit haben Gletscher die Gebirge und Felsen an den Fjorden geformt. Mit dem Rückgang des Eis kam immer mehr Land zum Vorschein. Das Meerwasser hat mancherorts einzigartige Formen in den Fels gewaschen. So hat der Berg Torghatten beispielsweise mitten im Felsen ein Loch, entstanden einzig durch Wasser. Wie das Loch sind auch andere Formen entstanden, zum Beispiel die Fjorde und Küstenformen aber ebenso Binnenseen im Landesinneren. Ob es möglich ist, sich an einen solchen Anblick zu gewöhnen? Besucher und Auswanderer sind jedenfalls überwältigt von der rauen, unberührten Schönheit, die Norwegens Landschaft prägt.

Küste

Aufgrund der lang gestreckten Form hat Norwegen eine vergleichsweise lange Küste. Etwa 25.000 Kilometer führt sie am Atlantik entlang. Die Fjorde sind das wohl markanteste landschaftliche Charakteristikum des skandinavischen Landes. Die gigantische Länge kommt dadurch zustande, dass die vielen kleinen und großen Einbuchtungen und Wasserarme ins Landesinnere als Küstengebiet mitgezählt werden. Als gerade Küstenlinie, also Luftlinie gesehen, kommen gerade einmal 2.650 Kilometer zusammen. Davon sind die meisten von steinigen und teilweise extrem steilen Felswänden geprägt. Nur an wenigen Orten gibt es kurze Abschnitte mit Sandstränden. In vielen der Fjorde liegen zahlreiche Inseln. Insgesamt werden rund 150.000 von ihnen gezählt. Dazu gehören auch bekannte Gruppen wie beispielsweise die Lofoten, ganz im Norden gelegen.

Die Geschichte Norwegens

Norwegen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Mit dem sich zurückziehenden Eis kam etwa 8.000 vor Christus nicht nur viel mehr Land zum Vorschein, geprägt von außergewöhnlichen Formen. Es folgten zudem Jäger und Sammler dem Eis immer weiter in den Norden. Viele Jahre später, zwischen 800 und 1050 um genau zu sein, beherrschten die Wikinger die skandinavische Küste. König Harald Hårfagre vereinte viele einzelne Stämme und Regionen unter sich, sodass er es schaffte, von Norwegen aus auf Island, die Färöerinseln und Grönland überzusetzen und erste Besiedlungen dort zu starten. Einige der barbarischen Seemänner schafften es mit ihren Booten gar nach Neufundland, vor Amerika gelegen. Bis 1472 gehörten selbst Teile der Normandie in Frankreich sowie die Orkney- und Shetlandinseln zu Norwegen. Dass die Wikingerzeit einen erheblichen Teil zur Geschichte und Kultur Norwegens beigetragen hat, ist wohl unverkennbar. Noch heute ranken sich unzählige Mythen und Geschichten um diese aufregende Zeit. Manche von ihnen sind ebenso frei erfunden, wie Gutenacht-Geschichten von Trollen und Waldelfen. Nach Ihrem Umzug haben Sie ja die Gelegenheit, Ihre Umgebung nach ihnen abzusuchen.

Später überwog eine Zeit von Kooperation und Unionen im Gegensatz zu Besiedlungen und Eroberungen. Mit den Nachbarländern Dänemark und Schweden beispielsweise gab es immerhin rund 500 Jahre lang eine Personalunion. Als diese aufgelöst wurde, erlangte Norwegen seine erste Unabhängigkeit, wie wir sie heute kennen. In einer Nationalversammlung 1814 entstand so die erste Verfassung des Landes. Sie gilt bis heute für Bewohner des Landes und seine Einwanderer. Zudem ist der 17. Mai als Nationalfeiertag erhalten geblieben.

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges waren vor allem Norwegens Rohstoffe von großer Bedeutung. Ein Großteil der Norweger leistete allerdings erheblichen Widerstand gegen die Nationalsozialisten, sodass vor allem dieser Teil der Geschichte in Erinnerung geblieben ist. Rohstoffe spielten auch nach dem Krieg noch eine wesentliche Rolle. Besonders Erdöl machte Norwegen reich und sorgte für massives Wachstum in kurzer Zeit. Es könnte an diesem Wohlstand des Landes liegen, dass ein Beitritt zur Europäischen Union bereits zweimal in Abstimmungen des norwegischen Volkes abgelehnt wurde. Norwegen ist allerdings trotzdem als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes vielen EU-Staaten gleichgestellt. Für Einwanderer aber viel wesentlicher ist der Fakt, dass Norwegen Mitglied des Schengen Abkommens ist. So können Deutsche also ohne ihren Pass zeigen zu müssen oder gar ein Visum zu beantragen, in das Land einreisen.

Die Bevölkerung Norwegens

Als eines der flächenmäßig größten Länder im europäischen Raum hat Norwegen mit nur 5,2 Millionen Einwohnern nur wenig Bevölkerung. Immerhin hat sich die Anzahl allerdings im vergangenen Jahrhundert mehr als verdoppelt. Norwegen hat eine der höchsten Geburtenraten weltweit. Zudem ist das Land bei ausländischen Arbeitskräften beliebt, die meist ihre Familien mit sich bringen. Dadurch steigen die Einwohnerzahlen stetig an. Norwegens Ureinwohner sind die Samen, ein indigenes Volk, von dem es rund 60.000 bis 100.000 Menschen gibt. Sie leben meist im Norden. In Karasjok haben sie sogar eine eigene parlamentarische Vertretung.

Die meisten Norweger besiedeln den Süden des Landes. Der bietet mehr Anbindung an andere Länder auf dem europäischen Kontinent und ein milderes Klima als der mitunter kalte und dunkle Norden. Daher befinden sich hier die Ballungszentren Oslo und Bergen. 80 % aller Norweger leben in dieser Region, nur 20 % im Landesinneren. Je weiter ins Land und in den Norden Touristen reisen, umso weniger Einheimische treffen sie dort. Viele der 20 %, die außerhalb der Ballungsräume leben, sind an der Küste angesiedelt. Früher war das Verhältnis einmal umgekehrt. Vor etwa 200 Jahren lebten noch 90 % der Bevölkerung auf dem Land.

Für viele Einwanderer sind die großen Städte Norwegens besonders reizvoll. Ein Wochenende oder einen längeren Urlaub an einem der Seen im Landesinneren zu verbringen, zu wandern, Ski zu fahren oder am Fjord zu angeln – das sind Freizeitbeschäftigungen, denen viele Norweger nachgehen. Unter der Woche jedoch leben die meisten von ihnen in der Stadt. Wenn Sie nach Norwegen auswandern möchten, haben Sie sich mit Sicherheit schon Gedanken darum gemacht, wo Sie am liebsten wohnen möchten. Beides hat entscheidende Vorteile: ein Leben in Ruhe und in der Natur auf dem Land oder in einem kleinen Dorf oder aber der Umzug in eine Stadt, mit besserer Infrastruktur, womöglich Schulen oder gar einer Universität.

Etwa 700.000 Einwanderer leben derzeit in Norwegen. Darunter versteht das Land alle Menschen, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Mehr als ein Drittel von allen Einwanderern besitzt die norwegische Staatsbürgerschaft. Diese Zahl zeigt einmal mehr, wieso das Land bei Auswanderern so beliebt ist. Ausländer sind hier willkommen und werden mit offenen Armen empfangen.

Norwegisch

Die überwiegende Mehrheit aller Norweger spricht Norwegisch. Die nordgermanische Sprache ist mit dem Mittelniederdeutschen verwandt und daher für Deutsche nicht allzu schwer zu erlernen. Einen Sprachkurs schon vor dem Auswanderungsabenteuer zu besuchen, ist durchaus zu empfehlen. Je nach Wohnort sollten sich Einwanderer allerdings im gesprochenen Norwegisch auf Dialekte gefasst machen. Sie spielen eine große Rolle im Alltag der Bewohner Norwegens. Neben Norwegisch sprechen noch einige wenige Einwohner Samisch, Kvenisch oder zum Beispiel Finnisch. Vor allem im Norden des Landes werden diese Sprachen gebraucht. Rund 20.000 bis 30.000 Menschen können neben Norwegisch noch eine dieser Sprachen sprechen. Für die Samische Bevölkerung ist ihre Sprache seit 1992 wieder Pflichtfach in der Schule, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die meisten der Norweger sprechen außerdem sehr gutes Englisch. So manch ein Auswanderer wird sich darüber freuen. Sie sollten sich allerdings bewusst sein, dass man sich besonders dann heimisch fühlt, wenn man die Landessprache beherrscht. Lebensmittelbeschriftungen im Supermarkt beispielsweise oder die Menükarte in einem Café sind meist auf Norwegisch verfasst. Wer gar nicht weiterkommt, kann vielerorts allerdings auch auf Deutsch zurückgreifen. Bis in die 1950er Jahre war Deutsch in der Schule die erste Fremdsprache, die norwegische Schüler lernen mussten. Viele ältere Norweger sprechen oder zumindest verstehen daher noch etwas Deutsch. Heute ist das natürlich vom Englischen abgelöst worden, das alle Kinder schon in jungen Jahren in der Schule lernen.

Visum beantragen für Norwegen

Norwegen ist zwar, wie erwähnt, nicht Teil der EU, europäische Staatsbürger müssen aber trotzdem kein Visum beantragen, um in das Land einreisen zu dürfen. Wer länger bleiben möchte als drei Monate, braucht jedoch eine Aufenthaltserlaubnis. Die kann praktischerweise vor Ort bei der Polizei oder der zuständigen Meldestelle beantragt werden. Notwendig sind ein Reisepass oder Personalausweis sowie der Nachweis über ausreichend Kapital, um den Aufenthalt finanzieren zu können. Da mancherorts der Personalausweis nicht anerkannt wird, ist es ratsam, mit dem Reisepass zu den Behörden zu gehen.

Zum Arbeiten ist keine Erlaubnis notwendig. Das gilt ebenfalls zum Studieren. Wer Norwegen sozusagen auf Probe erleben möchte, kann also ohne Probleme eine Zeit lang dort arbeiten, studieren und leben. Klappt das Abenteuer Ausland nicht, ist ein Rückzug nach Deutschland unkompliziert.

Benötigtes Kapital

Damit Besucher und Auswanderer nicht das norwegische Sozialsystem belasten, wird von ihnen erwartete, dass sie ausreichend Kapital zur Selbstversorgung mitbringen. Die Lebenshaltungskosten sind in Skandinavien höher als in Deutschland oder anderen Ländern. Dementsprechend mehr verdienen Arbeitnehmer natürlich in Norwegen. Trotzdem ist es gerade für Auswanderer wichtig, zu Beginn ausreichend Geld zur Verfügung stehen zu haben. So muss zum Beispiel für den Kauf eines Hauses einiges an Budget eingeplant werden.

Jobmöglichkeiten in Norwegen

Selbst wer ausreichend Startkapital mitbringt, möchte oder kann sich vermutlich nicht lange darauf ausruhen. Einwanderer sollten demnach zügig mit der Jobsuche beginnen. Schon vor Beginn der Ausreise einen festen Arbeitsplatz in Norwegen ergattert zu haben, ist natürlich noch stressfreier. Es erleichtert womöglich auch die Wahl des Wohnortes ungemein.

Grundsätzlich erwarten Norwegische Arbeitgeber solide Sprachkenntnisse. Damit meinen sie zum einen Englisch, allerdings ebenfalls Norwegisch. Der vorher erwähnte Sprachkurs zahlt sich demnach für Sie doppelt aus. Über die Deutsch-Norwegische Handelskammer in Oslo zum Beispiel werden Norwegisch Kurse für Deutsche Einwanderer angeboten.

Stellenanzeige für Arbeit in Norwegen sind zumeist online zu finden oder in den größeren Tageszeitungen. Auch lokale Jobcenter haben einen Überblick über offene Stellen. Von zu Hause aus lassen sich die Internetseiten der norwegischen Unternehmen nach Stellenanzeigen durchsuchen. Vakanzen werden meist zuerst dort ausgeschrieben. Besonders gesucht werden zurzeit Arbeitnehmer in den Branchen:

  • Ölförderung
  • Kfz- und Maschinenmechaniker
  • Tourismus
  • Baugewerbe und Handwerk
  • Pflegekräfte und andere Anstellungen im Gesundheitswesen
  • Fischindustrie
  • Energieerzeugung

Mit nur 3,2 % hatte Norwegen in den vergangenen Jahren eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote. Das verspricht auch Auswanderern gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Besonders qualifizierte Fachkräfte oder Spezialisten haben sehr gute Möglichkeiten, eine Anstellung zu finden. Da Fachkräfte in Norwegen fehlen, wirbt das Land gezielt andere EU-Länder um ihre Arbeitskräfte an. Als Anreiz bietet Norwegen seinen Einwanderern mit guten Qualifikationen zum Beispiel finanzielle Starthilfen in den ersten zwei Jahren ihres Aufenthaltes und hilft bei der Organisation des Umzugs oder stellt einen Platz im Sprachkurs zur Verfügung. Neben Fachkräften stehen selbst für ältere Arbeitnehmer die Chancen auf einen Job in Norwegen besser, als in Deutschland. Der Arbeitsmarkt in Norwegen legt mehr Wert auf soziale Aspekte, wie eine gesunde Work-Life-Balance beispielsweise oder Elternzeit.

Mit Kindern nach Norwegen

Viele Einwanderergruppen kommen mit ihrer Familie und ihren Kindern nach Norwegen. Das hat natürlich praktische Gründe, kaum jemand möchte seine Liebsten im Heimatland zurücklassen. Norwegen zeichnet sich allerdings durch ein gutes Sozial- und Schulsystem aus, sodass es den Kleinen an nichts mangeln wird.

Familie hat in Norwegen einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft als in Deutschland. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es kaum Paare ohne Kinder gibt. Viele von ihnen sind vergleichsweise jung, da sich Karriere und Familienleben in Norwegen nicht unbedingt ausschließen. Auch mehrere Kinder sind keine Seltenheit, in Parks und beim Wandern ist es nicht unüblich, auf Elternteile mit zwei Kleinkindern in einem Kinderwagen und einem Dritten oder Vierten auf dem Fahrrad zu treffen. Familienfreundliche Arbeitszeiten und verständnisvolle Arbeitgeber machen ein solches Leben möglich. Daher liegt zum Beispiel auch die Erwerbsquote der norwegischen Frauen deutlich höher. Aber ebenso ist die Geburtenrate mit 1,88 Kindern pro Frau viel höher als die deutsche.

Wer in Norwegen arbeitet und Karriere machen möchte, kann natürlich das andere Elternteil zur Auszeit bewegen. Er hat allerdings auch gute Chancen auf einen Betreuungsplatz für seine Kleinen, sodass beide Eltern arbeiten gehen können und niemand zurückstecken muss. Das sorgt für ein ausgeglichenes Familienleben. Es ist nicht ungewöhnlich, Väter im Haushalt mithelfen zu sehen. Kindergartenplätze sind leicht verfügbar. In Ballungszentren kommt es trotzdem mitunter zu Warteplätzen, daher empfiehlt es sich, sich rechtzeitig um einen Platz zu bemühen und einen dementsprechenden Antrag zu stellen. Sobald das Kind ein Jahr alt wird, haben die Eltern in Norwegen Anspruch auf einen Kindergartenplatz.

Wie in Deutschland wechseln die Kinder mit fünf oder sechs Jahren in die Schule. Schulpflicht besteht bis zum 16. Lebensjahr. Viele Kinder gehen daraufhin weiter zur Schule und besuchen den studienvorbereitenden Schulzweig, sozusagen die gymnasiale Oberstufe. Alternativ gibt es einen arbeitsvorbereitenden Schulzweig, der in Deutschland wohl mit einer Lehrstelle und Berufsschule zu vergleichen wäre. Gelernt wird in Norwegen selbstverständlich auf Norwegisch. Für Einwandererkinder bietet das Land daher kostenlosen Sprachunterricht an. Jede Kommune muss ausreichend Plätze für alle ausländischen Kinder zur Verfügung stellen.

Das Studium hingegen findet anschließend meist auf Englisch statt. Norwegische Studenten haben einen Anspruch auf einen Studienkredit, mit dem sie ihren Lebensunterhalt stemmen können. Neben den Studenten steckt Norwegen ebenfalls viel Geld und Unterstützung in die Ausbildung von Erwachsenen. Ein umfassendes System richtet sich speziell an die in Norwegen lebenden Erwachsenen.

Lebenshaltungskosten in Norwegen

Das Leben in den skandinavischen Ländern ist um ein Drittel teurer als in Deutschland. Das schließt eigentlich alles ein, was es zu kaufen gibt: ob Miete, Nahverkehr, Lebensmittel oder Sachgüter. Wer zum Beispiel in Oslo essen gehen möchte, ist schnell 20 Euro los. Darin einbegriffen ist noch kein Getränk. Soll es etwas Alkoholisches sein, kommt ein großer Aufschlag für die Alkoholsteuer hinzu. Eine Cola kostet etwa 3,30 Euro, ein Bier hingegen schnell knappe 5 Euro. Aufgrund einer Zeit des großen Alkoholmissbrauchs wurde die Steuer drastisch angehoben. Für Deutsche, die zu eigentlich jedem Anlass ein alkoholisches Glas heben, ist das zunächst gewöhnungsbedürftig.

Wohnen ist ebenfalls teuer. In Oslo liegt die durchschnittliche Miete für ein möbliertes Appartement mit zwei Zimmern inklusive Nebenkosten bei umgerechneten 1.790 Euro. Man sollte bei den Preisen allerdings immer beachten, dass die norwegischen Löhne dementsprechend angepasst sind. Mit einem deutschen Gehalt ist es wohl kaum möglich, eine Wohnung oder gar ein Haus in der Stadt finanzieren zu können. Mit einem Job vor Ort sieht alles schon wieder anders aus.

Die beliebtesten Städte Norwegens

Wissen Sie schon, in welche norwegische Stadt Sie ziehen möchten? Die vier größten sind Oslo, Bergen, Stavanger und Trondheim. Jede von ihnen versprüht skandinavischen Charme und hat ihren Bewohnern etwas zu bieten.

Oslo

In der Hauptstadt Norwegens leben derzeit rund 975.000 Menschen. Das macht sie zur größten Stadt des Landes. Fast ein Drittel aller Norweger lebt in der Region rund um die Stadt. Jobmöglichkeiten gibt es hier daher viele, ebenso wie Freizeitaktivitäten. Bei Einwanderern ist Oslo seit jeher beliebt, rund 30 % aller Bewohner sind Ausländer. Das internationale Flair ist deutlich zu spüren. Oslo verfügt außerdem über die größte Universität Norwegens und damit über viele Studenten und junge Leute.

Bergen

Auch Bergen verfügt über eine Universität. Hier leben knapp 300.000 Menschen. Damit ist Bergen die zweitgrößte Stadt Norwegens. Besonders bekannt ist sie für ihren Hafen. Es ist einer der meist besuchten Europas. Hier starten außerdem die Kreuzfahrtschiffe zu den Hurtigruten. Das klassische Postkartenmotiv der Stadt sind die Bryggen, am Kai entlanglaufende kleine, bunte Häuser, die alte Handelseinrichtungen der Hanse sind. Heute befinden sich in den schiefen Gebäuden Läden und Souveniershops. Seit 1979 gehören die Häuser zum Weltkulturerbe.

Stavanger

Die Stadt liegt südlich von Bergen und hat rund 130.000 Einwohner. Viele Skigebiete finden sich in dieser Region. Außerdem finden Touristen hier den berühmten Preikestolen, ein großer überhängender Felsen, von dem aus man seine Beine hunderte von Meter tief in der Luft baumeln lassen kann. Dieser Wanderweg zum Felsen ist einer der berühmtesten Norwegens. Bekannt ist die Stadt außerdem für ihren Dom den längsten Sandstrand des Landes und das jährliche Jazzfestival. Einst die Kulturhauptstadt Europas, hat Stavanger kulturell ihren Bewohnern einiges zu bieten.

Trondheim

Mit rund 190.000 Bewohnern ist Trondheim die größte Stadt so weit im Norden gelegen. Ein großer Teil der Einwohner ist Student und an der Technischen Universität der Stadt eingeschrieben. Trondheim ist das Zentrum für den Einzelhandel der nördlichen Region und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, wo zum Beispiel die Hurtigrutenschiffe anlegen. Zum reichen Kulturangebot gehören das Symphonieorchester, Theater, Jazz und Museen. Trondheims Fußballverein ist zwar in Deutschland nicht allzu bekannt, Rosenborg Ballklub hat sich allerdings bereits mehrfach für die UEFA Champions League qualifizieren können.

Fühlen Sie sich bereit für Ihr Norwegenabenteuer? Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Planung und Jobsuche und einen tollen Aufenthalt im skandinavischen Norden!

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